Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2022/2023:

Lehrveranstaltungen im Kulturmanagement und Kulturwissenschaft

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Einführunde wiss. Lehrveranstaltung (Musik, Gesellschaft und kulturelle Praxis), PS - 24.0154, 24.0000 (WF)

Andrea Glauser

Mo, 3.10., 9.30-10.30, online
Mo, 10.10., 9.30-12.30, E0104
Mo, 31.10., 9.30-12.30, E0101
Mo, 14.11., 9.30-12.30, E0101
Mo, 28.11., 9.30-12.30, E0101
Mo, 12.12., 9.30-12.30, E0101
Mo, 9.1., 9.30-12.30, E0101
Mo, 16.1., 9.30-12.30, E0104

Diese Veranstaltung beleuchtet Musik in ihrer sozialen und kulturellen Einbettung. Sie will damit zu einem besseren Verständnis der gesellschafts- und zeitspezifischen Bedingungen von Musik beitragen. Die Studierenden werden mit wichtigen Grundbegriffen der Kultur- und Gesellschaftsanalyse vertraut gemacht. Beispiele hierfür sind die Konzepte »Werte und Normen«, »Kooperation, Konflikt und Konkurrenz«, »Macht« oder »Interaktion, Gruppe und Organisation«. Gestützt auf diese Erkenntniswerkzeuge analysieren wir aktuelle und historische Phänomene aus dem Bereich der Musik.

 

Seminar Gender Studies 01 (Atmen und Riechen in den Aufführungskünsten. Queer-feministische und dekoloniale Perspektiven) - 24.0100, 24.0005 (WF)

gem. Abhaltung mit Wissenschaftliches Seminar (Gender Studies: Atmen und Riechen in den Aufführungskünsten. Queer-feministische und dekoloniale Perspektiven) - 24.0162

Julia Ostwald

Die LV findet MONTAGS von 13:15-16:30 statt, wechselnd zwischen TFM (Raum 2H415, Rotunde) und der Universität für Musik und Darstellende Kunst (MDW)10.10.: tfm, 24.10.: mdw, 7.11.: tfm, 21.11.: mdw, 5.12.: tfm, 9.1.: tfm, 23.1.: mdw

Auf den ersten Blick scheint sich die naturgegebene Notwendigkeit des Atmens kulturellen und historischen Konstruktionen des Körpers zu entziehen. Demgegenüber werden Praktiken des Atmens in den Künsten und in der Kulturtheorie seit etwa den 2010er Jahren nicht nur zunehmend thematisiert, sondern stechen insbesondere machtkritische feministische, queere, post- und de-koloniale Positionen hervor.

Den Verflechtungen des Atmens mit sozialen, politischen, ästhetischen und ökonomischen Fragen widmen sich die in letzten Jahren herausgebildeten interdisziplinären Breath Studies. Eine zunehmende kulturwissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung lässt sich auch im Hinblick auf Differenzierungen im Zusammenhang mit dem Riechen beobachten. Tatsächlich ist das Selbstbild der s.g. westlichen Welt im Wesentlichen mit einer olfaktorisch kodierten Marginalisierung von Minderheiten verbunden. Die diskursive Stigmatisierung von Frauen, Arbeiterklassen und rassifizierten Gemeinschaften funktioniert seit Jahrtausenden weitgehend über den Geruch oder den Gestank. In dieser Denktradition wird ‚der/die/das Andere‘ entweder als verführerisch duftend oder als ekelhaft stinkend chiffriert.

Ausgehend von den hier skizzierten Beobachtungen fragt die Lehrveranstaltung nach Praktiken und Diskursen des Atmens und Riechens im Kontext von (Musik-)Theater, Tanz, Performance und Film. Die Lehrveranstaltung bietet einen Überblick über einschlägige Theorietexte aus dem Kontext der Breath Studies und der Sensory Studies, die wir in gemeinsamer Lektüre erarbeiten und diskutieren werden. Parallel dazu werden performative Arbeiten zum Atem des 20./21.Jh. vorgestellt, die wir analysieren und in Bezug setzen zu theoretischen Ansätzen.

Die Veranstaltung wird gemeinsam von Silke Felber und Julia Ostwald angeboten und soll sowohl Studierenden der Universität Wien als auch Studierenden der Universität für Musik und darstellende Kunst (Wahlfach Gender Studies) offenstehen.

 

Seminar Kulturmanagement und Kulturwissenschaft 01 (Management – Kontext – Musik) - 24.0103, 24.0015 (WF)

gem. Abhaltung mit  Wissenschaftliches Seminar (Management – Kontext – Musik) - 24.0151 (BA IGP neu)

Dagmar Abfalter

Do, 6.10.2022, 11.00-13.30, E0104
Do, 20.10., 9.30-13.30, E0101
Do, 24.11., 9.30-13.30, E0104
Do, 1.12., 9.30-13.30, E0104
Do, 15.12., 9.30-13.30, E0101
Do, 12.1., 9.30-13.30, E0104

Professionelle Strategie- und Managementarbeit leistet neben der künstlerischen Qualität häufig einen großen Beitrag zum Erfolg von Kulturprojekten. Für ein gutes Gelingen der Übernahme oder Anpassung von Managementinstrumenten ist die Berücksichtigung des jeweils spezifischen Kontexts in seinen vielen Facetten essenziell. Das Seminar diskutiert Grundfragen des (strategischen) Managements von Musik-/Kulturbetrieben und -projekten vor dem theoretischen Rahmen der Kulturbetriebslehre. Neben Vortrag, kurzen Hausübungen zur Anwendung des Gelernten und kurzen Präsentationen ist vor allem der Dialog mit den Studierenden didaktische Grundlage dieses Seminars. Daher können laufende Projekte der Studierenden in das Veranstaltungsdesign integriert werden.

 

Seminar Kulturmanagement und Kulturwissenschaft 01 (Musik und Dekolonisierung) - 24.0012, 24.0003 (WF)

gem. Abhaltung mit Wissenschaftliches Seminar (Musik und Dekolonisierung) - 24.0008 (BA IGP neu)

Lisa Gaupp

Mo, 12.10., 10..-12.00, E0122
Do, 3.11., 14.00-19.00, E0104
Mi, 16.11., 09.00-14.00, E0104
Mi, 14.12., 09.00-14.00, E0122
Mi, 25.1., 09.00-14.00, E0104

Abwehrende und abwertende Haltungen entlang von Differenzlinien von u. a. gender „race“, Klasse oder Sexualität sind nicht nur in individuellem Verhalten, sondern auch in zahlreichen (institutionalisierten) Musikpraktiken vor allem dann zu beobachten, wenn es darum geht zu deklarieren, was als „eigen“, was als „authentisch“ und was als „fremd“ oder als „anders“ zu werten ist. Solche und andere wertende Zuschreibungsprozesse und etablierte politische und pädagogische Eurozentristische Konzepte neu zu denken, ungleiche Machtrelationen offenzulegen sowie soziale Ungleichheiten zu verringern steht im Mittelpunkt von der Forderung nach Dekolonialisierung.
Im ersten Teil des Seminars werden wir als dekolonial zu verstehende musikbezogene Theoriebildung kennenlernen. Die Anwendung der Theorie auf die aktuelle Musikszene und die eigene künstlerische Praxis steht im Mittelpunkt des zweiten Teils des Seminars. Hier werden wir ausgewählte Beispiele einer kritischen dekolonialen Revision unterziehen.