POPULISMUS KRITISIEREN

Aktuelle Veranstaltungsreihe der mdw
 

Seit geraumer Zeit haben populistische Diskursstrategien Konjunktur und sind inzwischen vielerorts Teil der Regierungspolitik geworden. Zugleich haben sich die medialen Bedingungen von Öffentlichkeit grundlegend gewandelt und ermöglichen es auf neue Weise, rassistische oder sexistische Ressentiments zu schüren und die Grenzen des Sag- und Denkbaren nach rechts zu verlagern. Unsere Veranstaltungsreihe POPULISMUS KRITISIEREN fragt danach, wie sich gegenwärtigen Diskursverschiebungen nachhaltig begegnen lässt. Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Fachgebieten, die an unterschiedlichen Institutionen der mdw forschen und lehren, haben sich mit Unterstützung des Vizerektorats für Organisationsentwicklung, Gender & Diversity für die Organisation dieser Reihe zusammengeschlossen: Gender Studies und Kulturwissenschaft am IKM, Institut für Popularmusik, Institut für Musiksoziologie, Institut für Film und Fernsehen der Filmakademie Wien, mdw-Forschungsförderung und das Zentrum für Weiterbildung. POPULISMUS KRITISIEREN wird zudem in Kooperation mit dem Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung (MvBZ) der Freien Universität Berlin realisiert.
 
Seit Herbst 2020 finden im Rahmen der Vortragsreihe regelmäßig Lectures, Workshops und Podiumsdiskussionen mit renommierten Expert:innen aus Wissenschaft und Kunst statt.

Projektteam
Evelyn Annuß, Ralf von Appen, Sarah Chaker, Silke Felber, Andrea Glauser, Therese Kaufmann, Gerda Müller, Dagny Schreiner, Claudia Walkensteiner-Preschl

 

 

Vorschau

 


 

02. Februar 2023

Annette Henninger
Universität Marburg

Antifeminismus und ‚Krisen‘-Diskurse

Donnerstag, 02. Februar 2023, 18-20 Uhr
findet online statt:

https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin/j.php?MTID=maf834bc7eafb03850949796891663e78 
Meeting-Kennnummer: 2734 899 5978

 

 

14. Juni 2023

Lars Koch

Mittwoch, 15. Juni 2023
Arthouse Kino, mdw,
Anton-von-Webern-Platz 1

Weitere Informationen folgen

 

 


 

 

ABSTRACTS

 

Annette Henninger

Antifeminismus und ‚Krisen‘-Diskurse

Antifeministische Diskurse operieren mit vielfältigen Bedrohungsszenarien rund um das Thema ‚Gender‘. Als bedroht gelten u.a. die als ‚natürlich‘ geltende Geschlechterbinarität, die Familie und das Kindeswohl. Der Vortrag kontrastiert diese Bedrohungsszenarien mit Krisendiagnosen aus der Geschlechterforschung. In der Debatte über die Krise der sozialen Reproduktion wird die strukturelle Krisenhaftigkeit der kapitalistisch-patriarchalen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung und die daraus resultierende Zunahme intersektionaler Ungleichheiten diskutiert. Der Antifeminismus operiert demgegenüber mit populistischer Vereinfachung und Personalisierung komplexer Probleme. Strukturelle Herrschaftsverhältnisse und damit zusammenhängende Ungleichheitslagen, so die zentrale These des Vortrags, werden im Antifeminismus de-thematisiert – zugunsten einer Verschiebung der Debatte ins Feld von als fix gedachten ‚Kulturen‘ und ‚Identitäten‘: Die rassistische Projektion fortbestehender Probleme in den Geschlechterverhältnissen auf kulturell ‚Andere‘ bietet die Möglichkeit ihrer Externalisierung.  Die propagierte Vergemeinschaftung durch binäre Geschlechter-Identitäten in der heterosexuellen Familie zielt auf die Rückkehr zu einer ungleichen, differenzbasierten Geschlechterordnung und auf die Abwehr demokratischer Aushandlungsprozesse über die politische Gestaltung der Geschlechterverhältnisse.


 

 


 

 

ARCHIV


25. Jänner 2023 - Julia Stenzel
Demagogie

09. Juni 2022 - Cornelia Möser
Paradoxien rechter sexueller Politiken in Frankreich. Populismus oder Opportunismus?

02. Juni 2022 - Judith Goetz 
"Postergirls" und "White-Power Barbies". Zur ambivalenten Sichtbarkeit identitärer Frauen


19. Mai 2022- Drehli Robnik
Demokratiekritik des Populismus <–> Politiktheorie des Films:
Population / Elevation in Jordan Peeles "Us – Wir" (2019)  

15.01.2022 - Silke Felber
S:Caring Masculinities. Politische Männlichkeiten im Kontext von COVID-19

11.01.2022 - Ondrej Daniel
Music of the "Normalized" Far Right Czech Band Ortel and Its Audience

02.12.2021 - Simon Strick
Nach dem Populismus: Memetische Agitation und Faschismus von unten

24.11.2021 Podiumsdiskussion 
Kulturpolitik – Demokratie – Populismus

28.10.2021 – Lectures/Podium discussion
Popular Music, Populism in Europe, and the Politics of Critique

29.10.2021 - Workshop mit Mario Dunkel und Reinhard Kopanski 
Musik und Populismus

24.06.2021 - Leonida Kovač 
Incidental Evil. Art and the Undoing of Hate in Zagreb’s Urban Space

20.05.2021 - Arne Vogelgesang
Gamification von rechts. Spiel und Unterhaltung als politische Werkzeuge rechten Kulturkampfs

14.04.2021 – Martin Reisigl
Argumentieren gegen rechts

25.03.2021 – Gabriele Dietze
Rechtspopulistische Weiblichkeitsmodelle zwischen Re-Traditionalisierung und alternativer Geschlechter-Moderne

12.11.2020 – Birgit Sauer
Rechtspopulismus und maskulinistische Identitätspolitiken