Biographie

Mariama Diagne ist promovierte Tanzwissenschaftlerin und ausgebildete klassische Bühnentänzerin (u.a. New York City, Dance Theatre of Harlem). Seit April 2020 ist sie Universitätsassistentin am Institut für Kulturmanagement und Genderstudies (IKM) an der Universität für Musik und darstellende Künste Wien (mdw). Dort forscht sie zur Theorie und Praxis der Intersektionalität von Race/Class/Gender im Bereich der darstellenden Künste und damit verknüpften Fragen der ästhetischen Theorie, sowie einer kritisch feministischen Re-Lektüre dieser. Nach dem Studium in Theater und Medien und Musikwissenschaften (Universität Bayreuth) und Tanzwissenschaften (Freie Universität Berlin) entstand 2018 an der Freien Universität Berlin ihre Dissertation Schweres Schweben. Qualitäten der gravitas in Pina Bauschs Orpheus und Eurydike (transcript 2019). Ihre tanz- und kunstwissenschaftliche Untersuchung der gravitas (Schwere) als europäische Festschreibung von Körper- und Denkhaltungen, sowie der Schwerkraftkonzepte in Tanz/Theater, Musik, Film, Philosophie, Literatur und Physik seit der griechischen Antike, wurde mit dem Tiburtius Preis der Berliner Hochschulen ausgezeichnet. Sie arbeitete von 2012 bis 2020 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin in Forschung, Lehre und außeruniversitärer Vermittlung. Als Dramaturgin arbeitet sie mit Bühnenprojekten die im Kontext postkolonialer Fragen stehen. 2019 übernahm sie den Vorsitz der Gesellschaft für Tanzforschung (gtf) im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).

Forschungsschwerpunkte

Tanzwissenschaftliche Forschung zur und Re-Lektüre von Körperkonzepten und Bewegungsqualitäten in Tanz, Kunst und Medien

Ästhetik und Praxis postkolonialer Perspektiven in den Künsten

Gender, Diversity, Intersektionalität, (Schwarzer) Feminismus als ästhetisch kritische und künstlerisch politische Praxis und Forschungsmethode

Dramaturgie und Historiografie im Tanz

Schnittstellenarbeit zwischen Schreiben/Schrift und Bewegen/Bewegung als Forschungspraxis

Publikationen

Monografien

Schweres Schweben. Qualitäten der gravitas in Orpheus und Eurydike von Pina Bausch, Bielefeld: transcript 2019

Aufsätze (Auswahl)

„Die Wand als Bühne. Zur Performanz weiblicher Schatten in Tanz, Performance und Installation“, in: Julia Freytag, Astrid Hackel, Alexandra Tacke (Hg.): Gegen die Wand, Subversive Positionierungen von Autorinnen und Künstlerinnen, Berlin: Neofelis (im Erscheinen)

„Directing Bodies in Dance. A Visit to Pina Bausch, Now and Then“, in: Luk van den Dries, Timmy de Laet (Hg.): The Great European Stage Directors, Vol. 8: Pina Bausch, Romeo Castellucci, Jan Fabre , Methuen Drama Series, London: Bloomsbury 2018, S. 34-74

„Körpermaschinen. Zu Naoko Tanakas Performance Die Scheinwerferin“, in: Gerko Egert, Stefan Apostolou-Hölscher, Maximilian Haas, Mariama Diagne, Simon Hagemann, Daniela Hahn: „Bühnen des Nicht-Menschlichen“, S. 205–207, in: Episteme des Theaters. Aktuelle Kontexte von Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit, Tagungsband des Kongresses in Bochum 2014, hg. von Milena Cairo, Moritz Hannemann, Ulrike Haß, Judith Schäfer, transcript, Bielefeld 2016, S. 193–218

„Atem Holen. Szenen vom Ende des Lebens im Tanztheater“, in: Moritz Buchner, Anna-Maria Götz. (Hg.): transmortale. Sterben, Tod und Trauer in der neueren Forschung, Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2016

„Klang-Körper dirigieren. Gesten der Vermittlung im zeitgenössischen Tanz“, in: Florian Henri Besthorn, u.a. (Hg.): DirigentenBilder: Musikalische Gesten – verkörperte Musik, Basel: Schwabe 2015

„Ein unnennbares Sehnen – Zum Schweben zwischen Kunstfigur und Mensch in Reinhild Hoffmanns Tanztheaterstück Callas“, in: Gabriele Brandstetter, Reinhild Hoffmann, Patricia Stöckemann (Hg.): CALLAS. Ein Tanzstück von Reinhild Hoffmann 1983/2012, Bielefeld: transcript 2014, S. 87–99

„Post Balanchine: Ballett im Neuen Millenium“, Programmheftbeitrag mit Elizabeth Kattner, zu den Stücken Namouna von Alexej Ratmansky und Clear von Stankley Welch, Staatsballett Berlin, März 2014, o.S.

 „Irritation als Modus der Vermittlung Xavier Le Roy ,dirigiert‘ Le Sacre du Printemps“, in: Gundel Mattenklott, Constanze Rora (Hg.): zaeb.net. Zeitschrift für ästhetische Bildung, „Vermittlung zwischen Werk und Rezipient“, Jg. 4, 2012, Nr. 1, digitale Ausgabe, o.S.

„Boten zwischen Bühnen- und Lebenswelt. Ein Streifzug durch die Tanzgeschichte mit Blick auf die Darstellung von Untoten“, in: Claudia Behrens, Helga Burkhard, u.a. (Hg.): Tanzerfahrung und Welterkenntnis, Jahrbuch Tanzforschung, Bd. 22, Leipzig 2012, S. 82–94

„Kosmische und imaginäre Räume bei Rudolf von Laban und Mary Wigman“, in: Christine Eckett, Sprengelmuseum Hannover (Hg.): Ohne Ekstase kein Tanz! Tanzdarstellungen der Moderne. Vom Varieté zur Bauhausbühne, Katalog zur Ausstellung, Hannover: Sprengelmuseum 2011, S. 48–57

Lectures / Workshops (Auswahl)

„Die Wand als Bühne: Zur Performanz der Schlagschatten in Tanz, Performance und Installation“, Lecture im Rahmen der Ringvorlesung „Gegen die Wand. Subversive Positionierungen von Autorinnen und Künstlerinnen“, an der Stiftung Europa-Universität Viadrina, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Frankfurt (Oder), 16.04.2018

„Der Tanz mit der Schwerkraft. Choreografien des Schwebens – vom Barocktanz bis Pina Bausch“, Lecture im Rahmen der Kooperation Ballett-Universität zwischen dem Zentrum für Bewegungsforschung der Freien Universität Berlin und dem Staatsballett Berlin, Berlin, 10.04.2018

„Walking & Falling. Tanzen gegen die Schwerkraft im Tanztheater“, tanzpraktischer Workshop mit Tanzstudierenden der Tsukuba University, 30.09.2017

„Choreografien des Schwebens. Techniken und Topoi der gravitas im 18. und 19. Jahrhundert“, Lecture im Rahmen des Symposiums Körpervorstellungen in der Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert – Goethe, Herder und Performing Arts, Tsukuba University. 28.09.2017

„correlational dancestep and a speculative dea ex machina. Choreo/ Scenographic terms as tactic for thoughts in contemporary philosophy“, Lecture im Rahmen der 3rd Biennial Performance Philosophy Conference, in dem Panel On the ‘Beyond-ness’ of the Subject. Critical Thoughts on Epistemological Paradigms in the Realm of Posthumanism, gemeinsam mit Susanne Foellmer und Karina Rocktäschel, Prag, 23.06.2017

„Tanztheater: Stilmittel, Konzepte, Bühnenästhetik“, Vorlesung im Rahmen der Vorlesungsreihe Perspektiven der Tanzwissenschaft, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin, 30.11.2016

„Sichtbare Seelen. Tanz als Schattenkunst bei Pina Bausch und im Zeitgenössischen Tanz, Lecture im Rahmen der Leibniz Lecture von Prof. Dr. Gabriele Brandstetter, Theaterfestival Tokyo/Goethe-Institut, Forschungsreise, Tokyo 11.11.2016

„Ensemble-Körper auf Reisen. Pina Bauschs Tanzoper zwischen Wuppertal und Paris“, Lecture im Rahmen der Leibniz Lecture von Prof. Dr. Gabriele Brandstetter, DFG-Forschungsreise, Tokyo 06.11.2016

„Schatten Spüren. Wesen und Sinnlichkeit von Schattenwürfen im Tanztheater von Pina Bausch“, Lecture im Rahmen des Humboldt-Forums „Los Sentidos“, El Colegio Nacional, México City, 28.10.2016

„Rundgang durch die Ausstellung Pina Bausch und das Tanztheater“, Tanzworkshop im Rahmen des Tanztreffens der Jugend gemeinsam mit Miriam Leysner, Martin Gropius Bau, Berlin, 26.09.2016

„Leaving traces – Sensing traces. Orpheus und Eurydike (1975) and Danzón (1995), Lecture gemeinsam mit Bénédicte Billiet und Barbara Kaufmann im Rahmen des Symposiums: The Digital Pina Bausch Archives, Wuppertal 27.09.2014

„Tanzende Körper – Singende Seelen. Zum Verhältnis von Stimme und Bewegung in Pina Bauschs Arbeiten zu Gluck“, Lecture im Rahmen des Symposiums Gluck, der Reformer? Kontexte, Kontroversen, Rezeption, Internationale Gluck-Forschungsgesellschaft, Nürnberg, 19.07.2014

„Zur szeno-choreografischen Bildgewalt im Bild „Gewalt“ in Pina Bauschs Orpheus und Eurydike“, Lecture im Rahmen des Workshops Pina Bauschs Orpheus und Eurydike. Transdisziplinäre Zugänge zur getanzten Oper, NFS Bildkritik/eikones, Die Visualität der Oper, Universität Basel, 20.05.2014

„‚A mortal fear of death‘. Das Ende des Lebens reflektiert durch die Bewegungskunst Tanz in den Werken von Valeska Gert, Kurt Jooss und Pina Bausch“, Lecture im Rahmen der Tagung Transmortale VSterben, Tod und Trauer“, Museum für Seprukralkultur, Kassel, 15.03.2014

„Dream in Color – Dance in Color. Zu Haut und Farbe im Bühnentanz“, Lecture im Rahmen des „Julius-Hans-Spiegel-Zentrum. Ein TANZFONDS ERBE Projekt zu Exotismen in der Tanzmoderne“ von Anna Wagner und Eike Wittrock, Freiburg, 20.02.2014

AN-ZIEHEN. Exotik, Orient und Tanz“, Lecture mit Eike Wittrock im Rahmen der Kooperation Ballett-Universität zwischen dem Zentrum für Bewegungsforschung der Freien Universität Berlin und dem Staatsballett Berlin, Berlin, 03.12.2013

„Tanztheater erinnern. Zur Rekonstruktionsarbeit von Reinhild Hoffmanns Tanztheater“,Vorlesung  im Rahmen der Vorlesungsreihe Perspektiven der Tanzwissenschaft, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin, 20.11.2013

„Begeh(r)en leerer Schritte. Jerome Robbins’ Afternoon of a faun“, Lecture im Rahmen des interdisziplinärenTheorie-Workshops gemeinsam mit Kristina Mendicino (Providence): Pas de Deux – Zum poetischen 'Schritt zu Zweit' in Choreo/graphien, 05.07.2013

„Killing softly. Traces of subtly but radical violence in Pina Bausch’s Le Sacre du printemps“, Lecture im Rahmen der Society of Dance History Scholars, Special Topics Conference 2013: Sacre Celebration: Revisiting, Reflecting, Revisioning, York University Toronto, 20.04.2013

„Staksen, Kriechen, Tigern. Tierische Gangarten im Tanz“, Lecture im Rahmen der Kooperation Ballett-Universität zwischen dem Zentrum für Bewegungsforschung der Freien Universität Berlin und dem Staatsballett Berlin, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin, 04.12.2012

„Tödlicher Übergang – Choreographische Darstellungen von Figuren zwischen Leben und Tod im Tanztheater“, Lecture im Rahmen der Kooperation Ballett-Universität zwischen dem Zentrum für Bewegungsforschung der Freien Universität Berlin und dem Staatsballett Berlin, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin, 13.06.2012

 „Boten zwischen Bühnen- und Lebenswelt. Ein Streifzug durch die Tanzgeschichte mit Blick auf die Darstellung von Untoten“, Lecture im Rahmen des Symposiums „TANZerfahrung und WELTerkenntnis“, ausgerichtet von der Gesellschaft für Tanzforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tanzarchiv Köln, 16.10.2011

 
 

© privat

 

Univ.-Ass. Dr.phil. Mariama Diagne

Universitätsassistentin für Gender Studies

 

E-Mail: diagne@mdw.ac.at