Aktuelle Veranstaltungsreihe der mdw

POPULISMUS KRITISIEREN

 

 

VORSCHAU
 

 

21.01.2021

 Julia Roth (Vortrag)
Politikwissenschaft, Universität Bielefeld

"Gender als Affektbrücke und Arena: Rechtspopulistische Muster der Vergeschlechtlichung und intersektionale feministische Reaktionen"

21.01.2021, 19 Uhr, Online-Vortrag am Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung der Freien Universität Berlin, in Kooperation mit den mdw-Gender Studies

 

25.03.2021

Gabriele Dietze (Workshop & Vortrag)
Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt Universität zu Berlin.


Workshop
"Rechtspopulismus und Geschlecht"

25.03.2021, 10-15 Uhr, mdw
 

Vortrag
"Rechtspopulistische Weiblichkeitsmodelle zwischen Re-Traditionalisierung und alternativer Geschlechter-Moderne"
25.03.2021, 18 Uhr, mdw

 

14.04.2021

Martin Reisigl (Workshop)
Angewandte Sprachwissenschaften, Universität Wien

"Argumentieren gegen rechts"
14.04.2021, 9–17 Uhrspiel|mach|t|raum S 02 25, am Zentrum für Weiterbildung der mdw

 

Podiumsdiskussion 

"Kulturpolitik – Demokratie – Populismus"
14.04.2021, 18 Uhr, Bankettsaal der mdw

 

20.05.2021

Lectures/Podium discussion

"Popular Music, Populism in Europe, and the Politics of Critique"
20.05.2021, 18 Uhr, Joseph Haydn-Saal der mdw

 

 

 

 

 

 

 

ABSTRACTS

 

 

Julia Roth 
Gender als Affektbrücke und Arena: Rechtspopulistische Muster der Vergeschlechtlichung und intersektionale feministische Reaktionen

Studien zu Rechtspopulismus sind inzwischen etabliert und vielfältig. Eine systematische Betrachtung der Verflechtungen von Rechtspopulismus und Geschlecht steht jedoch noch aus, obwohl Gender-Aspekte in rechten Diskursen allgegenwärtig sind: etwa in Form der Auslagerung/Projektion von Sexismus und Homophobie auf migrantische (oft: muslimische) Andere (sog. “Ethnosexismus”), maskulinistische “Affektgemeinschaften” im Internet, oder den verstärkten Allianzen zwischen religiösen und politischen Akteur*innen gegen eine vermeintliche “Gender-Ideologie” (aka als “Anti-Genderismus”), die Papst Franziskus jüngst als “ideologische Kolonisierung” bezeichnet hat.

Der Vortrag geht deshalb von der Annahme aus, dass die Intersektionalität von Gender, Race, und Klasse für radikale rechte Diskurse konstitutiv ist. Immer häufiger kombinieren rechte Diskurse ein vordergründiges “Emanzipationsparadigma” – etwa die Verteidigung von Frauen- oder LGBTQ-Rechten – mit einem Retraditionalisierungsparadigma. Deshalb reicht die Verengung auf einen bloßen konservativen “Backlash” nicht länger aus, um diese komplex gewordenen Dynamiken zu beschreiben, zu analysieren und erfolgreich widerlegen zu können. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Vortrag paradigmatische “Muster der Vergeschlechtlichung” in rechtspopulistischen Diskursen, in denen Geschlecht als Arena, als Meta-Sprache und “Affektbrücke” (Dietze) fungiert. Der Vortrag zeichnet nach, wie über solche Muster politische Ziele geordnet und in den öffentlichen Diskurs katapultiert werden, um “legitime politische Gefühle” und “affektive Communities” (Sauer) zu bilden.
Gleichzeitig zu diesen weltweiten Anfechtungen von Frauen- und Geschlechterrechten sind gegenwärtig vielerorts erstarkenden intersektional-feministische Proteste zu beobachten, beispielsweise in Brasilien, Polen und den USA. Der Vortrag beleuchtet daher in einem zweiten Schritt intersektional-feministische Bewegungen als sichtbarste Gegenbewegungen in Hinblick auf ihr hegemoniekritisches Potenzial.

Moderation: Susanne Lettow, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung und Privatdozentin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin.

Julia Roth ist Professorin für American Studies mit einem Fokus auf Gender Studies und InterAmerican Studies an der Universität Bielefeld. Zuvor arbeitete sie dort mit ihrem Postdoc-Projekt „The Americas as Space of Entanglements“, sowie im interdisziplinären Netzwerk „desiguALdades.net – Interdependent Inequalities in Latin America“ an der Freien Universität Berlin. Als Dozentin unterrichtete sie zudem an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Potsdam und der Universidad de Guadalajara, Mexiko. Ihre Forschungsschwerpunkte adressieren Themen der postkolonialen, dekolonialen und Gender Perspektiven, mit einem Fokus auf Intersektionalität und Globale Ungleichheiten, Rechtspopulismus und Gender, Gender und Staatsbürger*innenschaft sowie anti-rassistisch feministisches Wissen der Karibik und der Amerikas. Neben ihrer akademischen Forschung organisiert und kuratiert sie Kulturpolitische Veranstaltungen, wie zuletzt das Theater-Festival „Women/Images of the Americas in Movement“ in Berlin (2010), sowie am Gorki Theater Berlin die Reihen „BE.BOP – Black Europe Body Politics“ mit Alanna Lockward (2014) und „De-Heimatize Belonging“ (2016).
 

 

 

 

Gabriele Dietze
"Rechtspopulismus und Geschlecht"

Der Workshop wird sich mit europäischem und angloamerikanischem Rechtspopulismus und Geschlecht/Gender beschäftigen. Der Bezug zu Geschlecht ist von mehreren Paradoxien geprägt. Im Selbstverständnis und in der Programmatik populistischer Parteien spielt die heteronormative Kleinfamilie mit biologisch definierten binären Geschlechterpositionen eine große Rolle, was durch eine Welle von Anti-Genderismus-Kampagnen verstärkt wird. Kontrastierend dazu ist eine Art von okzidentalistisch ‚sexuellem Exzeptionalismus‘ auszumachen. Diese Haltung pflegt ein anti-muslimisches Ressentiment, das auf einer angenommenen sexuellen Rückständigkeit muslimischer Eingewanderter und Geflüchteter basiert, und dieser wiederum eine angeblich vollendete sexuelle Emanzipation der ‚einheimischen‘ Bevölkerung entgegensetzt. Auf der anderen Seite werden Sexualerziehung, mancherorts Abtreibung und LGBTIQ-Rechte bekämpft. Das Ziel des Workshops ist, diese Paradoxien und die generelle rechtspopulistische ‚Obsession mit Geschlecht‘ an exemplarischen Schnittpunkten zu untersuchen, etwa am Trumpismus, an der Ibiza Affaire, an den polnischen Konflikten um Abtreibung und anhand der Reaktionen auf die Kölner Silvesternacht. Es soll überprüft werden, für welche übergeordneten Fragestellungen ökonomischer, sozialer und kultureller Art Geschlecht als Platzhalter und Metasprache eingesetzt wird. Neben theoretischen Texten wird mit Filmen, Visual Art und Internetquellen gearbeitet.

Gabriele Dietze forscht und lehrt zu Gender-, Media-, Cultural- und Migration-Studies an verschiedenen deutschen und amerikanischen Universitäten, zuletzt im Dartmouth College, NH. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen Sexismus, Rassismus, Rechtspopulismus und Cultural Wars in den USA. Sie ist assoziiertes Mitglied des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien, ZtG, der Humboldt Universität zu Berlin.
Zuletzt erschienen: Zusammen mit Julia Roth (Hg.): Right-Wing Populism and Gender in Europe and Beyond, 2020

 

 

 

 

Gabriele Dietze
"Rechtspopulistische Weiblichkeitsmodelle zwischen Re-Traditionalisierung und alternativer Geschlechter-Moderne"

Im fortschrittlichen Lager ist man sich einig: Rechtspopulismus hat Frauen wenig zu bieten, er will sie in antiquierte Rollenbilder zurückversetzen, deshalb wählen weniger Frauen die entsprechenden Parteien. Diese Vorstellung geht davon aus, dass ein bestimmtes Emanzipationsmodell – weibliche Berufstätigkeit, Chancen- und Lohngleichheit, aushäusige Kinderbetreuung und familiäre Arbeitsteilung – gesellschaftlich akzeptiert und allgemein gewünscht ist. Nun zeigen Konzepte wie ‚Neue Mütterlichkeit‘ (Momism im angloamerikanischen Raum) und die Tradwive-Bewegung (ein positiv besetztes Hausfrauen-Muttermodell, das ausdrücklich die Vormacht und das Versorgungsprivileg des Ehemanns anerkennt) eine gewisse ‚Emanzipationsverdrossenheit‘. Dennoch machen ihre Propagandistinnen deutlich, dass sie sich nicht als rückgewandt, sondern als neue Geschlechtsrollen-Alternative verstehen. Ergänzt werden Modelle einer akzeptierten geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung durch selbstbewusste aushäusige Führungsfiguren, wie Alice Weidel und Marie LePen, oder in rechtskonservativen Superkarrieren wie jene der siebenfachen Mutter und soeben gewählten Verfassungsrichterin Amy Coney Barrett. Das Ziel des Vortrags ist es, eine Landkarte dieser rechten geschlechterpolitischen Alternativ-Moderne zu entwerfen und über Möglichkeiten von Gegenstrategien nachzudenken. 

Moderation: Evelyn Annuß, Gender Studies am IKM an der mdw

 

 

 

 

 

Martin Reisigl
Argumentieren gegen rechts

Argumentationsweisen von rechts kennen und kontern zu lernen, ist Gegenstand dieses Workshops.
Wir diskutieren anhand von Text- und Diskursbeispielen aus medialen und politischen Kontexten, wie diskriminierende, rechtspopulistische und fundamentalistische Argumentationsmuster sowie rhetorische Strategien formal, inhaltlich und funktional strukturiert sind und was diesen Mustern und rhetorischen Techniken entgegengesetzt werden kann.
Die Teilnehmenden werden zu schlüssigem Argumentieren angeleitet und mit guten Praktiken vertraut gemacht. Neben Verfahren der gewaltfreien Kommunikation und widerständigen Diskursintervention werden ihnen argumentative Regeln vermittelt.

Vorbereitung/Voraussetzung
Vor dem Kurs wird den Teilnehmenden ein Text zur Vorbereitung elektronisch zur Verfügung gestellt.

Zielgruppe
Interessierte

Hinweis
Im Anschluss an den Workshop findet das Podium „Populismus und Kulturpolitik“ um 18.00 Uhr im Bankettsaal der mdw statt. Beide Veranstaltungen sind Teil der Reihe "Populismus kritisieren".

Kursleitung
Ass.-Prof. Mag. Dr. Martin Reisigl, Angewandter Sprachwissenschaftler am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem die Argumentationsanalyse, die Analyse von politischer Kommunikation (insbesondere von nationalistischer und rechtspopulistischer Rhetorik) und der Zusammenhang von Sprache und Diskriminierung.

 

 

 

 

Podiumsdiskussion 
Kulturpolitik – Demokratie – Populismus

Kulturkämpferische Rhetorik, politische Angriffe auf Kulturschaffende und die Aushöhlung von Kunst- und Medienfreiheit prägen aktuelle kulturpolitische Auseinandersetzungen in verschiedenen europäischen Ländern. Kulturpolitik berührt grundlegend Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, der kulturellen Teilhabe, der Demokratie. In kulturpolitischen Debatten etwa um Fördermodelle oder Ressourcenverteilung stehen immer auch Fragen von Gleichheit und Freiheit sowie unterschiedliche Gesellschaftsbilder zur Diskussion. Ausgehend von Perspektiven aus Journalismus, Kulturarbeit und Wissenschaft lotet dieses Podium solche Zusammenhänge mit Fokus auf rechtspopulistische Argumentationen und Strategien aus. Am Beispiel der AfD und der Fidesz-Regierung in Ungarn thematisiert es kultur- und gesellschaftspolitische Positionierungen der Neuen Rechten sowie damit verbundene Formen des Demokratieabbaus. Was ist an diesen Politiken „populistisch“, woraus speisen sie sich, welches sind ihre Konsequenzen? Gleichzeitig interessieren gegenläufige kulturpolitische Tendenzen und Formen künstlerischer Kritik: Wie reagieren Kunst- und Kulturschaffende auf solche Angriffe und nationalistische Politiken? Was zeichnet eine inklusive, emanzipatorisch ausgerichtete Kulturpolitik aus?    

Mit: Katalin Erdödi, Peter Laudenbach, Rachel Mader und Monika Mokre
Moderation
Andrea Glauser, Kulturwissenschaft am IKM an der mdw, 
Therese Kaufmann, Forschungsförderung an der mdw

Katalin Erdödi ist freie Kuratorin und Dramaturgin mit Arbeitsschwerpunkten in sozial engagierter Kunst, experimenteller Performance und Kunst im öffentlichen Raum. Aktuell forscht sie in Anwendung partizipativer künstlerischer Ansätze zu soziopolitischen Transformationsprozessen im post-sozialistischen ländlichen Raum, mit einem Fokus auf Ungarn. Jenseits des Kunstfelds ist sie in Gruppen und Initiativen aktiv (u.a. Precarity Office Vienna, Sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntearbeiter*innen in Österreich), die sich mit den gegenwärtigen Überschneidungen von Prekarität, Migration und Arbeitskämpfen beschäftigen. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Peter Laudenbach, Berliner Theaterkritiker der Süddeutschen Zeitung, Kulturkorrespondent des Wirtschaftsmagazins brand eins, Mitglied der Jury des Berliner Theatertreffens 2014-2016. Veröffentlichte in der SZ u.a. Recherchen zum rechten Kulturkampf und Übergriffen auf Kultureinrichtungen und in der taz eine detaillierte Chronik rechter Übergriffe auf NS-Gedenkstätten. Letzte Buchveröffentlichung: An liebsten hätten sie veganes Theater, Interviews mit Frank Castorf 1996-2017 (Berlin 2017).

Prof. Dr. Rachel Mader ist Kunstwissenschaftlerin; seit September 2012 Leiterin des Forschungsschwerpunkts ›Kunst, Design & Öffentlichkeit‹ an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Sie studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Bern, Basel und Genf. 2009-2014 Projektleitung ›Die Organisation zeitgenössischer Kunst. Strukturieren, Produzieren und Erzählen‹ an der Zürcher Hochschule der Künste (erscheint 2021 bei diaphanes). Sie forscht und publiziert zu Kunst und Politik, Ambivalenz in der Kunst, künstlerische Selbstorganisation und Kulturpolitik, dem performativen Paradigma als neuer Form künstlerischer Forschung, feministischer Kunstgeschichte und dem Selbstverständnis von Kunsthochschule.

PD Dr. Monika Mokre, Politikwissenschaftlerin.Senior Research Associate am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Lehraufträge am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies der Universität für Musik und Darstellende Kunst, im Lehrgang »Cross-Disciplinary Strategies« der Universität für angewandte Kunst und an der Webster University Vienna. Forschungsschwerpunkte: Demokratietheorie, Kulturpolitik, Asyl- und Migrationspolitik, Kulturelle Übersetzung, Gender Studies.

 

 

 

 

Lectures/Panel discussion
Popular Music, Populism in Europe, and the Politics of Critique

This 35-minute presentation provides insight into an international research project on the nexus of contemporary popular music and populism in five European countries: Hungary, Italy, Austria, Germany, and Sweden. The project will be represented by the Hungarian (Emília Barna, Ágnes Patakfalvi-Czirják), Austrian (André Doehring, Kai Ginkel), and German (Mario Dunkel, Anna Schwenck) teams. The researchers wish to inspire a discussion with the audience by offering theoretical and methodological considerations and giving an impression of the intricacies and overall complexity of researching this vast phenomenon from a transnational perspective. Moreover, they would like to emphasize the importance of reflexive positionality in the practice of “critiquing” populism. The presentation will be followed by a 55-minute panel discussion.

With: Emilia Barna, Ágnes Patakfalvi-Czirják, André Doehring, Kai Ginkel, Mario Dunkel, Anna Schwenck
Moderation and organization:
Sarah Chaker, Institut für Musiksoziologie an der mdw
Ralf von Appen, Institut für Popularmusik an der mdw

 

Emília Barna (Budapest University of Technology and Economics): Emília Barna is a sociologist and popular music scholar. She is Assistant Professor at the Budapest University of Technology and EconomicsDepartment of Sociology and Communication, and head of the Cultural Industries MA specialization. She completed a Popular Music Studies PhD programme in 2011 at the University of Liverpool. Her main research areas music scenes and technology; the music industries and digitization; popular music and gender; and cultural labour. With Tamás Tófalvy, she has co-edited the books Made in Hungary: Studies in Popular Music(2017, Routledge) and Popular Music, Technology, and the Changing Media Ecosystem: From Cassettes to Stream(2020, Palgrave). She is a member of the International Association for the Study of Popular Music (IASPM) and the Working Group for Public Sociology “Helyzet”.

Ágnes Patakfalvi-Czirják (Budapest University of Technology and Economics): Ágnes Patakfalvi-Czirják is a sociologist-anthropologist. She is a Postdoc at the Budapest University of Technology and EconomicsDepartment of Sociology and Communication. She completed a Cultural Studies PhD programme at the University of Pécs, her main research areas are Hungarian nationalism, kin-state politics in CCE and everyday nationalism. Now she is working as a researcher in the European project “Popular Music as a Medium in the Mainstreaming of Populist Ideologies in Europe”.

André Doehring (Kunstuniversität Graz): André Doehring (Dr phil.) is professor for jazz and popular music studies and director of the Institute for Jazz Research at the University of Music and Performing Arts in Graz (Austria). He studied musicology and sociology and received his doctorate in musicology at the University of Gießen (Germany). He is chairman of the International Society for Jazz Studies (ISJ) and board member of the German Society for Popular Music Studies (GfPM). He has published widely on historiographies of popular music and jazz, analysis, and music and media and is recently co-editing Jazzforschung / Jazz Research.

Kai Ginkel (Kunstuniversität Graz): Kai Ginkel (Dr. phil.) is postdoc researcher at the University of Music and Performing Arts Graz (Austria) for the project “Popular Music and the Rise of Populism in Europe” (Volkswagen Foundation). He studied sociology, psychology, and political science and wrote his dissertation on noise music (Transcript 2017). Research interests: practice theory, qualitative methods, popular music, sound.

Mario Dunkel (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg): Mario Dunkel is Juniorprofessor(assistant professor) of music education at the Music Department of the Carl von Ossietzky University of Oldenburg, Germany. He holds a PhD in American studies from TU Dortmund University. His main research areas are music and politics, the history and practice of jazz, as well as transcultural music pedagogy. He is the principal investigator of the European research project “Popular Music as a Medium in the Mainstreaming of Populist Ideologies in Europe” (2019-2022, funded by the Volkswagen Foundation).

Anna Schwenck (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg): Anna Schwenck is a cultural sociologist and the sceintific coordinator of the transnational project “Popular Music and the Rise of Populism in Europe”. Within this framework she studies both the shift to the right in mainstream popular music in Germany and how new right-wing and populist coalitions, including those who reject these labels, use popular music at their events. For her PhD in sociology (Humboldt University Berlin) Anna researched the legitimacy of 'flexible authoritarianism', i.e. the inclusion of neoliberal logics into classic authoritarian government, among Russian pro-government youth from different ethnic backgrounds. As a cultural sociologist she is not only interested in the social and political meanings of culture, but also in the cultural foundations of the social and political.