Foto: Dieter Schnebel 1975 in Paris_Foto Philippe Gras Alamy Stock Photo

Dienstag, 27. November 2018, 20.00 Uhr
Theater Odeon
(1020, Taborstraße 10)
 

Harakiri

Es muss im Zuge irgendwelcher vermeintlicher Verbesserungen und Perfektionierungen passiert sein, dass die radikalen ästhetischen Ansätze der Musik der 1960er und 1970er Jahre weitgehend in Vergessenheit gerieten. Auf den letzten Metern des Festivals Wien Modern 2018 reicht das mdw Ensemble unter Leitung von Jean-Bernard Matter im Odeon noch eine diesbezügliche Erfrischung für HörerInnen von heute: «Harakiri» schrieb Nicolaus A. Huber rund 50 Jahre vor seinem am 02.11. uraufgeführten Orchesterwerk. Der damals 35-jährige Harrison Birtwistle zerschnitt seine «Verses» kurzerhand mit der Schere und klebte sie in Zufallsnachbarschaften zusammen. Cornelius Cardew und Dieter Schnebel schrieben dicke, rätselhafte Zauberbücher voller Zeichen und Zeichnungen anstelle von Partituren. Bruno Maderna ließ in «Giardino Religioso» die MusikerInnen wie beim Umhergehen in einem Garten ihren eigenen Weg durch die auf den Notenblättern verteilten Elemente frei wählen und verließ als Dirigent sein Pult, um sich als Mitspieler zu beteiligen – ein Plädoyer für gedankliche Freiräume.

Interpreten
Webern Ensemble Wien, Ensemble
Jean-Bernard Matter, Leitung


Programm
Dieter Schnebel: MO-NO. Musik zum Lesen (1969)
Nicolaus A. Huber: Harakiri (1971) EA
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Bruno Maderna: Giardino religioso (1972)
Cornelius Cardew: Treatise (1963-1968) Auszug
Sir Harrison Birtwistle: Verses for Ensembles (1968-1969)

Anmerkung
Produktion mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Wien Modern

 

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"Webern Ensemble goes to China"

Flughafen Shanghai.jpgAnkunft.jpgProbe.jpgEnsemble vor Plakat.jpgGruppenbild (2).jpgGruppenbild.jpgGruppenbild 3.jpgGruppe 2.jpgFelsen.jpgStadtführung.jpg

Donnerstag, 17.5. 2018: 12.00 Uhr

Elf junge MusikerInnen, das „Webern Ensemble", versammelten sich gemeinsam mit ihrem Dirigenten Jean-Bernard Matter am Flughafen Wien, um auf ein musikalisches Abenteuer in „das Reich der Mitte" aufzubrechen. Nach einem langen und mühsamen Check-in hatten wir die erste Hürde überwunden und unserer Reise nach Shanghai stand nichts mehr im Wege. Gemeinsames Plaudern, regelmäßiger Nahrungsmittelkonsum, Lesen, Spielen und Schlafen halfen uns, die doch etwas längere Flugzeit zu „verkürzen" und die Vorfreude auf das musikalische Projekt in Shanghai stieg mit den nach und nach zurückgelegten Flugkilometern. Freudig und erwartungsvoll wurden wir schließlich am Flughafen in Shanghai von unseren Guides in Empfang genommen und sicher ins Hotel gebracht. Kaum dort angekommen versammelten wir uns auch schon im Konservatorium, um uns zu akklimatisieren und die Probenarbeit fortzusetzen. (Laut Jean-Bernard Matter ist ein sofortiges Proben nach Ankunft besonders wichtig, um gegen den Jetlag anzukämpfen bzw. vorzubeugen).

Schnell hatten wir uns an die neue Umgebung gewöhnt, wodurch sich die Motivation in allen von uns noch steigerte. Die Begeisterung löste regelrechtes Funkeln und Strahlen in unseren Augen aus. Die Zusammenarbeit mit den chinesischen Komponisten, allen voran Tristan Murail, Gastprofessor des Shanghaier Konservatoriums, deren Kompositionen wir zur (Erst-)Aufführung bringen durften, stellte sich als absolute Bereicherung für uns heraus. Gemeinsam mit den Komponisten wurden die schon in Wien geprobten Stücke verfeinert, wodurch tolle Interpretationen der einzelnen Werke entstanden.

Unser Aufenthalt in Shanghai blieb jedoch nicht nur bei der Musik: Auf uns wartete neben der Probenarbeit auch ein buntes und spannendes Rahmenprogramm, wie zum Beispiel der Besuch im wunderschönen Yu-Garden, eine Stadtbesichtigung und ein Abstecher im Financial Center (wo wir die nebelige, smoky Aussicht eines 500m hohen Skyscraper genießen durften- ein Blick ins „Nichts") . Noch bunter wurde unsere Reise durch das Eintauchen in die chinesische Kunst und Kultur, wo wir die Möglichkeiten hatten, einen Blick auf die chinesische Kalligraphie und die traditionellen chin. Instrumente zu werfen und sie auch selbst auszuprobieren. Zudem wurde auch das Nachtleben in Shanghai erprobt, wodurch der Spaß definitiv nicht zu kurz kam.

Die Tage vergingen wie im Flug und die wunderschöne und erlebnisreiche Woche neigte sich dem Ende zu - doch noch standen die Highlights unserer Reise bevor: ein Konzert im Konservatorium in Shanghai und ein Konzert in der Shanghai Symphony Orchestra Hall. Schließlich wurde die intensive und erfolgreiche Probenarbeit mit zwei gelungenen Konzerten belohnt und die elf MusikerInnen unter der Leitung von Jean-Bernard Matter konnten glücklich, entspannt und reich an neuen Erfahrungen die Heimreise antreten.

Durch die zahlreichen Erlebnisse, die wir während der Reise erleben durften und die vielen neuen Freundschaften die geknüpft wurden, wird uns diese Tournee mit Sicherheit immer in sehr guter Erinnerung bleiben! (Elnaz Behkam/Petra Liedauer)

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Schwerpunkt Bernhard Lang

Montag, 18. Juni Portrait-Konzert Bernhard Lang I
Arnold Schönberg Center / Eintritt frei

18.00 Uhr Komponistengespräch mit Daniel Ender und Bernhard Lang

19.30 Uhr Portrait-Konzert Bernhard Lang

 

Anton Webern
Quartett op.22 für Klarinette, Saxophon, Violine und Klavier
Ayaka Matsudomi (Klarinette), Martina Stückler (Tenorsaxophon)
Anna Dirnberger (Violine), Eriko Muramoto (Klavier)

Bernhard Lang     
Modern Monsters kleine Stücke für Violoncello und Klavier (1990)
Irini Liu (Violoncello), Luca Lavuri (Klavier)

Monadologie XVI ‚Solfeggio’ für Flöte Solo (2011)
Yifeng Zhu (Flöte)

Intermezzo Nr.1,2,3 für Klavier Solo (2015-16)
Eriko Muramoto, Kimiko Krutz, Luca Lavuri

Monadologie XXXII „The cold Trip“ pt.I, nach Schuberts Winterreise für  Stimme und Gitarrenquartett (2014)
Mezzo-Sopran: Cosima Büsing

Sara Gregorič und Tizoc Janak Romero Chavero (Gitarre), Martin Škubal (Westerngitarre), Josip Sustic (Bassgitarre)

 

Kooperation Arnold Schönberg Center und Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

 

 

Dienstag, 19.Juni Portrait-Konzert Bernhard Lang II    Live Stream
Joseph Haydn-Saal / Eintritt frei

18.00 Uhr Portrait-Konzert Bernhard Lang
 

DW 5 für 14 Instrumente und Bandzuspielung (2000)

Monadologie XXXII „The cold Trip“pt.I, nach Schuberts Winterreise für  Stimme und Gitarrenquartett (2014)

Monadologie VII „for Arnold“ für Kammerorchester (2009)

Mezzo-Sopran: Cosima Büsing
 

Webern Ensemble Wien Leitung:
Jean-Bernard Matter, Jaime Wolfson, Gunter Schneider