23. und 24. April 2026
Masterclass mit dem
Flötisten Matteo Cesari (Italien/Frankreich)
Die Rolle des Interpreten im 21. Jahrhundert –
Fokus auf Salvatore Sciarrino
Die Meisterklasse wird sich mit Aspekten der Musikinterpretation im 21. Jahrhundert befassen und Partituren einiger der interessantesten lebenden Komponisten analysieren und interpretieren, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Aufführungspraxis des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino (*1947), der die interpretative Komposition für bestimmte Instrumente revolutioniert hat. Durch die Begegnung mit einem direkten Interpreten dieses spezifischen Repertoires können die Studierenden neue Interpretationsansätze vertiefen und Klarheit über die Aufführungspraxis des zeitgenössischen Repertoires gewinnen.
Am 23.4. findet eine Lecture-performance zum Repertoire für Flöte in der zeitgenössischen Musik und deren Aspekte, insbesondere zu einigen Themen im Zusammenhang mit den verschiedenen Partituren, wie beispielsweise den interpretatorischen Entscheidungen und dem Prozess der kreativen Zusammenarbeit mit den Komponisten.
Die Teilnahme an der Masterclass ist solitisch und kammermusikalisch möglich.
Anmeldung mit der Angabe von Wunschdatum, Uhrzeit (Timeslots Solo: 1h, Kammermusik: 1,5h), Besetzung (Name/n und Instrument/e)
bitte bis spätestens 10. April an: gabbrielli@mdw.ac.at
Wenn Sie an der Lecture-Performance teilnehmen möchten, bitte auch angeben.
Matteo Cesari ist ein international tätiger Flötist, dessen Karriere ihn auf die größten Bühnen der Welt geführt hat – darunter die Philharmonie de Paris, der Pierre Boulez Saal (Berlin), die Elbphilharmonie (Hamburg), das Teatro Colón (Buenos Aires), der Musikverein (Wien) und das Barbican Centre (London). Bekannt für die Ausdruckskraft und Präzision seines Spiels, hat er sich als eine der führenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Flöte etabliert.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Komponisten hat er ein umfangreiches Solorepertoire entwickelt. Seine Arbeit entfaltet sich im kontinuierlichen Dialog mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Salvatore Sciarrino, Georges Aperghis, Alberto Posadas, Philippe Manoury, Pierluigi Billone und Brian Ferneyhough sowie mit einer besonders kreativen jüngeren Generation, darunter Bára Gísladóttir, Sara Glojnarić, Sarah Nemtsov und Eva Reiter. Durch diese Kooperationen trägt er direkt zur Weiterentwicklung der Sprache der Flöte und zur Entstehung einer neuen Instrumentalästhetik bei.
Seine Diskografie umfasst rund zwanzig Aufnahmen (Kairos, Wergo, B Records, Stradivarius, Alpha), darunter ein Sciarrino gewidmetes Monografiealbum, das für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde. Als innovativer Künstler entwickelt er derzeit ein neues Repertoire für verstärkte Kontrabassflöte und elektronische Setups und ist auch als Dirigent tätig – insbesondere beim ManiFeste Festival (IRCAM), wo er Werke von Posadas, Momi, Glojnarić und Fizzarotti dirigiert hat.
Er hat einen PhD in Musik (CNSMDP / Sorbonne), unterrichtet am IRCAM / Pôle Sup’93 und wirkt regelmäßig an internationalen Akademien mit. An der Schnittstelle zwischen Performance und musikalischem Denken verfolgt er einen authentischen Ansatz als Interpret und Forscher, der Analyse, instrumentale Experimente und technologische Innovation miteinander verbindet. Seine Praxis verbindet Kreation, Pädagogik und Forschung und macht die Performance zu einem Raum der Erforschung, Weitergabe und kontinuierlichen Erneuerung des zeitgenössischen Repertoires.
Die Meisterklasse findet in Zusammenarbeit mit dem
Italienischen Kulturinstitut in Wien statt.
