Erinnerungsort Ludwig van Beethoven: Theater an der Wien


Laufzeit: 2018–2020
Projektleitung: Melanie Unseld
Projektmitarbeiterin: Julia Ackermann

Kooperationspartner: Theater an der Wien
Finanzierung: Stadt Wien/MA 7

Jubiläumsjahre dienen als Anlass, erinnernd tätig zu werden. Warum begeht man mithin ein „Beethoven-Jahr“? Würde Beethoven und seine Musik vergessen, wenn 2020 nicht sein 250. Geburtstag gefeiert würde? Wohl kaum. Offenbar erinnern wir in diesem Fall nicht gegen das Vergessen, sondern für uns: als Vergewisserung. Es scheint daher sinnvoll zu sein, Gesellschaften beim Sich-Erinnern zuzuschauen. Was passiert beim Erinnern? Wie ereignet sich das Beethoven-Gedächtnis? Was macht es mit der gegenwärtigen Gesellschaft?

Anlässlich des Beethoven-Jahres 2020 liegt es nahe, sich derjenigen Orte in Wien zu vergewissern, die mit Ludwig van Beethoven in Beziehung stehen. Musikergedenkstätten aller Art im kulturellen Bewusstsein zu halten, gehört, nicht nur in Wien, seit dem frühen 19. Jahrhundert zu den Konstanten der musikalischen Erinnerungskultur. Sie bedarf allerdings einer genauen Konturierung und Aktualisierung: Es geht nicht allein darum, zu benennen, dass Beethoven im Theater an der Wien Akademien abhielt, Fidelio für dieses Haus konzipierte und komponierte, zeitweise dort auch wohnte, vielmehr geht es um eine umfassende Auseinandersetzung mit den materialen, sozialen und mentalen Dimensionen des Erinnerungsortes Theater an der Wien. Dazu gehören die Bedingungen des Theaterbetriebes, seine AkteurInnen, das Selbstverständnis des „Vorstadttheaters“ in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts, die Möglichkeiten und Hindernisse künstlerischer Arbeit ebenda, aber auch die Fragen, wie nach Beethovens Weggang das Theater mit dem Selbstverständnis und Außenbild des Beethoven-Erbes umgegangen wurde.