Wissenschaftszentrum
Arnold Schönberg und die Wiener Schule


Seit
Oktober 2016 ist das Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg und die Wiener Schule am Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung (IMI) angesiedelt und stellt u.a. eine institutionelle Verbindung zwischen dem Arnold Schönberg Center und der mdw dar.
Gegenstand des Wissenschaftszentrums ist die "Wiener Schule" als eine die Musik des 20. Jahrhunderts nachhaltig und weltweit prägende Erscheinung.

Spezielle Lehrveranstaltungen dienen der Vermittlung des aktuellen Forschungs- und Wissenstands zu Theorie und Praxis, historischen Voraussetzungen und Wirkungen der Musik der "Wiener Schule". Auf der Grundlage eines engen Kooperationsver­hält­nisses zum Arnold Schönberg Center Wien liegt ein besonderer Aspekt auf dem Schaffen und der Rezeption dieses Komponisten.

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Mitarbeiter*innen
 

Leitung:

Univ.-Prof. Mag. Dr. Nikolaus URBANEK
 

Projektmitarbeiter*innen:

MMag.a Katharina BLEIER

Clara Maria BAUER, M.A.

Mag.a Dr.in Therese MUXENEDER

Lukas SEIFRIED, B.A.

 

Lehrende im Studienjahr 2019/20:

Eike FEß, M.A. (Wintersemester)

PD Dr. Ulrich KRÄMER (Wintersemester)

 

 

Aktuelles

Peter Andraschke ✝

Am 25. März 2020 ist Univ.-Prof. Dr. Peter Andraschke in seiner Wohnung in Perchtoldsdorf gestorben. Als „Schönberg“-Professor der Jahre 2005–2008 folgte er Christopher Hailey (1999–2003), der diese Gastprofessur noch am selbständigen „Arnold-Schönberg-Institut“ innehatte, und Elmar Budde (2003–2005), der diese Funktion nach der Universitätsreform von 2002 am nachfolgenden „Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg“ des „Instituts für Musikalische Stilforschung“ einnahm. In seinen insgesamt 10 Seminaren behandelte Andraschke damals u. a. Themen wie „Verklärte Nacht. Zwischen Tonalität und Atonalität: Kompositionen auf Texte von Richard Dehmel und Georg Trakl“, „Ein Überlebender aus Warschau. 60 Jahre Kriegsende: Musik gegen Krieg und Unterdrückung“, „Die Wiener Schule und die Bearbeitungspraxis um 1900“, „Der Volkston in der Musik der Wiener Schule“ oder „Programmatische Elemente in der Musik der Wiener Schule“.

Peter Andraschke wurde am  1. Dezember 1939 in Bielitz (Bielsko) geboren, studierte Schulmusik und Musikwissenschaft in München (u. a. bei Thrasybulos G. Georgiades), Berlin sowie zuletzt in Freiburg im Breisgau (u. a. bei Hans Heinrich Eggebrecht), wo er 1973 mit der Arbeit „Gustav Mahlers IX. Symphonie. Kompositionsprozeß und Analyse“ promoviert wurde (gedruckt als Beiheft Nr. 14 zum „Archiv für Musikwissenschaft). 1969 bis 1982 war er wissenschaftlicher Assistent an der Freiburger Universität und habilitierte sich dort 1982 mit der Schrift „Folklore und außereuropäische Kunstmusik in Kompositionen der Avantgarde im 20. Jahrhundert“. Einigen Jahren als Dozent und Lehrstuhl-Vertreter folgte 1986 bis 1988 die Mitarbeit im Forschungsprojekt „Antike in der Moderne“ der VW-Stiftung, ehe Andraschke August 1988 zum Professor für Musikgeschichte an der Universität Gießen berufen wurde, welche Funktion er bis März 2005 innehatte. Weiters war er von 1998 bis 2011 Vorsitzender der Fachkommission Musikforschung im Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat. Bis zuletzt Referent bei internationalen Fachkongressen, hat er noch kurz vor seinem Tod sein Referat für das heurige Symposion beim Musikfestival Ljubljana (Laibach) fertiggestellt und für die Simultan-Übersetzung abgeschickt. Das „einschlägige“ Thema: „Die Operette in den Schriften Arnold Schönbergs“.

Angesichts seiner Expertise vor allem bezüglich der Musik des 20. (und 21.) Jahrhunderts, aber auch zu „musikalischer Analyse“, Musikfolklore sowie zum Verhältnis von Dichtung und Musik war Andraschke einer der „präsentesten“ Referenten in den insgesamt 27 Begleit-Kongressen (1989–2015) des Institutes für Musikalische Stilforschung zum Festival „Wien Modern“; in den bislang vier erschienenen Sammelbänden ist er mit Artikeln zu John Cage, Hans Werner Henze, Heinz Holliger, Charles Ives, Mauricio Kagel, Ernst Krenek, Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen und Isang Yun vertreten. – Andere Symposien, vor allem in Deutschland und Slowenien, bereicherte er mit Beiträgen über (u. a.) Cristóbal Halffter, Klaus Huber, Darius Milhaud und Wolfgang Rihm sowie immer wieder über Gustav Mahler, Anton Webern und Alexander Zemlinsky. Die Breite seiner wissenschaftlichen Arbeit wird darüber hinaus durch (vor allem analytische) Arbeiten über Werke von Jacobus Gallus, Ludwig van Beethoven, Felix Draeseke, Carl Loewe, Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Reger oder Hugo Wolf dokumentiert.

Schließlich müssen, um noch einmal auf seine Präsenz in unserer Universität zurückzukommen, sowohl Andraschkes Beiträge in den Symposien des genannten Institutes zu Emigration, Exil und Holocaust erwähnt werden, wo er sich vor allem Viktor Ullmanns annahm, als auch seine Referate in den Schönberg-Symposien, die ebenfalls in den jeweiligen Sammelbänden nachzulesen sind. – Der Unterzeichnende dankt ihm persönlich noch speziell für seinen geradezu liebevollen Beitrag in seiner Festschrift „Wiener Musikgeschichte“: „,Weil i a alter Drahrer bin‘. Über einige Facetten des Wiederliedes und seiner Rezeption“. Auch hier werden „einschlägige“ Komponisten betrachtet: Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Friedrich Cerha und Gerhard Rühm; und Peter Hammerschlag deckt sowohl die Literatur als auch das Thema „Holocaust“ ab.

2007 war Peter Andraschke nach Perchtoldsdorf übersiedelt, seine „alte Liebe“ seit uralten Zeiten. Und so konnte er bis zuletzt seine Hauptforschungsarbeit im Arnold Schönberg Center durchführen, das ihm zu seiner dritten wissenschaftlichen Heimat geworden ist.

Hartmut Krones

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Veranstaltungen

 

Schoenberg Lectures

Vortragsreihe des Wissenschaftszentrums Arnold Schönberg und die Wiener Schule


» Nähere Informationen und Rückblick

 

Arnold Schönberg Symposium

17.–19. Oktober 2019

Themenschwerpunkt des diesjährigen Symposiums ist das Skizzieren in der Wiener Schule. Im Zentrum stehen Kompositionsskizzen von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern aus der Übergangszeit um 1908/09 sowie der Frühphase der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen in den Jahren 1921 bis 1924.

Kooperation Arnold Schönberg Center und Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg und die Wiener Schule am Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

» Programm und weitere Informationen

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Aktuelle Lehrveranstaltungen (Wintersemester 2019)

 

Seminar: Aufführungspraxis der Wiener Schule. Grundlagen, Quellen, Kontexte

Vortragender: Eike Feß

Termine:
FR 4. Oktober, 10.00 – 11.30 Uhr; Einführungssitzung

FR 11. / 25. Oktober
FR 08. / 15. / 29. November
FR 13. Dezember
jeweils 10.00 – 13.00 Uhr

Der Begriff »Wiener Schule« steht nicht nur für eine kompositorische Positionsbestimmung, sondern ist mit einer für alle Bereiche der Musik gültigen Grundhaltung verbunden. Schöpfung und Nachschöpfung sind dabei unterschiedliche Wege, eigene wie fremde musikalische Gedanken für den Hörer nachvollziehbar zu machen. Nach einer kurzen Einführung zur Musik der Wiener Schule widmet sich das Seminar Methoden, musikalische Interpretation zu beschreiben. Darauf aufbauend wird Aufführungspraxis auf Basis von Texten und Quellen aus dem Umfeld der Wiener Schule sowie historischen und aktuellen Aufnahmen diskutiert.

Ort: Arnold Schönberg Center |1030 Wien, Schwarzenbergplatz 6 (Eingang Zaunergasse 1-3)

 

Seminar: Schönbergs Werkzeugkasten: Dodekaphone Hilfsmittel als Schlüssel zum Werk?

Vortragender: Ulrich Krämer

Termine:
DO 17. Oktober, 10.00 – 11.30 Uhr; Vorbesprechung

DO 07. / 14. November
DO 05. / 12. Dezember
DO 09. / 06. Jänner
jeweils 10.00 – 13.00 Uhr

Schönberg hat für seine zwölftönigen Werke auf eine Vielzahl unterschiedlicher, teils aufwendig konstruierter Hilfsmittel zurückgegriffen, die ihm vordergründig den Umgang mit der jeweiligen Zwölftonreihe während des Kompositionsprozesses erleichtern sollten. Das Seminar widmet sich der Frage, ob und inwieweit sich Rückschlüsse von der Funktionalität dieser Hilfsmittel auf die Struktur der jeweiligen Komposition ziehen lassen. Zu diesem Zweck sollen einige exemplarisch ausgewählte Zwölftonwerke Schönbergs analysiert und zu den entsprechenden Artefakten aus dem Archiv des Arnold Schönberg Centers ins Verhältnis gesetzt werden.

Ort: Arnold Schönberg Center |1030 Wien, Schwarzenbergplatz 6 (Eingang Zaunergasse 1-3)

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Forschungsprojekte

 

» Projekt: Arnold Schönbergs Korrespondenz mit der Universal Edition, 19021951

» Projekt: Arnold Schönbergs Korrespondenz mit dem Verlag Dreililien, Berlin 1903–1933

» Projekt: Werbemaßnahmen der Universal Edition für das Werk Arnold Schönbergs

» Projekt: Brief-Datenbank Universal Edition

 

 

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