Archivalie des Monats


„Johann Strauss Festschrift zu den Wiener Festwochen“, 02.06.-16.06.1929

von Carmen Rosenkranz

Aufbau, Inhalt und Illustration von Festschriften wie dieser, geben nicht nur Auskunft über das Programm der Veranstaltung, sondern auch über die Intentionen der Veranstalter, der in diesem Fall die Stadt Wien ist. Das „Rote Wien“ stellt sich hier als traditionsbewusst und modern vor: als eine „gemütliche“ Stadt der „Walzerseligkeit“,  aber auch als eine moderne Metropole, in der  Sport, Film und industrielle Innovationen Einzug gehalten haben. Wien präsentiert sich als idealer Ort für eine selbstbewusste Arbeiterschaft sowie als Fremdenverkehrsdestination. Das Heft ist sowohl an die Bewohner, als auch an potentielle Gäste gerichtet, es ist gleichzeitig Programm- und Propagandaheft.

Die Festwochen dieses Jahres standen im Zeichen von Johann Strauss: Zum einen fanden Feierlichkeiten zu Ehren des 30. Todestages von Johann Strauss Sohn statt und zum anderen wurde auch dem 80. Todestag von Johann Strauss Vater gedacht.

Aufgrund der außerordentlichen Anzahl an Beiträgen in der Festschrift wird deutlich, dass mit dem Festzug der Gewerbe am 09.06.1929 ein herausragendes Ereignis geplant war, wo sich unter der Leitung des Tanzpädagogen, Choreografen und Theoretikers Rudolf Laban ca. 10.000 Gewerbetreibende, Meister und Gesellen mit großen Festwägen vom Wiener Rathaus bis zum Prater bewegten. Für den Festzug wurde eigens Musik komponiert, welche durch Lautsprecher, die auf Wägen montiert waren, auf den Straßen Wiens erklangen.

Die vorliegende Archivalie zeigt nicht nur den Aufbau des Festzuges und einige Wagenskizzen, sondern bringt auch einen Text von Rudolf Laban selbst, Texte über Johann Strauss, die Stadt Wien sowie einen Text, der die politische Absicht des Zuges beschreibt. 

 

 



Archivpraktikum: Präsentation der Ergebnisse

Im Sommersemester 2019 fand ein Archivpraktikum unter der Leitung von Christian Glanz als Angebot im Studienplan Musikerziehenung statt. Die folgende Präsentation gibt einen kleinen Einblick in die bearbeiteten Archivalien.