Veranstaltungen (2008)

Buchpräsentation
26.02.2008, Instituto Cervantes/Spanisches Kulturinstitut
Prof. Dr. Hartmut Krones und Dr. Susana Zapke präsentieren das Buch
Susana Zapke (ed.) Hispania Vetus. Musical-Liturgical Manuscripts: From Visigothic Origins to the Franco-Roman Transition, 9th-12th Centuries. Bilbao: Fundación BBVA, 2007. Details

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Ringvorlesung des Instituts zu Joseph Haydn
WS 2008/09

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IM SCHATTEN DES KUNSTWERKS II
Theorie und Interpretation des musikalischen Kunstwerks im 19. Jahrhundert
24.–26. April 2008
Internationaler Kongress für Musiktheorie Wien 2008

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„MODE MYTHOS WISSENSCHAFT: Historische Aufführungspraxis im Spannungsfeld“
24.–26. Jänner 2008
mode-mythos-wissenschaft.pdf

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Wiener Theoriegespräche 7
Freitag, 18. Jänner 2008
Siegfried Mauser (München): „Neue Musik und Ästhetik“

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IM SCHATTEN DES KUNSTWERKS II
Theorie und Interpretation des musikalischen Kunstwerks im 19. Jahrhundert

Internationaler Kongress für Musiktheorie Wien 2008
24.-26. April 2008 Joseph Haydn-Saal und Fanny Hensel-Mendelssohn-Saal

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Eröffnung Donnerstag, 24. April, 11 Uhr, Joseph Haydn-Saal
Eröffnungsvortrag Peter Gülke (Berlin):

Schwierige Rückwege

Ein Plädoyer gegen bequeme Selbstverstandlichkeiten im Umgang mit klassischer und romantischer Musik.
Musik: Collegium Musicum des Joseph Haydn Instituts, Leitung Ingomar Rainer

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Eröffnung der Ausstellung zum Kongress: Donnerstag, 24. April, 19 Uhr, Bibliothek 3, Lothringerstr. 18
Kammermusikkonzert, 20 Uhr, Joseph Haydn-Saal

Lehrende und Studierende des Joseph Haydn-Instituts, Leitung Ingomar Rainer

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Das unbekannte 19. Jahrhundert
Vorträge von

Manfred Angerer (Wien), Klaus Aringer (Graz), Otto Biba (Wien), Clive Brown (Leeds),Thomas Dézsy (Wien), Martin Eybl (Wien), Stefan Hanheide (Osnabrück), Thomas Kabisch (Trossingen), Martin Kapeller (Wien), Reinhard Kapp (Wien), Birgit Lodes (Wien), Ingomar Rainer (Wien), Albrecht Riethmüller (Berlin), Gesine Schröder (Leipzig), Axel Schröter (Weimar), Matthias Thiemel (Freiburg), Dieter Torkewitz (Wien), Haruka Tsutsui (Kyoto), Hans Winking (Köln)
 

Wer könnte sich heute ein Konzertleben ohne die Musik des 19. Jahrhunderts " ohne die Meisterwerke eines Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Bruckner und anderer " vorstellen? Nicht nur in Wien, sondern weltweit?

Zur Präsenz dieser Komponisten im Konzertbetrieb und in den Medien aller Art ist " im Zeitalter der totalen Verfügbarkeit von Informationen " eine parallel hierzu verlaufende permanente diskursive Komponente hinzugetreten: kaum ein musikalisches Ereignis von Bedeutung, was nicht vielfältiger reflexiver Würdigung im Nach- wie Vorhinein unterliegt, von Konzert- oder Opernbesprechungen in Fachzeitschriften bis herunter zum Boulevardblatt, von Rundfunkfeatures bis hin zu wissenschaftlichen Symposien. Die musikalischen Kunstwerke haben eine ungebrochene Strahlkraft, und in ihrem Schatten haben sich zahlreiche Aktivitäten reflektierenden Umgangs mit ihnen entwickelt.

Eine Spielart dieses Reflektierens betrifft die sog. Musikalische Aufführungs- oder Interpretationspraxis. Was die 'Alte Musik' anlangt " die Musik bis zum 18. Jh. " so hat sich seit längerem eine entsprechende und äußerst aktive Szene etabliert. Ebenso gibt es zur musikalischen Interpretation im 20. Jahrhundert " wie beispielsweise zur Aufführungslehre der Wiener Schule " eine Fülle von Publikationen.

Seltsamerweise wurde die Interpretations- und Aufführungspraxis der Musik im 19. Jahrhundert theoretisch bisher kaum reflektiert. Dies mag einerseits an der komplizierten Quellenlage liegen, andererseits an den " im Vergleich zum 20. Jahrhundert " fehlenden Tondokumenten. Wir wissen zwar, dass Mendelssohn bei der legendären Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion 1829 alles andere als textgetreu sich verhielt, dass Schumann, Brahms, Liszt, Wagner, Mottl oder Reger eine Aktualisierung älterer Musik durch teilweise höchst eigenartige Bearbeitungen erstrebten. Oder wir wissen aus zeitgenössischen Berichten, dass die großen InterpretInnen des 19. Jahrhunderts sich beispielsweise in Tempofragen " gemessen an heutigen Gepflogenheiten " ganz anders verhielten. Doch woher nehmen wir die Sicherheit, dass die Auffassungen eines Simon Rattle oder Lang Lang " um nur zwei heutige Leitfiguren zu nennen " den damaligen Intentionen der Komponisten entsprechen? Natürlich geht es nicht um die naive Forderung, eine Musik von früher künftig so aufzuführen, wie es damals war. Ziel des Kongresses ist vielmehr, den Hintergründen von heute vergessenen, verschütteten Musikauffassungen im 19. Jh. nachzuspüren, sie wieder bewusst zu machen und mit späteren zu konfrontieren. Die Thematik wird dabei auf doppelte Weise behandelt. Wissenschaftlich untersucht werden einzelne, wichtige Aspekte der Interpretations- und Aufführungspraxis, in Rückkoppelung mit dem Quellenbefund. Zweitens werden " unter Ausschöpfung der an der Wiener Musikuniversität vorhandenen Ressourcen " selten gespielte Musikwerke sowie 'historische Interpretationen' von Lehrenden und Studierenden dargeboten. Diese Kombination von aufeinander bezogener wissenschaftlicher und künstlerischer Reflexion könnte eine besondere Facette dieses Kongresses sein. Weiters ist eine begleitende Ausstellung von Dokumenten zur Kongressthematik in der Bibliothek der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien vorgesehen. (DT)


Veranstalter:

  • Institut für Analyse, Theorie und Geschichte der Musik
  • Joseph Haydn Institut
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
  • in Verbindung mit dem Verein für Theorie und musikalische Interpretation
  • gefördert durch das BM_WF und die STADT WIEN, in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien