Proletarische Stimmen: Emotion und Tradition in der österreichischen Abeitermusikbewegung

 

Projektleitung: Golan Gur
Laufzeit: 2020–2022
Finanzierung: FWF (Lise-Meitner-Programm)


Kurzbeschreibung

Das Projekt beschäftigt sich mit der Geschichte der Musik in der österreichischen Arbeiterbewegung, mit besonderem Fokus auf die Jahre 1919 bis 1934. Ziel des Projekts ist es, das Verhältnis von Musik und Politik in der österreichischen Arbeiterbewegung dadurch neu zu interpretieren, indem die oft ambivalenten Rollen von Emotion und Tradition in den Vordergrund gestellt werden. Die Forschung orientiert sich an folgenden Fragen: Welche Formen der emotionalen Expressivität in der Musik wurden von Vertretern der österreichischen Arbeiterbewegung genutzt oder favorisiert? Wie haben Politik und Ideologie der Arbeiterbewegung die Rezeption bereits vorhandener Musiktraditionen, wie z.B. Volkslieder, klassische und moderne Musik, geprägt? Und schließlich, welche sozialen und politischen Bedeutungen, die über die von den sozialistischen Parteiführern offiziell vorgebrachten hinausgehen, wurden durch die Musik der Arbeiterbewegung ausgedrückt? Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen werden die komplizierten Prozesse bei der Konstruktion kultureller Werte und Identitäten durch musikalische Bildung, Musikaufführungen und Musikwahrnehmung untersucht.

Wesentliche Untersuchungsobjekte des Projekts sind Materialien aus dem IMI-Archiv, im Besonderen der Nachlass des Arbeitergesangsvereins "Freie Typographia" und die Kompositionen Josef Scheus (1841–1904), der durch seine Initiativen als Chorleiter, Musikkritiker, Musikpolitiker und Komponist prägende Impulse für die Arbeiter(musik)bewegung setzte.


Weitere Details zum Projekt finden Sie auf dieser Seite sukzessive ergänzt.