TODAS in Bildern – Ein kurzer Foto-Bericht

Anfang Mai ging das wissenschaftlich-künstlerische Festival TODAS. Lateinamerikanische Musikerinnen* in Wien. Konzerte, Vortrag, Dialoge an der mdw im vollen Fanny-Hensel-Saal über die Bühne. An zwei Nachmittagen und Abenden hörten wir unterschiedlichste Musik aufgeführt von lateinamerikanischen Musikerinnen aus Wien und gewannen spannende Einblicke in akademische Diskurse und Herausforderungen und Wünsche der Musikerinnen. Das Event zeigte eindrücklich die künstlerische Exzellenz der Performerinnen, aber auch die Notwendigkeit, die Lebensrealitäten von lateinamerikanischen Musikerinnen in der Diaspora zu beachten und vertiefend zu erforschen.

Das Festival war eine Kooperation des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie mit dem Music and Minorities Research Center und dem Kulturverein Opera Trip und wurde organisiert von Ass.Prof. Dr. Anja Brunner und Sängerin und Aktivistin Gabriela Dossow Ponce. Es war ein Ergebnis des Forschungsprojektes Reverse Ethnomusicology: Migrant Musicians as Researchers (2023–2026; FWF 10.55776/TAI724).

Nach der Eröffnung durch die Organisatorinnen sowie einleitenden Worten von Javier Silvestrini (IVE), Ursula Hemetek (MMRC) und Natalia Hurst (Opera Trip) startete das Festival mit einer Keynote von Ethnomusikologin Syndey Hutchinson über Feminismus und Musik in der Dominikanischen Republik. Hutchinson näherte sich über die Figur der tígueras, weibliche Tiger, und dem dazugehörigen Aktivismus tígueraje dem Potenzial von Musikschaffen in einem „Feminismus von unten.“ Anhand zahlreicher Musikbeispiele unterschiedlicher Generationen und Zeiten, bis zurück ins frühe 20. Jahrhundert, zeichnete Hutchinson eine überzeugende komplexe Geschichte des feministischen Aktivismus durch und in Musik in der Dominikanischen Republik.

Organisatorin Gabriela Dossow Ponce

Organisatorin Gabriela Dossow Ponce

Organisatorin Anja Brunner

Organisatorin Anja Brunner

Javier Silvestrini, Leiter der Abteilung für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie

Javier Silvestrini, Leiter der Abteilung für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie

Ursula Hemetek, Leiterin des Forschungszentrums für Musik und Minderheiten

Ursula Hemetek, Leiterin des Forschungszentrums für Musik und Minderheiten

Natalia Hurst, Leiterin des Kulturvereins „Opera Trip“

Natalia Hurst, Leiterin des Kulturvereins „Opera Trip“

Sydney Hutchinson, Ethnomusikologin, Hauptrednerin

Sydney Hutchinson, Ethnomusikologin, Hauptrednerin

Sydney Hutchinson, Ethnomusikologin, Hauptrednerin

Sydney Hutchinson, Ethnomusikologin, Hauptrednerin

Sydney Hutchinson, Ethnomusikologin, Hauptrednerin

Sydney Hutchinson, Ethnomusikologin, Hauptrednerin

Die musikalischen Acts des ersten Abends starteten mit der multimedialen Opernperformance Opera Triptychon: Quarantäne-Geschichte einer Frau von Natalia Hurst. Hurst stellt in ihrer Arbeit Werke aus der Welt der klassischen Musik in einen neuen Kontext, so auch in dieser Performance: Live gesungene Arien aus Opern von W.A. Mozart, G. Puccini und G. Verdi verwebte Hurst mit einer Video-Performance und Schauspiel, um die Komplexität der Realität von Frauen, speziell Künstlerinnen, in der Zeit der Corona-Pandemie zu thematisieren. Gewalt gegen Frauen wird dabei ebenso relevant wie die Einsamkeit dieser Zeit.


Natalia Hurst, Opera Triptychon

Natalia Hurst, Opera Triptychon

Natalia Hurst, Opera Triptychon

Natalia Hurst, Opera Triptychon

Natalia Hurst, Opera Triptychon

Natalia Hurst, Opera Triptychon


Der zweite Act des Abends war das Quintett der Saxophonistin Laura Valbuena. Dieses hervorragende Ensemble besteht neben dem Saxophon der Lead-Musikerin aus Keyboard (Julia Radschiner), elektrischer Gitarre (Jocsán Mendoza), elektrischem Bass (Thatiana Gomes) und Schlagzeug (Julian Villegas). Die Kompositionen und Arrangements von Valbuena, die mühelos lateinamerikanischen Musiktraditionen und Jazz verbanden, begeisterten das Publikum.

 Laura Valbuena Quintet

Laura Valbuena Quintet

 Laura Valbuena

Laura Valbuena

 Laura Valbuena Quintet

Laura Valbuena Quintet


Der zweite Tag des Festivals begann mit einer intensiven und offenbar dringend nötigen Diskussion um die Situation von Musikerinnen aus Lateinamerika in Wiener Musikszenen. Moderiert von Conny Gruber, diskutierten die Wissenschaftlerinnen Sydney Hutchinson und Constanza Toledo und die Musikerinnen Natalia Hurst, Gabriela Dossow Ponce and Laura Valbuena gemeinsam mit dem anwesenden Publikum über Präsentation, Repräsentation, Bühnen und finanzielle Möglichkeiten für Musikerinnen aus Lateinamerika in Wien. Die Musikerinnen am Podium berichteten in der produktiven und lebhaften Diskussion anschaulich über die Herausforderungen mit exotisierenden Strukturen und Verhaltensweisen im Feld der Musik sowie mangelnden Auftrittsmöglichkeiten.

 Conny Gruber

Conny Gruber

Roundtable: Sydney Hutchinson und Constanza Toledo und die Musikerinnen Natalia Hurst, Gabriela Dossow Ponce and Laura Valbuena

Roundtable: Sydney Hutchinson und Constanza Toledo und die Musikerinnen Natalia Hurst, Gabriela Dossow Ponce and Laura Valbuena

Constanza Toledo

Constanza Toledo

Laura Valbuena

Laura Valbuena

Sydney Hutchinson

Sydney Hutchinson

Gabriela Dossow Ponce

Gabriela Dossow Ponce

Natalia Hurst

Natalia Hurst

Publikum

Publikum


Den Konzertabend des zweiten Festivaltages eröffnete die klassische Gitarristin Sonia Hernández mit einem Solo-Programm. Sie präsentierte ausschließlich Stücke von weiblichen Komponistinnen aus Lateinamerika, inklusive ihr selbst, und brillierte mit einem feinsinnigen und emotionalen Auftritt.

Sonia Hernández

Sonia Hernández

Sonia Hernández

Sonia Hernández


Es folgte ein berührender Ausflug in die Welt des klassischen Gesangs mit einer Performance der Sopranistin Mariana Pedrozo, begleitet am Klavier von Florencia Hernández. Unter dem Titel „Frauen, Frühling und Leben“ brachten die beiden Musikerinnen in exzellenter Weise Stücke verschiedener Komponist*innen aus dem 19. und 20. Jahrhundert dar.

Mariana Pedrozo

Mariana Pedrozo

Florencia Hernández

Florencia Hernández


Die Sängern Laura Aya brachte anschließend den Fanny-Hensel-Saal mit Stücken aus verschiedenen Musiktraditionen Lateinamerikas zum Schwingen. Begleitet vom Gitarristen Jocsán Mendoza hörten wir joropo, pajarillos und pasajes; viele davon von Laura Aya selbst komponiert und/oder getextet.

Jocsán Mendoza & Laura Aya

Jocsán Mendoza & Laura Aya

Laura Aya

Laura Aya


Der Abend wurde abgeschlossen von einer beeindruckenden Aufführung eines Werks der französischen Komponistin Louise Farrenc aus dem 19. Jahrhundert durch das Kammermusik-Ensemble Cronopius Trio. Amalia Bernal (Flöte), Juan L. Cuamatzi (Chello) und Florencia Hernández (Klavier) gelang eindrücklich ihr Ziel, Kammermusik als eine intime Erfahrung für das Publikum auf die Bühne zu bringen.

Cronopius Trio

Cronopius Trio

Amalia Bernal

Amalia Bernal


Wir freuen uns sehr, dass wir mit TODAS zur Sichtbarkeit und Anerkennung der musikalischen Vielfalt und Expertise in der lateinamerikanischen Diaspora aktiv und erfolgreich beitragen konnten. Wir hoffen auf baldige Fortsetzung!