Reihe 'Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte'

Herausgegeben von Reinhard Kapp und Markus Grassl


Band 12:
Eike Rathgeber, Christian Heitler und Manuela Schwartz (Hg.)
Conrad Ansorge (1862–1930). Ein Pianist des Fin de siècle in Berlin und Wien

Wien (Böhlau) 2017
ISBN 978-3-205-20307-0

Diese Monographie über den Lisztschüler Conrad Ansorge (1862–1930) führt uns das Leben eines Pianisten der Zeit um 1900 vor Augen, der zunächst als Beethoven-Interpret, später auch als Komponist die Aufmerksamkeit berühmter Zeitgenossen in Wien erregte. Wie sich die Geschehnisse entwickelten, wird hier anhand der Korrespondenz mit dem Dichterfreund Richard Dehmel sowie mit dem Gründer des Wiener Ansorge Vereins, Wilhelm von Wymetal, ablesbar, in der Mahler, Schönberg, Webern und Zemlinsky, aber auch Karl Kraus, Schnitzler, Strauss, Oskar Fried und ihre vielen Freunde im Mittelpunkt stehen. Neben diesen erstmals veröffentlichten Dokumenten und einem umfassenden Konzertkalender Ansorges wird in diesem Band auf seine enge Beziehung zur bildenden Kunst in der Berliner Bohème eingegangen, die in beeindruckenden Porträts von Max Slevogt und Lovis Corinth gipfelte.

Band 11:
Christopher Hailey (Hg.)
Franz Schreker 1878-1934

Wien (Böhlau) 'in Planung'
ISBN 978-3-205-77786-1

Franz Schreker (1878-1934) war eine der markantesten Erscheinungen der Wiener Moderne. Mit Werken wie "Der ferne Klang", "Die Gezeichneten", "Der Schatzgräber" und "Irrelohe" galt er als der bedeutendste und erfolgreichste Opernkomponist seiner Generation. In seinen selbst verfassten Libretti thematisierte er diese Welt im Umbruch und entwickelte dafür eine Operndramaturgie, deren Bildsprache die des Films vorwegnahm. Schrekers Wirken als Komponist, Dirigent und Lehrer im Wien des Fin-de-Siècle und im Berlin der Weimarer Republik macht die Geschichte seines Lebens zugleich zur Kulturgeschichte einer bewegten Epoche. Anlässlich seines 80. Todestags wird die vielbeachtete Biographie von Christopher Bailey jetzt in deutscher Übersetzung vorgelegt.

Band 10:
Marie-Agnes Dittrich / Martin Eybl / Reinhard Kapp (Hg.)
Zyklus und Prozess. Joseph Haydn und die Zeit.

Wien (Böhlau) 2012
ISBN 978-3-205-78514-9

Seit dem 18. Jahrhundert drängt die Zeit: Faust verspricht, niemals im Augenblick zu verweilen, und Papagena zählt ihr Alter nach Minuten. Mit der Industrialisierung wurde Zeit zu Geld, Revolutionen stürzten die alte Ordnung. In den Tagen Haydns entwickelte sich ein geschärftes Bewusstsein für Beständigkeit und Wandel, Zeitraster und irreguläre Verläufe. Nicht zufällig spielen authentische Titel oder spätere Beinamen Haydnscher Werke auf Zeit und Zeitverlauf an: Le matin / Le midi / Le soir / Die Uhr / Die Jahreszeiten. Der interdisziplinär ausgerichtete Band mit Beiträgen internationaler Fachleute untersucht Auswirkungen dieses neuen Zeitbewusstseins auf das musikalische Denken der Epoche.

Von unterschiedlichsten Ansätzen ausgehend werden zwischen der Zeitwahrnehmung der Epoche und Haydns persönlicher Zeiterfahrung Brücken geschlagen, zwischen den zeitgenössischen Ideen von Fortschritt und Beschleunigung und den narrativen Strategien des Komponisten, zwischen den technischen Entwicklungen mitsamt der Faszination, die von Uhren und Automaten auf die Zeitgenossen ausging, und Haydns rhythmischen Finessen. Die versammelten Aufsätze verorten Aspekte der musikalischen Zeitgestaltung somit gleichermaßen kompositionsgeschichtlich und kulturwissenschaftlich.

Band 9:
Federico Celestini / Gregor Kokorz /Julian Johnson (Hg.)
Musik in der Moderne – Music and Modernism

Wien (Böhlau) 2011, 382 Seiten, 37 s/w-Abb.
ISBN 978-3-205-77438-9

Der Band bietet einen Querschnitt durch die Modernediskussion aus musikalischer Sicht und untersucht für den zentraleuropäischen Raum die drei Bereiche Identität und Differenz – Wahrnehmung und Alterität – Moderne und Postmoderne. So wird der identitätsstiftenden Rolle der Musik in dieser von ethnischer und kultureller Pluralität geprägten Region nachgegangen, Fragen der Wahrnehmungs- und Bedeutungsveränderung von Musik werden diskutiert, wobei sich der Bogen von Schönbergs Skandalkonzerten bis hin zur Alteritätserfahrung gegenüber außereuropäischer Musik spannt, und die dialektische Beziehung zwischen Moderne und Postmoderne wird im Hinblick auf die Musik der Wiener Moderne ausgelotet.

Band 8:
Dominik Schweiger und Nikolaus Urbanek (Hg.)
„webern_21“

Wien (Böhlau) 2009, 392 Seiten, 43 s/w-Abb.

Dieses Buch würdigt mit Anton Webern einen der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Dabei ist es das vorrangige Ziel des Sammelbandes, die Vielfalt der aktuellen Perspektiven auf das Werk Anton Weberns und seine nachhaltige Wirkung aufzuzeigen: Es skizziert einen panoramaartigen Überblick über die gegenwärtige Webern-Forschung und dokumentiert so deren Standpunkt(e) am Beginn des noch jungen 21. Jahrhunderts.

Der zweisprachige Band enthält Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Österreich, den USA, Italien, Großbritannien, Deutschland, Kanada und Venezuela, die Weberns Werk und Wirkung von vielen Seiten beleuchten: Studien zu einzelnen Kompositionen, zu Bezugnahmen Weberns auf ältere Musik sowie zu Theorie und Methoden der Webern-Analyse stehen Aufsätze zu Webern als Leser und Verfasser von literarischen Texten sowie zur kompositorischen und theoretischen Webern-Rezeption gegenüber. Überdies enthält der Band eine umfangreiche Bibliographie, die die seit 1996 erschienene Literatur zu Webern erfasst, und die deutsche Erstveröffentlichung von Weberns Schauspiel Tot.

Mit Beiträgen von Wolfgang Seierl, Dominik Schweiger, Judith Fiehler, Federico Celestini, Julian Johnson, Andreas Vejvar, Monika Hennemann, Jerry M. Cain, Eva Maria Hois, Neil Boynton, Regina Busch, Nikolaus Urbanek, Allen Forte, Catherine Nolan, Manuel Sosa, Jörn Peter Hiekel, Reinhard Kapp und Christian Ofenbauer.

Band 7:
Markus Grassl / Reinhard Kapp / Eike Rathgeber (Hg.)
Österreichs Neue Musik nach 1945: Karl Schiske

Wien (Böhlau) 2009, 609 Seiten

Mit dieser umfassenden Monographie wird einer der bedeutendsten österreichischen Komponisten der Mitte des 20. Jahrhunderts gewürdigt und damit auch ein Beitrag zu einer bisher nur in Ansätzen vorliegenden österreichischen Musikgeschichte der Nachkriegszeit geleistet.

In der durchaus repräsentativen Entwicklung Karl Schiskes spiegeln sich die kompositionsgeschichtlichen Tendenzen des Jahrhunderts zwischen der Schreker-Schule und der internationalen Avantgarde der 1960er Jahre. Unter den Kompositionslehrern der Wiener Musikakademie der Vertreter des Fortschritts und eines analytischen und diskursiven Vorgehens im Unterricht, hat Schiske - lernend mit seinen Studenten, eine bedeutende Schule begründet. So gingen alle wichtigeren österreichischen Komponisten der Folgegeneration entweder durch seine Klasse oder standen mit ihm in Verbindung.

Der Band enthält Aufsätze, die Schiskes Wirken von vielen Seiten beleuchten, und einen umfangreichen Anhang mit den bisher zum größeren Teil unveröffentlichten Schriften Schiskes sowie einem ausführlichen Quellen- und Werkverzeichnis.

Band 6:
Martin Eybl / Evelyn Fink-Mennel
Schenker-Traditionen

Eine Wiener Schule der Musiktheorie und ihre internationale Verbreitung / A Viennese School of Music Theory and Its International Dissemination
2006. 24×17 cm, 262 Seiten, 16 SW-Abb., CD-ROM-Beilage (Evelyn Fink-Mennel/Iby-Jolande Varga, Heinrich Schenker. Leben-Schüler-Wirkung), Br.
ISBN 3-205-77494-9

Heinrich Schenkers (1868-1935) Musiktheorie entstand in jenem intellektuellen Milieu, aus dem auch Sigmund Freuds Psychoanalyse und die Musik Arnold Schönbergs stammen. Seine Schriften und Analysen entwerfen ein bis dahin ungeahnt komplexes Bild tonaler Musik als einem mehrschichtigen Beziehungsgeflecht mit einer abgestuften Hierarchie der Akkorde und über weite Strecken tragenden melodisch-linearen Beziehungen. Schenker war Jude wie viele seiner Schüler auch; er lehrte in Wien. Durch die Emigration der meisten seiner Anhänger verlagerte sich der Schwerpunkt der Schule in den 1930er Jahren in die Vereinigten Staaten. Der Sammelband bietet erstmals einen umfassenden Überblick über die internationale Verbreitung von Schenkers Ideen durch dessen Schüler. Er beleuchtet die Schenker-Rezeption in Europa und den USA anhand wichtiger Proponenten sowie anhand amerikanischer Übersetzungen und Editionen von Schenkers Texten und analytischen Grafiken. Neben den Traditionen, die von Schenker ausgingen, kommt auch jenes kulturelle und soziale Umfeld zur Sprache, von dem Schenker und Schönberg, Antagonisten im Kontext der Wiener Moderne, gleichermaßen geprägt wurden. Die Beiträge stammen von namhaften Wissenschaftlern aus dem englisch- und deutschsprachigen Raum. Eine beigefügte CD-Rom bietet detaillierte Informationen über Schenkers Lebensumstände, die Biografien seiner Schüler und die Schenkertradition in Wien.

Band 5:
Beatrix Borchard
Stimme und Geige
Amalie und Joseph Joachim

Biographie und Interpretationsgeschichte
2005. 24×17 cm, 670 Seiten, 73 SW-Abb., CD-ROM-Beilage, Geb.
ISBN 3-205-77242-3

Musik war ein wichtiges „Akkulturationsmedium“ im deutschen Kulturraum; der Weg des Geigers Joseph Joachim (1831-1907) von Pest über Wien, Leipzig, Weimar, Hannover nach Berlin zeigt es beispielhaft. So zeichnet die bislang einzige Biographie, noch zu Lebzeiten von Joachim von seinem Schüler Andreas Moser (1896) geschrieben, die Geschichte eines Aufstiegs, in deren Zusammenhang die Gründung der Berliner Musikhochschule (1869) und die prägende Rolle Joachims für das deutsche Musikleben der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Krönung eines Weges erscheint, den der Geiger stellvertretend für das aufgeklärte Judentum seiner Zeit gegangen ist. „Gegengelesen“ zeigt diese Geschichte jedoch schmerzliche Brüche und Verluste in den Wechselbeziehungen zwischen Biographie und künstlerischem Wirken. Musik eröffnete im 19. Jahrhundert auch Frauen den Weg in eine eigenständige berufliche Existenz. So hatte die Altistin Amalie Schneeweiss (1839-1899) bereits seit ihrem 14. Lebensjahr auf der Bühne gestanden, bevor sie 1863 Joachim heiratete. Mit der Eheschließung endete zwar ihre Opernlaufbahn, begann jedoch ihre Auseinandersetzung mit dem Konzertgesang, so dass sie nach der Scheidung von ihrem Mann (1884) im Bereich des Lied- und Oratoriengesangs stilbildend zu wirken konnte. Ihr Lebensweg steht für wesentliche Aspekte der unaufgearbeiteten Sozialgeschichte von Sängerinnen im 19. Jahrhundert, ihre bislang unbekanntes künstlerisches Wirken für die Frage nach der Tradierung des Anteils von Frauen an der Entwicklung und Durchsetzung innovativer Konzepte vor allem im Bereich der Programmgestaltung.

Band 4:
Martin Eybl (Hg.)
Die Befreiung des Augenblicks: Schönbergs Skandalkonzerte 1907 und 1908
Eine Dokumentation

Wien (Böhlau) 2004

Die Uraufführungen von Schönbergs 1. und 2. Streichquartett und der Kammersymphonie op. 9 markieren einen Wendepunkt in der Entwicklung der musikalischen Moderne. Die Konzerte erregten 1907 und 1908 im Wiener Publikum enorme Skandale. Die rund 140 hier gesammelten Reaktionen auf diese Veranstaltungen eröffnen einen Ausblick auf die keineswegs nur konservative Ausrichtung der Musikkritik und auf den ästhetischen Paradigmenwechsel, durch den Schönberg das Publikum mehr irritierte als durch technische Innovation. Eine innere, unbewusst wahrnehmbare Ordnung macht äußere Ordnung überflüssig. Das Gedächtnis des Hörenden ist nicht länger wichtigster Adressat der Musik; die Formteile werden isoliert und schließen sich nicht notwendig mehr zu einem nachvollziehbaren Verlauf zusammen.

Eine ausführliche Einleitung zur Dokumentation widmet sich dem Skandal als Phänomen moderner Öffentlichkeit, dem Hergang der Ereignisse, der Wiener Kritikerszene, Schönbergs Traditionsverbundenheit in technischer Hinsicht sowie den Auswirkungen seiner neuen Ästhetik auf die Gestaltung der aufgeführten Werke.

Band 3:
Markus Grassl / Reinhard Kapp (Hg.)
Die Lehre von der musikalischen Aufführung in der Wiener Schule.
Verhandlungen des internationalen Colloquiums Wien 1995

Wien (Böhlau) 2002, XXXVII und 825 S.

Die von Arnold Schönberg ausgebildete, von seinen Schülern weiterentwickelte und seit den 30er Jahren weit über den deutschen Sprachraum hinaus wirkende Aufführungslehre ist die vermutlich einflußreichste Konzeption des 20. Jahrhunderts zur musikalischen Interpretation. Das von der Lehrkanzel für Musikgeschichte an der Wiener Musikhochschule 1995 veranstaltete internationale Colloquium hatte eine möglichst breite Auseinandersetzung mit diesem bislang nur punktuell aufgearbeiteten Thema zum Ziel. Die Beiträge befassen sich mit der Aufführungslehre Schönbergs, deren musik- und kulturhistorischen Voraussetzungen, den Modifikationen im engeren und weiteren Schülerkreis, den Wirkungen im Zuge der weltweiten Verbreitung, dem Verhältnis zu anderen Konzepten musikalischer Interpretation. Die wissenschaftliche Referate, die Gespräche und Beiträge mit bzw. von Vertretern der Wiener Schule selbst und die Diskussionen der Tagung werden durch Verzeichnisse und Materialien ergänzt.

Band 2:
Christoph Becher
Die Variantentechnik am Beispiel Alexander Zemlinskys

Wien (Böhlau) 1999, 465 S.

Die Bildung melodischer Varianten gilt als zentrale Kompositionstechnik Alexander Zemlinskys (1871-1942), ist aber bislang weder systematisch noch gattungsübergreifend untersucht worden. Auch die Musikwissenschaft hat noch keine Theorie der Variantentechnik entwickelt, obwohl bestimmte Eigenschaften der Musik der Moderne ohne einen systematisch fundierten Begriff von der Variante nur unzureichend beschrieben werden können. Christoph Becher geht im vorliegenden Band erstmals den gattungsgeschichtlichen Wurzeln nach, untersucht chronologisch die Variantenbildung in Zemlinskys Kompositionen, klassifiziert Varianten aus allen Gattungen und Schaffensperioden Zemlinskys und erstellt schließlich eine Vergleichsanalyse mit Varianten in Werken Gustav Mahlers und Arnold Schönbergs.

Band 1:
Markus Grassl / Reinhard Kapp (Hg.)
Darmstadt-Gespräche. Die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Wien

Wien (Böhlau) 1996, XLV und 395 S.

Als einer der zentralen Umschlagplätze für Ideen und Informationen hat Darmstadt seit 50 Jahren wie kaum eine zweite Institution die Entwicklung der Neuen Musik reflektiert und beeinflußt. In einer Gesprächsreihe der Lehrkanzel für Musikgeschichte an der Wiener Musikhochschule haben Komponisten, aber auch Publizisten und Kulturmanager zum ersten Mal ausführlich über ihre Erfahrungen bei den Internationalen Ferienkursen berichtet. Der dokumentarisch reich ausgestattete und kommentierte Band vermittelt detaillierte Informationen über Produktionsbedingungen der Neuen Musik in Österreich nach 1945.


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