Symposium & Workshop
Musik_Familie. Kulturwissenschaftliche Perspektiven
27.–30. Mai 2026
Fanny Hensel-Saal, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien
Interdisziplinäres und internationales Symposium des FWF-Forschungsprojekts Musikerfamilien: Konstellationen und Konzepte
Musik_Familie – die Lücke zwischen Musik und Familie lädt zum Gedankenspiel ein: Wie wäre die Lücke zu füllen? Man könnte an „Musik in Familie“ denken, im Sinne von Hausmusik oder der musikalischen Ausbildung im familialen Umfeld, aber auch die Weitergabe musikalischer Fähigkeiten über Generationen hinweg. Im Zusammenhang mit Richard Strauss’ Sinfonia domestica oder zahlreichen Opern, Balladen, Liedern etc., in denen Familie zum Thema wird, wäre von „Musik über Familie“ zu sprechen. Und welche Rolle spielt „Musik für Familie“? Aspekte wie Identität, Inszenierung und Erinnerung kommen in den Sinn. „Musik von Familie“ rückt Familienensembles in den Fokus, aber auch andere Arten des gemeinschaftlichen (musik)kulturellen Handelns. Meist begegnet uns der Konnex von Musik und Familie in Form eines zusammengesetzten Wortes: Musikerfamilie. So manche Künstler:innen-Vita, so mancher Eintrag in Musiklexika beginnt mit der standardisierten Floskel „… stammt aus einer Musikerfamilie“.
Das internationale und interdisziplinäre Symposium widmet sich der Spezifik des Musikalischen im Zusammenhang mit familialen Konstellationen in seiner gesamten historischen Breite. Es will den Raum für interdisziplinäre Diskussionen öffnen und richtet sich an historisch-kritisch Forschende verschiedener Disziplinen, die sich mit familialen Konstellationen und Konzepten im Kontext musikbezogener Tätigkeitsfelder auseinandersetzen.
Programm:
Mittwoch, 27. Mai 2026
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11:00 |
Begrüßung |
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11:15 |
Beatrix Borchard (Hamburg) Keynote: Namen als door-opener – Namen als Last |
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Mittagspause |
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Konstellationen: Familie aushandeln |
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14:00 |
Joachim Eibach (Bern) Elektive Familien. Freundschaft und künstlerische Innovation um 1800 |
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14:30 |
Christine Fornoff-Petrowski (Oldenburg) Sequenzielle Musikerehen oder „Patchwork-Familie“? Schlaglichter auf die Musikerfamilie d’Albert |
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15:00 |
Magdalena Irnstötter (Wien) Die Ehe endet, die Musik bleibt. Familie, Ehe und intergenerationelle Vererbung in Wiener Musiker*innenfamilien im langen 19. Jahrhundert |
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Kaffeepause |
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16:00 |
Nora Eder (Graz) Ho quella premura che avrei per un mio figlio – Giuseppe Tartinis Violinschule als familialer Raum |
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16:30 |
Ulrike Wagner (Klosterneuburg) Eine Klostergemeinschaft als Familie!? |
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17:00 |
Lorenz Adamer (München) Familie Ziegler: Eine Fallstudie jüdischer Musik- und Familienkultur zwischen Tradition, Mobilität und Verfolgung |
Donnerstag, 28. Mai 2026
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Familie (be)schreiben |
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09:30 |
Sigrid Weigel (Berlin) Zu historischem Wandel und Ungleichzeitigkeiten genealogischer Konzepte mit Blick auf die Musik-Verhältnisse |
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10:00 |
Bettina Schuster (Wien) Konzertdebüt im Doppel(konzert): Zur (Selbst-)Inszenierung von Vater und Tochter am Beispiel von Arnold und Alma Rosé |
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10:30 |
Michael Hecht (Halle) „Musikerfamilien“ im Diskurs der populären und wissenschaftlichen Genealogie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert |
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Kaffeepause |
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11:30 |
Anna Bredenbach (Erfurt) „Seiner getreuen Mutter, der liederreichen Josephine Lang“. Die Verschränkung von Musik- und Familiengeschichte bei Heinrich Adolph Köstlin |
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12:00 |
Philip Wetzler (Weimar/Jena) Erziehung – Erotik – Erbfolge: Familienfigurationen zwischen Minnesang und Sangspruch |
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12:30 |
Benedikt Schubert (Weimar/Jena) Johannes Brahms im Schumann-Kreis. Wahlverwandtschaft, Minne-Semantik und Selbstinszenierung |
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Mittagspause |
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Familie und/als Institution |
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14:30 |
Inken Schmidt-Voges (Marburg) Familie, Haus und Haushalt als frühneuzeitliche Professionalisierungsräume |
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15:00 |
Nikolas Georgiades (Leipzig) |
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15:30 |
Julia Ackermann (Wien) Ausbildung im Alltag: Musiklernen in Musikerfamilien |
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Kaffeepause |
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16:30 |
Daniel Brandenburg (Bayreuth) „da ich so weit von meiner familie entfernet bin“ – Familienkonstellationen im italienischen Opernbetrieb des 18. Jahrhunderts |
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17:00 |
Ingeborg Zechner/Jakob Leitner (Graz) Family Affair: Digitale Perspektiven auf den Wiener Theaterbetrieb Mitte des 18. Jahrhunderts |
Freitag, 29. Mai 2026
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Familie in Musik |
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09:30 |
Franziska Weigert (München) „Das Band der Liebe, welches diesen Verein umschließt“: Die Emotionalisierung der bürgerlichen Familie im deutschsprachigen Wiegenlied des langen 19. Jahrhunderts |
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10:00 |
Christoph Müller-Oberhäuser (Berlin) „Fingerbrecher für Sarah zum 18. Geburtstag“ – Überlegungen zur Bedeutung von Musikgeschenken in (Musiker-)Familien des 19. und 20. Jahrhunderts |
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10:30 |
Felix Dieterle (Wien) |
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Kaffeepause |
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Mobile Familien |
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11:30 |
Nico Schüler (San Marcos, Texas) „A Family on the Road”: Kinship, Marriage, and Mobility in Late-19th-Century African-American Musical Life |
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12:00 |
Clemens Kreutzfeldt (Wien) Musikerfamilien im Tourismus um 1900 |
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Mittagspause |
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Repräsentation & Politik |
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14:00 |
Silke Wenk (Oldenburg) (Visuelle) Repräsentationen des Familialen zwischen „innen“ und „außen“ |
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14:30 |
Julia Hinterberger (Salzburg) |
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15:00 |
Susanne Heiter (Nürnberg) „Mind the baby, I must vote to-day”. Familiäre Konstellationen im Umfeld der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert |
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Kaffeepause |
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16:00 |
Isabel Heide (Halle) Klangräume und Kontaktzonen: Abgeordnetenfamilien im musikalischen Umfeld der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 |
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16:30 |
Günter Stummvoll (Krems) Música para la Emperatriz? Die vielsprachige Hausmusikpraxis der gräflichen Familie Harrach |
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Abschluss des Symposiums |
Samstag, 30. Mai 2026
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09:30 |
Workshop |
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung an der Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw)
Programmplanung & Organisation: Felix Dieterle, Clemens Kreutzfeldt, Julia Lenart, Bettina Schuster, Melanie Unseld
im Rahmen des FWF-Forschungsprojekts Musikerfamilien: Konstellationen und Konzepte