Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions


Die Veranstaltungsreihe »Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions« versteht sich als Forum für aktuelle Forschungen zum Musikleben in dieser geografisch und politisch, aber auch kulturell und sozial hybriden Region.

Organisation: Fritz Trümpi

 

Aktuell

18. März 2021 | Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions #6

Vortrag und Buchpräsentation von Jana Laslavíková

"Vollendet! Das prächtige Werk, die neue Zierde unserer schönen altehrwürdigen Krönungsstadt ist vollendet!" Identitätskonstruktionen der städtischen Elite am Beispiel des Stadttheaters in Pressburg

Moderation: Fritz Trümpi

Zeit: 17:00 Uhr
Ort: online (Zoom-Link: https://mdw-ac-at.zoom.us/j/91409328845?pwd=cjRXKzV3N1RnNnRubjZMdkRiaE1GUT09)

Die Theatergebäude spiegeln die kulturellen, sozialen und technischen Aspekte ihrer Zeit wider und zeigen die Bedeutung des T​​​​​​​heaters in der jeweiligen Zeit. In der österreichisch-ungarischen Monarchie gehörten zu den bekanntesten Theaterarchitekten Ferdinand Fellner jr. und Hermann Gottfried Helmer. Sie entwarfen fast fünfzig Theater von Hamburg über Zürich bis nach Odessa. Eines ihrer Projekte war das Stadttheater in Pressburg, zur Zeit seiner Gründung bekannt als Városi Színház (das heutige historische Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters am Hviezdoslav-Plat​​​​​​​z​​​​​​​​​​​​​​ in Bratislava). Die Publikation "Das Stadttheater in Pressburg im ausgehenden 19. Jahrhundert. Zwischen Provinz und Metropole liefert zusammen mit dem kompletten Verzeichnis der deutschsprachigen Aufführungen der Jahre 1886 – 1899" einen Gesamtüberblick über die Geschicht​​​​​​​e dieses Hauses ab dem Jahr 1884, als definitiv beschlossen wurde, den Betrieb des alten Theaters aus dem Jahre 1776 einzustellen. 
Für Pressburg bedeutete das Atelier Fellner & Helmer eine Prestigegarantie und eine vielversprechende Zukunft auf der Grundlage einer reichen Vergangenheit, da die Nähe zu Wien jahrhundertelang das soziale und kulturelle Leben der Pressburger stark beeinflusst hatte. Ende des 19. Jahrhunderts diskutierte der Gemeinderat regelmäßig einige neue Projekte in der Stadt, darunter eine Straßenbahnlinie nach Wien, eine solide
​​​​​​​ Brü​​​​​​​cke und die Errichtung einer Universität. Am Ende hat der Bau eines neuen Theaters alle anderen Pläne abgelöst, und dies weist auf die zentrale Position des Theaters als Instrument zur Verbreitung der Landessprache und als Ort für die kollektive Vertretung der städtischen Elite hin. 
Die dramatische Kunst erhielt mit dem neuen Gebäude nicht nur eine Heimstätte, sondern auch einen neuen Status
​​​​​​​und damit auch eine wichtige Sendung, da es ein Ort der Pflege des nationalen, das heißt des ungarischen Theaters werden sollte. Die Überzahl der deutschspra​​​​​​​chigen Pressburger war jedoch offensichtlich und sie zu ignorieren hätte den Untergang des Theaters in Pressburg bedeutet. Deshalb beschloss die Stadt als Eigentümer, die Aufteilung der Saison in einen deutschsprachigen und einen ungarischen Teil mit den entsprechenden Direktoren und Ensembles. Das Publikum war aber eins – deutschsprachig und deklarierte offizi​​​​​​​ell die Loyalität sowohl dem deutschsprachigen, als auch dem​​​​​​​ ungarischen Thea​​​​​​​ter. Das alles geschah in der Zeit der intensiven Magyar​​​​​​​isierung Ungarns, was ein interessanter Rau​​​​​​​m für die Betrachtung der Id​​​​​​​entität der Pressburger Eliten bietet. 

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Jana Laslavíková (PhD studies in musicology under Vladimír Zvara) during her​​​​​​​ studies of musicology in the University of Comenius in Bratisvlava visited the University of Vienna and attended lectures on music history by Gernot Gruber, Herbert Seifert and Birgit Lodes. In her dissertation she devoted herself to the history of the Municipal Theatre in Pressburg in 1886–1920, following the research of historians on collective identities and memory of the city. As part of her postdoctoral studies, she attended four-month programs at the Institute of Culture Studies and Theatre History of the Austrian Academy of Sciences in 2017 and 2019. In 2016, she collaborated with the Bratislava City Gallery in preparing an exhibition about the Municipal Theatre in Pressburg. Currently, she works at the Slovak Academy of Sciences in Bratislava, on the Institute of History. In her scientific research, focuses mainly on theatrical life in Pressburg in the 18th and 19th century in the context of the cultural, social and historical changes in the town.

Vergangene Termine

 

 musste coronabedingt verschoben werden - wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt

Vortrag von Nuppu Koivisto (University of Helsinki)

Wiener Schwalben all around the World – Ladies’ Orchestras and Transnational Cultural Networks in Late Nineteenth-Century Europe

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Institut für Musiksoziologie auch im Rahmen der Vortragsreihe Musik und Gesellschaft im Diskurs statt.

Organisation und Moderation: Rosa Reitsamer und Fritz Trümpi

Termin: 22. April 2020 | 18 Uhr
Ort: IMI, Raum A 0201 | Seilerstätte 26, 1010 Wien

In this lecture, I shall examine the tour routes and marketing strategies itinerant ladies’ orchestras in late nineteenth-century Europe. Even though most of the musicians in these small salon or restaurant ensembles came from the Habsburg and German Empires, their careers extended well beyond national and imperial borders. How were the orchestras’ tours planned and who organized them? Based on which criteria did the orchestras choose their destinations? What kinds of marketing strategies did these orchestras use and how were they received in different parts of Europe?

These three questions will be treated from the point of view of transnationalism, on the one hand, and micro-history, on the other. My key argument is that ladies’ orchestras were able to form transnational cultural networks of ”sustained linkages and ongoing exchanges”, as coined by Steven Vertovec. Although documentary and biographical evidence of the orchestras is fragmentary, these transnational networks may be fruitfully analyzed by focusing on individual musicians and orchestras as so-called ”telling examples”, as discussed by the historian Lara Putnam.

The lecture will consist of three parts. After a short introduction, an rough outline of the orchestras’ tour routes will be presented. The second part of the lecture will, in turn, focus on the orchestras’ public image and on the way in which they used local and national attributes when advertising for their concerts. As for the third and final section of the talk, two case studies of ladies’ orchestras will be analyzed in more detail – the Viennese ladies’ orchestra of Henriette Fahrbach-Ehmki (1851–1923) and the Fennia ladies’ orchestra based in Finland and Scandinavia.

 

28. März 2019 | Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions #5

Vortrag von Reto Parolari (Winterthur/Wien)

Circusmusik in Theorie und Praxis

Zeit: 16.30 Uhr

Ort: Raum A 0201 | 1010 Wien, Seilerstätte 26

Reto Parolari beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit dem Phänomen der Circusmusik. Als Dirigent in den grössten Circussen Europas und seit 24 Jahren als Chefdirigent beim Circusfestival in Monte-Carlo hat er selber hunderte von Arrangements und Kompositionen speziell zugeschnitten auf Circus, Varieté und Show hergestellt. In seinem Vortrag reflektiert er eine Theorie der Zirkusmusik und erläutert in praktischen Beispielen die Vielfalt der Musik entsprechend der Vielfalt der artistischen Darbietungen.

 

8. November 2018 | Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions #4

Werkstattgespräch mit Lubomír Spurný (Brno/Terezín)

Musik in Terezín/Theresienstadt, 1941-1945

Moderation: Fritz Trümpi

Zeit: 18.30 Uhr

Ort: Raum A 0201 | 1010 Wien, Seilerstätte 26

Lubomír Spurný, der Leiter des INSTITUT TEREZÍNSKÝCH SKLADATELŮ/TEREZÍN COMPOSERS' INSTITUTE berichtet im Rahmen des Vortrags über die aktuellen Projekte seines Instituts.
Die wichtigste Aufgabe des INSTITUT TEREZÍNSKÝCH SKLADATELŮ/TEREZÍN COMPOSERS' INSTITUTE ist die Herausgeberschaft von kritischen Editionen der Werke der nach Terezín/Theresienstadt deportierten Künstlerinnen und Künstlern. Die vorrangige Arbeit des Instituts besteht im Sammeln aller überlieferten Dokumente von diesen, aber auch über diese Künstler_innen. Musikwissenschaftler_innen und Musiker_innen, ebenso wie einer breiteren Öffentlichkeit soll so die Möglichkeit geboten werden, sich mit Leben und Werk dieser Komponistinnen und Komponisten im Kontext ihrer Lebensumstände zu beschäftigen. Dazu soll in weiterer Folge eine Bibliothek mit Fachliteratur zu Musik und Holocaust entstehen.

 

24. Mai 2018 | Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions #3

 
Gastvortrag von Katalin Kim (Institut für Musikwissenschaft/Ungarische Akademie der Wissenschaften):
 
Arbeitsteilung in der Komposition. Die "Erkel-Werkstatt"

Moderation: Fritz Trümpi

Ort: Raum A 0201 | 1010 Wien, Seilerstätte 26

Zeit: 18 Uhr

Anlässlich des ersten Besuchs des Kaiserpaares in Budapest (1857) beschloss die Leitung des Nationaltheaters als Huldigung für das Paar eine Oper mit dem Titel "Erzsébet" ("Elisabeth") aufzuführen, und setzte für ihre Fertigstellung eine sehr kurze Frist. Da kein Komponist allein den Auftrag ausführen konnte, mussten dafür gleich drei Menschen einspringen: Das Komponieren des zweiten Aktes fiel Ferenc Erkel zu; mit den beiden äußeren Aufzügen wurden Franz bzw. Karl Doppler beauftragt. Es stellte sich heraus, dass Erkel nicht dazu imstande war, die Arbeit an seinem Aufzug rechtzeitig zu verrichten. So musste sein Freund Franz Doppler, erster Flötist im Orchester des Nationaltheaters und Komponist mehrerer erfolgreicher Opern, auch dafür Zeit finden, Erkel auszuhelfen. Dank der unlängst zum Vorschein gekommenen Kompositionsskizzen und Entwürfe kann die Art und Weise der Kooperation eindeutig rekonstruiert werden.

 

 

 

15. März 2018 | Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions #2

Jutta Toelle (Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik / Frankfurt am Main)
"Paraquarier sind sehr gut im Nachmachen". Repräsentationen zentraleuropäischer Musikkultur in den jesuitischen Guaraní-Reduktionen (17./18. Jh.)


24. Mai 2017 | Music Culture/s in Central Europe. Lectures and Discussions #1

Philip V. Bohlman (University of Chicago)
Gesang liebt Menge – Musikalische Einheiten in der Einheit der Nation

 

22.-24. Februar 2017

Workshop: Musical culture/s of the Habsburg Monarchy and its successors states

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