Forschung im Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg und die Wiener Schule

 

Editionsprojekt: Arnold Schönbergs Korrespondenz mit der Universal Edition, 1902-1951

Projektmitarbeiter_innen: MMag.a Katharina Bleier, Mag.a Therese Muxeneder

Arnold Schönbergs Geschäftsbeziehung mit der Universal Edition begann 1902 mit Herstellung von Klavierauszügen. 1909 unterzeichnete er mit UE-Direktor Emil Hertzka einen Vertrag über die Inverlagnahme zukünftiger Kompositionen, zudem erwarb die UE seine zuvor im Verlag Dreililien, Berlin, erschienen Werke. Bis zu Schönbergs Emigration in die USA im Herbst 1933 erschienen somit ein Großteil seiner musikalischen Werke, die Harmonielehre sowie weitere Schriften bei der UE. Die rund 1600 Schriftstücke umfassende Korrespondenz ist nicht nur für die Erforschung von Werkentstehung, Publikation und Aufführungsgeschichte überaus relevant, sondern enthält darüber hinaus ausführliche Reflexionen des Künstlers über seine Kompositionen und den Kulturbetrieb.


Projektdetails: siehe online-Artikel Katharina Bleier/Therese Muxeneder: The Correspondence between Arnold Schoenberg and Universal Edition [Fondazione Giorgio Cini, Online Publishing].

 

Projekt: Werbemaßnahmen der Universal Edition für das Werk Arnold Schönbergs

Projektmitarbeiter: Lukas Seifried, B.A.

Recherche und Dokumentation der in deutschsprachigen Musikzeitschriften zwischen 1909 und 1933 bzw. 1945 und 1951 gesetzten Werbemaßnahmen der UE für das Werk Arnold Schönbergs.

Projektdetails:

„Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie für meine Sachen Propaganda machen, als ich die Lis[z]t-Nummer der Allg.D.Mus.-Ztg. (mit meinem Aufsatz) bekam. Nur eines möchte ich Sie bitten; fassen Sie, was ich Ihnen jetzt sage, als humoristisch auf; aber ich meine es zum Theil ernst. Nämlich: man nennt mich in Ihren Ankündigungen den ,mutigen Vertreter der Wiener musikalischen Moderne‘. Seien Sie nicht bös, aber: Richard Strauss ist Generalmusikdirektor, Pfitzner ist Direktor, Reger sogar Hofrat. Könnten Sie mich da nicht wenigstens zum General=Vertreter d.W.M.-M ernennen. Ich möchte gerne auch General sein. Aber ein ,mutiger Vertreter‘ – ich weiß nicht, das erinnert mich immer an einen Handlungsreisenden, der sich nicht hinausschmeißen läßt. Das ist ein mutiger Vertreter.“ (Arnold Schönberg an Emil Hertzka, 31.10.1911)

Die im Zitat vorgetragene Kritik Schönbergs an der Formulierung einer UE-Annonce beleuchtet auf humorvolle Weise ein im Briefwechsel zwischen Komponisten und Verlegern häufig kontrovers diskutiertes Thema: Art und Umfang der Werbemaßnahmen. Dem häufig geäußerten Empfinden, falsch oder zu wenig repräsentiert zu sein, werden in diesem Projekt systematisch in deutschsprachigen Musikzeitschriften recherchierte Fakten gegenübergestellt.

 

Projekt: Brief-Datenbank Universal Edition

Projektmitarbeiterin: MMag.a Katharina Bleier

Das Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg und die Wiener Schule bewahrt einen umfassenden Teil der Korrespondenz der Universal Edition aus den Jahren 1931 bis 1961, welcher dem Institut als Dauerleihgabe zur Verfügung steht. Die bislang erschlossenen Daten können mittels online-Datenbank abgefragt werden.

Die Korrespondenz umfasst alle Arbeitsbereiche des 1901 gegründeten Musikverlags, welcher neben Unterrichtsliteratur und klassisch-romantischer Literatur von Beginn an insbesondere die jeweils neueste Musik publizierte:
Kommunikation mit KomponistInnen, MusikerInnen, VeranstalterInnen und Rundfunkanstalten, Ausbildungsstätten, kulturpolitisch relevanten Stellen, Medien, Verwertungsgesellschaften, Verlagen und Musikalienhändlern, Materialherstellungsbetrieben u. a. – sowie auch UE interne Korrespondenzen zwischen reisenden MitarbeiterInnen bzw. ab 1937 auch zwischen der Universal Edition London und dem Verlagshaus in Wien.
In dieser Sammlung finden sich Korrespondenzen von vielen in diesem Zeitraum von der UE verlegten KomponistInnen, darunter etwa Arnold Schönberg, Anton Webern, Alexander Zemlinsky, Gian-Francesco Malipiero, Goffredo Petrassi, Dimitri Schostakowitsch oder Bruno Maderna.
Die Sichtung und Erschließung der Bestände sowie die Ermöglichung des Zuganges zu Forschungszwecken ist Ziel eines langfristig angelegten Datenbankprojektes.
Die Datenbank erfasst unter „from“ bzw. „to“ die jeweiligen KorrespondenzpartnerInnen der Universal Edition, hierbei zwischen Personen und Institutionen unterscheidend. Das Feld „Other Names“ enthält Namen bzw. Kürzel der sachbearbeitenden UE-MitarbeiterInnen sowie – im Fall weitergeleiteter Schriftstücke – der ursprünglichen VerfasserInnen. Aus dem Inhalt werden KomponistInnennamen und Werktitel in „Text“ alphabetisch aufgelistet. Bei der Suche nach Datum sollte dieses in der Form Jahr.Monat.Tag eingegeben werden. Die einzelnen Felder müssen nicht vollständig ausgefüllt sein.

Bei Fragen zu Korrespondenz und Datenbank kontaktieren Sie bitte
MMag.a Katharina Bleier: bleier[at]mdw.ac.at

Bitte beachten Sie, dass Kopier- und Abdruckgenehmigungen mit der Copyright-Abteilung der UE abgeklärt werden müssen:
www.universaledition.com/kontakt
copyright[at]universaledition.com