LC # 66  |  April 2021

Licht gestalten

 

„Wenn es langsam dunkel wurde, weil sich der Tag seinem Ende näherte, wollte er unter keinen Umständen, dass jemand das Licht im Raum einschaltet. Das hätte den Genuss zerstört, die Farben dabei zu beobachten, wie sie sich in der Dämmerung verändern. In dieser Atmosphäre fand sein Unterricht statt.“

Diese berührenden Worte fand Hubert Canaval, a.o. Univ.Prof. an der mdw, in seinem Nachruf auf den Regisseur, Autor, Maler, Professor und zeitweiligen Institutsleiter an der Filmakademie Peter Patzak, der Mitte März unerwartet verstorben ist.

Patzak war nicht der einzige an der Filmakademie maßgeblich Tätige, dessen Regie-Stern – auch international – in den Kinos (und auf den Bildschirmen) leuchtete, ob nun als Lehrende*r oder als Studierende*r. Neben Michael Haneke dürfen auch Jessica Hausner, Wolfgang Murnberger, Barbara Albert, der obgenannte Hubert Canaval oder etwa Christian Petzold nicht fehlen, um nur einige zu nennen. Den passenden Lesestoff zur Filmakademie finden Sie bei uns in der ub.mdw.

Wäre doch ein gutes Vorhaben für die Osterfeiertage: Filmakademie-Filmschauen! Einstweilen noch zu Hause … und irgendwann dann auch wieder auf der großen Leinwand! Und …  die Farben dabei zu beobachten, wie sie sich in der Dämmerung verändern.

(Text: FRT/ub.mdw)

 

LC # 65  |  März 2021

Music in words

An einer Universität Musik zu studieren, bedeutet nicht nur, diese zu spielen und aufzuführen. Es heißt auch, Musik zu erforschen, über sie zu recherchieren, zu lesen, zu diskutieren und – nicht zuletzt – zu schreiben. All diese Fertigkeiten gehören zur Technik des wissenschaftlichen Arbeitens, die im Lauf des Studiums erlernt und spätestens beim Verfassen der Abschlussarbeit beherrscht werden soll. Wer die in Seminaren und Übungen bereits kennengelernten Techniken im Selbststudium vertiefen möchte, dem bietet die ub.mdw hierzu eine repräsentative Auswahl an Literatur. Ob es um richtiges Zitieren, wissenschaftliches Formulieren, Hilfe bei Schreibblockaden oder Tipps zu effektivem Lesen geht – im Freihandbereich Bücher/Zeitschriften stehen Ratgeber auf Deutsch und Englisch zu den verschiedensten Themen bereit. Und für alle, die gerade daheim am Laptop sitzen und schreiben, empfiehlt sich ein Blick in unsere E-books.

(Text: FUB, AEH/ub.mdw)

 

LC # 64  |  Jänner 2021

Katzenmusik

Während man neuerdings – in Zeiten von Katzen-Videos und einschlägigen Foren in sozialen Netzwerken – unter "Katzenmusik" angenehme Unterhaltungs- oder Entspannungmusik für Katzen versteht, bezeichnete man damit früher eher so etwas wie organisierten Lärm, also die wenig schmeichelhafte Imitation der Laute von Katzen.
Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens aus dem Jahr 1932 klärt auf (Scan 571 ff.): "Man versteht [unter Katzenmusik] Aufzüge [...] vor das Haus einer vorher bestimmten Person, wo [...] durch Schreien, Johlen, Pfeifen und die mitgebrachten Geräte ein Höllenspektakel  veranstaltet wird."
Auch als Charivari bezeichnet galten derartige Darbietungen meist Personen, denen sittlich abwegiges Verhalten unterstellt wurde (recht ausführlich lässt sich darüber beim Historiker Georg Philipps Über den Ursprung der Katzenmusik aus dem Jahr 1849 nachlesen).

Als Schmähwort für Abweichungen von einer imaginierten Norm war Katzenmusik auch in der etablierten Musikkritik gerne zur Hand. Derart bezeichnete etwa Max Kalbeck das 2. Streichquartett von Arnold Schönberg in seiner Besprechgung der Uraufführung im Neuen Wiener Tagblatt (linke Spalte, unten).

Aber auch als Motiv oder Stilmittel hat die Katze oder die ihr zugeschriebene Lautgebung die Musikgeschichte dauerhaft bereichtert. Etwa im Katzenduett von Gioacchino Rossini oder im Satz "Die Katz" in Heinrich Ignaz Franz Bibers Sonata representativa. Besonders gut zur Geltung kommt der Katzenstil im Arrangement für  Saxophonquartett der Katzenfuge von Domenico Scarlatti oder auch in den Berceuses du chat für Frauenstimme und drei Klarinetten von Igor Stravinsky.

Diese und noch viele weitere Werke der "Katzenmusik" in allen möglichen Besetzungen sind im Notenbestand der ub.mdw zu finden. Nützen Sie auch die Naxos-Music-Library für eine große Auswahl an Tonbeispielen (für die Nutzung der von der ub.mdw lizenzierten elektronischen Services benötigen Sie eine VPN-Verbindung).

(Text:STM/ub.mdw)

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