Angebote im Bereich der Sehbeeinträchtigungen


Literaturservice der ub.mdw für blinde und sehbeeinträchtigte Personen

Die Universitätsbibliothek bietet blinden und sehbeeinträchtigten Universitätsangehörigen einen kostenlosen Service zur Aufbereitung von gedruckten und elektronischen Texten des Bestands. Durch eine automatisierte optische Zeichenerkennung (OCR) wird der Zugang zu den Inhalten mithilfe assistiver Technologien, wie etwa Screenreadern, ermöglicht (im Format .docx oder .pdf).
Die benötigte Bearbeitungszeit für die Aufbereitung der Texte variiert je nach Umfang und Art der Publikation sowie der Menge von gleichzeitigen Anfragen und kann im Einzelfall bis zu 10 Werktage in Anspruch nehmen. Melden Sie sich also bitte frühzeitig per Mail an
infobib@mdw.ac.at, wenn Sie den Service nutzen möchten. Bereits barrierefrei aufbereitete Literatur finden Sie im Online-Katalog.

Notenleihe, bzw. Notenaufbereitung

Am dzb - Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen sind in der Musikbibliothek Notenleihe, bzw. Notenaufbereitung in Braille oder Großdruck möglich.  Das Team DaCapo stellt blinden und sehbehinderten Berufs- bzw. Laienmusiker:innen Notenwerke nach Bedarf zur Verfügung. Es gibt verschiedene Auftragsoptionen, persönliche Beratung und meist kurze Bearbeitungszeiten.

Auch die SBS - Schweizerische Bibliothekt für Blinde, Seh- und Lesebehinderte bietet eine breite Auswahl an Braille-Musiknoten in stardadisierter internationaler Musiknotenschrift für alle gängigen Tasten-, Blas- und Saiteninstrumente sowie Vokalmusik zum Ausleihen oder Kaufen. Auch unterschiedliche Lehrmittel stehen zur Verfügung.

Technische Unterstützung

Technische Unterstützung im Sinne von spezifischen Hilfsmitteln wird in Kooperation mit Hilfsorganisationen angeboten.

Für die Schulung zur Aufbereitung von Unterlagen für den Unterricht oder die Lehr-Administration kann auf einen Kollegen der TU zurückgegriffen werden. Die Kosten übernimmt die Koordinationsstelle für barrierefreies Studieren. Im Bedarfsfall melden Sie sich gerne bei der Koordinationsstelle.
               

Orientierungs- und Mobilitätstraining

Orientierungs- und Mobilitätstrainings werden in Kooperation mit Hilfsorganisationen organisiert und in der Regel vom Sozialministerium finanziert.
Das Erfassen möglicher Fluchtwege kann ein Teil der Orientierungstrainings sein, um im Gefahrenfall nicht auf Hilfe angewiesen zu sein. In der Regel artikulieren sehbeeinträchtigte Personen auch in Gefahrensituationen, welche Form der Unterstützung konkret benötigt wird.

 

Sehbeeinträchtigungen:
Anregungen für die Gestaltung der Lehr-Lern-Settings

Damit stark sehbehinderte oder blinde Studierende dem Unterricht gut folgen können, hier einige Anregungen zur Unterrichtsgestaltung, die zusammengefasst so lauten:

 

  • Ortsangaben: konkret und nachvollziehbar
  • Geräte/Materialien: Typ/Position/Handlung klar benennen
  • Dokumente: durchsuchbare PDFs/HTML, Alternativtexte, barrierefreie Tabellen
  • Änderungen vor Ort: frühzeitig melden
  • Kommunikation: immer per E‑Mail an alle

Unterricht und Materialien

 

Hinweis:
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann die Detailtiefe meist reduziert werden, weil eine mentale Raum-/Funktionskarte entsteht.

 

  • Präzise Ortsangaben:
    Bitte „hier/dort/so“ vermeiden. Nennen Sie stattdessen den genauen Ort oder die genaue Stelle im Raum, am Instrument oder an der Person.
  • Handlungen konkret beschreiben.
  • Objekte klar benennen.
  • Bild- und Filmmaterial:
    Bitte eine kurze, sachliche Bild-/Szenenbeschreibung bereitstellen (im PDF oder HTML).

Offizielle Aussendungen und Dokumente

 

Hinweis:
An der mdw gibt es Technik und Expertise (OCR, barrierefreie Aufbereitung /Service der ub.mdw).
Kurze Schulungen für die Aufbereitung barrierefreier Dokumente können gerne angeboten werden.

 

  • Keine reinen Bilddateien für Texte:
    Wichtige Infos nicht als .jpg/.png versenden; Screenreader können den Text darin nicht auslesen.
  • Such- und screenreaderfreundliche PDFs:
    PDFs als „durchsuchbar“ bereitstellen (Textebene/OCR). Alternativ HTML.
  • Alternativtexte/Bildbeschreibungen:
    Für Grafiken/Bilder kurze Beschreibungen beifügen.
  • Tabellen barrierefrei gestalten:
    Überschriftenzeilen korrekt auszeichnen, logische Lesereihenfolge, keine verschachtelten Layouttabellen. So bleiben Intention und Inhalt mit Screenreadern verständlich.

Orientierung in Räumen und am Campus

 

  • Persönliche Unterstützung ist sehr hilfreich – vielen Dank dafür.
  • Bitte informieren Sie frühzeitig über temporäre Änderungen/Barrieren (Bauarbeiten, Wegsperren, Umstellungen für Veranstaltungen).
  • Melden Sie dies direkt den betroffenen Studierenden, damit Anpassungen rechtzeitig möglich sind. Falls unklar, bitte an die Institutsleitung und/oder das Sekretariat weitergeben.

Informationen an Studierende (Kommunikation)

  • Verbindlicher Kanal:
    Wichtige Benachrichtigungen (Ausfälle, Verschiebungen, Fristen, Materialien) bitte immer per E‑Mail über das mdw-System senden.
  • Keine ausschließliche Nutzung von Messengern:
    Messenger-Gruppen sind nicht immer zugänglich oder barrierefrei. Informationen, die nur dort geteilt werden (z. B. Kartenkontingente, Probenzeiten), erreichen manche Studierende sonst nicht.
  • Wenn Messenger zusätzlich genutzt werden:
    Bitte die wesentlichen Inhalte parallel per E‑Mail versenden.

 

Blind. Na und?
Instrumentalunterricht mit blinden/sehbehinderten Schüler_innen in Popularmusik und Klassik.

Ciara Moser gab im Rahmen eines Gender*Diversity-Talk im März 2022 in rund 45 Minuten Einblicke in den Instrumentalunterricht mit blinden/sehbehinderten Schüler_innen. Das Video ist weiter abrufbar.