Karl Scheit Archiv

Das Scheit-Archiv

 

Karl Scheit (1909-1993) war für die Gitarre in Österreich eine der wichtigsten Persönlichkeiten im 20. Jahrhundert. Als Lehrer begründete er eine neue, auf dem Melodiespiel aufgebaute Schule. An der Wiener Akademie (später Hochschule) für Musik und darstellende Kunst bildete er zwischen 1933 und 1985 eine ganze Reihe prominenter Gitarristen aus, die heute in ganz Europa wirken.

Von großer Bedeutung war Scheit als Herausgeber von Gitarrenmusik. Die Reihe Musik für Gitarre bei der Universal-Edition Wien umfasst an die 150 Werke, ebenso viele die Reihe Gitarre-Kammermusik bei Doblinger. Er erschloss damit Musik der Laute für das Repertoire der klassischen Gitarre, publizierte Studienmaterial und zeitgenössische Musik.

Karl Scheit sammelte Zeit seines Lebens alles, was mit der Gitarre zu tun hatte: Instrumente, Noten, Tabulaturen, Bücher, Zeitschriften, Tonträger, Bilder und Dokumente aller Art. Obwohl er durch einen Bombenangriff im letzten Kriegsjahr alles verlor und 1945 von vorne beginnen musste, kam noch eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zustande – eine wichtige Quelle für seine musikalische, pädagogische und editorische Arbeit. Den größten Teil seines Nachlasses überließ seine Witwe Luise Scheit der Universität für Musik und darstellende Kunst, dort bildet er heute eine erstklassige Fachbibliothek für Studierende und Lehrende. Darüber hinaus sind historische Notenausgaben, Manuskripte und Archivalien von größtem Wert für die Gitarre-Forschung weltweit.

Der Großteil ist seit 2005 in einer Datenbank erfasst. Inzwischen wurden die wertvollen historischen Drucke von den übrigen Notenausgaben getrennt, wissenschaftlich katalogisiert und die wichtigsten digitalisiert. An einer Online-Präsentation der wichtigsten Archivalien wird gearbeitet, vorläufig sind Verzeichnisse und einzelne Digitalisate auf http://www.gitarre-archiv.at/verzeichnisse/scheit-archiv/ verfügbar.

Bei der Sichtung des Materials traten einige historische Kostbarkeiten zutage, die für internationales Aufsehen sorgten. Darunter waren zwei bisher unbekannte Concertini für Terzgitarre und Streicher von Johann Padowetz, unbekannte Lieder von Fernando Sor und verschollene Kompositionen von Giulio Regondi. All diese Werke wurden mittlerweile in Neuausgaben publiziert.

Seit 2015 ist Prof. Dr. Stefan Hackl offiziell mit der Verwaltung des Scheit-Archivs betraut (er war übrigens der erste Besucher des Archivs).

Stefan Hackl unterrichtet hauptberuflich am Tiroler Landeskonservatorium Innsbruck, daneben auch Mozarteum Salzburg/Innsbruck und auf renommierten Großveranstaltungen wie Forum Gitarre Wien und den Liechtensteiner Gitarrentagen. Von Stefan Hackl stammen mehrere Bücher (Die Gitarre in Österreich – von Abate Costa bis Zykan und Stauffer & Co. – Die Wiener Gitarre des 19. Jahrhunderts), weiters zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften (Gitarre & Laute, Gitarre aktuell, Il Fronimo, Gendai Guitar, Soundboard, Classical Guitar Magazine, Zeitschrift für Musikpädagogik etc.), Notenausgaben (u.a. bei Doblinger, Orphee, Chanterelle, Helbling) und CDs (z.B. die Multimedia-Dokumentation 200 Jahre volksmusikalisches Gitarrenspiel in Tirol).

http://www.gitarre-archiv.at/

 

Öffnungszeiten im Wintersemester 2017/18:

Freitag, 17. November 2017, 15 –16 Uhr

freitag, 15. Dezember 2017, 15-16 Uhr

Freitag, 19. Jänner 2018, 15 – 16.00

und nach Vereinbarung (Kontakt: stefan.hackl@tsn.at)