Vokale Intervention
Das Konzept der Vokalen Intervention (VI) vereint musiktherapeutische mit gesangspädagogischen Ansätzen mit der Zielsetzung, individuell auf psychische, wie auch physische Aspekte chronischer Erkrankungen eingehen zu können. Die physischen Übungen, die größtenteils von der Gesangspädagogik kommen, beinhalten Wahrnehmungs- und Haltungsübungen, Lockerungsübungen für den ganzen Körper, Atem-, Lippen-, Zungen-, und Kieferübungen. Alle Übungen werden individuell mit Stimm- und Gesangsübungen oder dem Singen von Liedern kombiniert und auch mit Instrumental- oder Stimmimprovisationen verbunden.
Aufbauend auf die positiven Ergebnisse der Studie “Die Rehabilitation von PatientInnen mit Systemischer Sklerodermie mittels vokaler Intervention – eine Pilotstudie“, werden Patient:innen mit Atemwegseinschränkungen aus anderen Patient:innengruppen mittels Vokaler Intervention behandelt. Chronische Erkrankungen in Verbindung mit Atemwegseinschränkungen führen oftmalig zu einer Minderung der Lebensqualität und zur Ausprägung depressiver Symptome. Das Singen hat einen positiven Einfluss auf Funktionalität im Sinne einer Erhöhung des maximalen exspiratorischen Mundverschlussdruckes und auf eine Verbesserung der Lebensqualität von Patient:innen mit obstruktiven Lungenerkrankungen. Ein weiterer belegter physiologischer Effekt des Singens ist, neben der Verbesserung der Lungenfunktion, die positive Beeinflussung laborchemischen Stressmarker.
Studienziel: Durch diese Pilotstudie soll die Akzeptanz der Vokalen Intervention in der Rehabilitation von Patient:innen mit Atemwegseinschränkungen evaluiert werden. Weiters soll aufgezeigt werden, inwiefern einzelne Limitationen (Mundöffnungseinschränkung, eingeschränkte Lungenfunktion, Lebensqualität), welche durch chronische Erkrankungen bedingt sind, durch eine Vokale Intervention beeinflusst werden können.
Studiendesign: Pilotstudie
Studienteilnehmer:innen: 30 Patient:innen, welche an chronischen Erkrankungen mit Atemwegseinschränkungen leiden
Studienparameter: ZUF-8 Fragebogen (Patient:innenzufriedenheit), SF-36 Score (Beurteilung Lebensqualität, PHQ-9 Fragebogen (Erfassung depressive Störungen), Lungenfunktionsprüfung, Mundöffnung (in mm), Vitalparameter (nicht invasive), Cortisol aus dem Speichel, Acoustic Voice Quality Index (AVQI)
Projektpartner:
Projektteam: Thomas Stegemann, Johanna Zachhuber (mdw); Richard Crevenna & Michael Mickel (AKH)
Projektlaufzeit: März 2026 – Februar 2027
Kontakt: zachhuber@mdw.ac.at