FORSCHUNGSPROJEKTE


 

Bindungsbasierte Musiktherapie für Kleinkinder und ihre Bezugspersonen (BiM)

Das BiM-Forschungsprojekt stellt die Entwicklung und Konzeptualisierung eines bindungsbasierten musiktherapeutischen Therapiekonzeptes für Kinder im Alter von 0–4 Jahren und ihre Bezugspersonen in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses.

Der Fokus liegt dabei auf der Interaktion zwischen Bezugsperson und Kind sowie auf Aspekten, die für eine sichere Eltern-Kind-Bindung wichtig sind (z.B. Feinfühligkeit, emotionale Verfügbarkeit, gelingende Affektregulation). Mit einem Setting, in dem triadische Musiktherapieeinheiten (Bezugsperson-Kind-Therapeut_in) mit therapeutischen Gesprächseinheiten (Bezugsperson(en)-Therapeut_in) abwechseln, wird ein begleiteter Spielraum für neue Beziehungerfahrungen und gleichzeitig die Möglichkeit zur Reflexion geschaffen.

Diese Verbindung der praktischen Erlebnisebene mit Ebenen von Mentalisierung und Psychoedukation soll Ressourcen und Kompetenzen der Bezugspersonen stärken. Das bindungsbasierte musiktherapeutische Therapiekonzept nützt somit beziehungsfördernde Qualitäten musiktherapeutischer Interventionen, um in spielerischer und für die Bezugspersonen mitvollziehbarer Art und Weise in einer überschaubaren Zeitspanne die Qualität der Eltern-Kind-Interaktionen zu verbessern. Im Rahmen einer multiplen Case-Study wird das entwickelte Konzept angewandt und quantitativ sowie qualitativ evaluiert.

Projektleitung: Eva Phan Quoc

Aktueller Stand: Konzeptentwicklung, Bereitstellung der Forschungsinfrastruktur, Feasibility-Study

Kontakt: phan-quoc@mdw.ac.at

Dieses Projekt wird von der Andreas Tobias Kind Stiftung (D) gefördert.

 

Erhebung 2018 zur beruflichen Situation von Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Österreich

Der Österreichische Berufsverband der MusiktherapeutInnen (ÖBM) führte 2011 eine Umfrage zur beruflichen Situation unter den damals eingetragenen MusiktehrapeutInnenden (228 Personen) der MusiktherapeutInnenliste des heutigen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, durch.

Das WZMF führte im Herbst 2018 eine Wiederholung dieser Umfrage in erweiterter Fom durch. Aktuell sind auf der MusiktherapeutInnenliste 413 berufsberechtigte Personen eingetragen (Herbst 2018).

Unterstützt wird die Erhebung durch die zwei musiktherapeutischen Berufsverbände in Österreich, den ÖBM (Website) und den Berufsverband für Ethnomusiktherapie (Website).

Aktueller Stand: Artikel auf Deutsch und Englisch publiziert: doi:10.13109/muum.2019.40.3.236

Kontakt: wzmf@mdw.ac.at

 

Kunst in der Musiktherapie: Feasibility Studie zur Entstehung von Dialog in der Partnerspiel-Improvisation

 

Partnerspiel am Klavier

 

Vorbereitend auf mögliche klinische Studien zur Entstehung von Dialog im musiktherapeutischen Partnerspiel wurde von Oktober 2018 – März/April 2019 eine Feasibility Studie durchgeführt. Zentral für die Datengewinnung sind die Aufzeichnungen aus ca. 90-minütigen „Assessments“, bei denen gesunde erwachsene Proband_innen (ausgebildete Musiktherapeut_innen sowie Laien) gemeinsam auf einem Digitalpiano frei improvisieren. Der Zweck dieser Primärstudie ist es, durch die multiperspektivische Zusammenführung der erhobenen MIDI-Daten, der begleitenden physiologischen Messungen (HR, HRV, Atmung, Hautleitwert) sowie der im Anschluss an die Improvisationen in Form von Debriefing Interviews aufgezeichneten Narrative, Aufschluss über das subjektive Erleben beider Spielenden hinsichtlich der Entstehung von Dialog in der Improvisation zu gewinnen. 

 

Projektteam: Monika Smetana, Irene Stepniczka

 

Aktueller Stand: Durchführung der Assessments & Datengenerierung abgeschlossen; Aufbereitung und Analyse der Daten

 

Kontakt: wzmf-dialog@mdw.ac.at

 

Das Projekt wurde von der Stabstelle Forschungsförderung der mdw im Rahmen von Artistic Research – Pilot 2018 (interne Förderung für Pilotprojekte im Bereich der künstlerischen Forschung) unterstützt.

 

>>> nähere Informationen

 

>>> AR_Pilot short Final Report (Stand Dez. 2019)

 

 

Die Übersetzung des Fragebogens Healthy-Unhealthy Uses of Music Scale (HUMS) vom Englischen ins Deutsche

Der von Saarikallio, Gold und McFerran (2015) entwickelte Fragebogen Healthy-Unhealthy Uses of Music Scale (HUMS) erhebt das Zusammenwirken von Musik und psychischem Wohlbefinden bzw. Neigungen zu depressiver Symptomatik bei Jugendlichen.

Eine deutsche Übersetzung des Fragebogens lag bisher nicht vor. Der Übersetzungsprozess des Fragebogens HUMS mittels Teamübersetzungsmethode vom Englischen ins Deutsche (HUMS-DE) wurde abgeschlossen.

Der deutsche Fragebogen HUMS-DE ist unter „Downloads“ abrufbar. > Link

Aktueller Stand: Artikel publiziert > Link, Publikation der psychometrischen Testung von HUMS-DE in Vorbereitung

Kontakt: riedl@mdw.ac.at

 

Untersuchung von SSRI induzierten neuroplastischen Veränderungen bei Musiker_innen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT)

Diese Studie wird im Rahmen einer Kooperation zwischen der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien durchgeführt.

Die fokale Dystonie ist eine der gravierendsten berufsassoziierten Erkrankungen bei Musiker_innen und betrifft in etwa 1% aller professionellen Pianist_innen. Funktionelle und strukturelle Veränderungen des Gehirns spielen sowohl beim Erlernen eines Instruments als auch in der Pathophysiologie der fokalen Dystonie (maladaptive Neuroplastizität) eine wichtige Rolle. Hierbei hat insbesondere der Neurotransmitter Serotonin einen wichtigen Anteil. Während bisherige Behandlungsformen primär einen symptomatischen Ansatz verfolgen, bietet das Retraining die Möglichkeit, maladaptive neuroplastische Veränderungen zu überwinden. Durch die Gabe von Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) wird die Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt erhöht, wodurch neuroplastische Veränderungen in Gang gesetzt werden können. Im Rahmen dieser randomisierten, placebo-kontrollierten, doppel-blinden fMRT Studie werden 60 Pianist_innen, die an fokaler Dystonie leiden, untersucht. Nach Einschluss in die Studie werden die Patient_innen randomisiet auf drei Gruppen verteilt. Während die Gruppe 1 ausschließlich mittels Retraining über 6 Monate behandelt wird, erhalten Gruppe 2 und 3 zusätzlich entweder Placebo oder das SSRI Escitalopram. Jeweils vor und nach der Behandlung erfolgt eine Messung mit modernsten bildgebenden Methoden (3 Tesla fMRT), die es erlauben, strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn darzustellen. Zusätzlich wird eine Pilotstudie an 20 gesunden Kontrollprobanden durchgeführt, die den Einfluss von SSRIs auf neuroplastische Veränderungen beim Erlernen eines Instruments untersucht.

Kontakt: stegemann@mdw.ac.at