Das Institut für Film und Fernsehen – Filmakademie Wien ist heute eine weltweit anerkannte künstlerisch-innovative (Aus-)Bildungsstätte für Film- und Mediengestaltung an der mdw, orientiert an einer lebendigen Transdisziplinarität, theoretisch-reflexiven Auseinandersetzungen sowie kritischen Positionierungen im globalen Medienzeitalter.

Mathias
MATHIAS, Diagonale Preis Bester Kurzspielfilm 2017 ©Filmstill aus MATHIAS

Sie ist bis heute die einzige universitäre (Aus-)Bildungsstätte des Landes für Filmschaffende und seit Beginn Talenteschmiede für international erfolgreiche FilmemacherInnen wie Peter Kubelka, Ferry Radax, Ulrich Seidl, Barbara Albert, Jessica Hausner, Michael Glawogger, Martin Gschlacht – um nur einige zu nennen. Die zurzeit an der Filmakademie Wien lehrenden ProfessorInnen – Michael Haneke, Wolfgang Murnberger, Götz Spielmann, Thomas Benesch, Wolfgang Thaler, Danny Krausz, Michael Hudecek u. v. m. – sprechen ebenso für sich wie die vielen talentierten Studierenden, die jedes Jahr große Anerkennung auf Filmfestivals und in der Filmbranche erlangen.

Im aktuellen Studienjahr 2016/17 feiert die für die österreichische Filmkultur so wichtige (Aus-)Bildungsinstitution ein Jubiläum: Die Filmakademie Wien wird 65 Jahre alt. Die Geschichte dieser Institution begann im Wintersemester 1951/52 mit der Konzeption einer Klasse für Filmkunst durch den österreichischen Regisseur Walter Kolm-Veltée. Am 26. Februar 1952 folgte die Eröffnung des sogenannten Sonderlehrgangs für Filmkunst an der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien. Es entstanden in den darauffolgenden Jahren einige Kulturfilme, bemerkenswerte experimentelle Filme sowie die ersten, die Filmgeschichte Österreichs stark prägenden, kurzen bis mittellangen Spielfilme.

Der Sonderlehrgang für Filmkunst war zunächst in den Räumen der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien in der Lothringerstraße 18 untergebracht, übersiedelte mehrmals und bezog schließlich 1968 ein Palais in der Metternichgasse 12, das heute der zentrale Ort des Instituts ist. Als im Jahr 1972 der ORF ein neues Gebäude am Küniglberg in Betrieb nahm, wurden die Filmstudios in der Maxingstraße 13a frei und die Filmakademie Wien benutze dort die Ateliers im 13. Bezirk, bis 2005 ein neues Filmstudio am Campus eröffnet werden konnte. Im Zuge einer neuen Hochschulgesetzgebung wurden später fünf Hauptfächer eingerichtet und seit 2003 als Bakkalaureats- und Magisterstudienprogramme geführt. Zusätzlich wurde ein Magisterstudium für Digital Art – Compositing eingerichtet. Im Jahr 2012 kam der Fachbereich Medien- und Filmwissenschaft hinzu. Im Rahmen dieses Fachbereichs wird derzeit das Forschungsprojekt Metternichgasse 12. Eine Archäologie durchgeführt, das die institutionelle Entwicklung der Filmakademie Wien sowie das von Studierenden im Laufe ihrer Ausbildungszeit produzierte Filmschaffen untersucht (siehe Gespräch mit Kerstin Parth und Albert Meisl in diesem Heft).

Zahlreiche Lehrende haben die Filmakademie Wien über Jahrzehnte hindurch geprägt und wesentlich dazu beigetragen, dass die (Aus-)Bildung in Theorie und Praxis auf höchstem Niveau durchgeführt wurde. Geleitet wurde die für den österreichischen Autorenfilm bedeutende Institution u. a. von Ernst Haeussermann (1965–1971), Harald Zusanek (1971–1973), Robert Schöfer (1973–1975), Hannelore Götzinger (1993–1997), Wolfgang Glück (1997–2002), Peter Mayer (2002–2008), Peter Patzak (2008–2013) und seit 2014 von Claudia Walkensteiner-Preschl.

Der langjährige Professor für Buch und Dramaturgie Walter Wippersberg schrieb in einem Zwischenbericht anlässlich des 50. Geburtstags der Filmakademie Wien 2002: „Tatsache ist: Die Grenzen zwischen der Ausbildung und der beruflichen Praxis verschwimmen immer mehr – in diesem Sinne nämlich, dass viele Studierende bereits während ihres Studiums ein durchaus professionelles Qualitätsniveau erreichen. Und so gewinnen die Filme unserer Student(innen) Preise nicht nur bei Studentenfilmwettbewerben, sondern auch bei ‚richtigen, erwachsenen‘ Festivals.“

Diese Tendenz ist nach wie vor gültig: Die Filmakademie Wien ist sehr stolz auf die zahlreichen Erfolge der Studierenden, auf die enorme Anzahl an Festivalteilnahmen (jährlich nahezu 300), auf die zahlreichen Preise und Auszeichnungen (Diagonale, Max Ophüls Festival, Oscar-Nominierung für den besten Kurzfilm u. v. m). Außerdem wird die Filmakademie Wien seit inzwischen zwei Jahren von der renommierten US-amerikanischen Fachzeitschrift Hollywood Reporter als eine der 15 besten Filmschulen der Welt prämiert.

In diesem Sinne feiert die Filmakademie Wien im Jahre 2017 mit zahlreichen Aktivitäten, Festen und Retrospektiven besonders freudig 65 Jahre und stellt sich weiterhin tatkräftig den Herausforderungen einer universitären (Aus-)Bildungsstätte im künstlerisch-innovativen Medien- und Filmbereich.

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