Insieme! Ein Kammermusikkonzert der „speziellen Art“

Irina Vaterl

Den eigenen Instrumentalpädagogen oder die eigene Instrumentalpädagogin abseits der Unterrichtsstunde als Künstler*in kennenlernen und erleben? Als Schüler*in an der Seite von
Lehrenden musizieren?

Ganz im Zeichen des Gemeinsamen steht der Konzertabend Insieme! An der Seite seiner Lehrer*innen gestaltet der musikalische Nachwuchs ein abwechslungsreiches Konzert voller
musikalischer Raritäten. Ungewöhnliche Besetzungen und bemerkenswerte Komponistinnen und Komponisten sind der Ausgangspunkt für das gemeinsame Musizieren.
Die jungen Musiker*innen sind zwischen 10 und 25 Jahre alt. Es ist für sie das erste Projekt, in dem sie in einem Trio mit Kollegen*innen nicht von ihren Lehrpersonen „von oben“
unterrichtet oder „von außen“ gecoacht werden. Seite an Seite mit den Lehrern*innen werden sie als gleichberechtigter Kammermusikpartner/ als gleichberechtigte Kammermusikpartnerin aktiv zum Mitgestalten und Mitentscheiden einbezogen. Jeder einzelne Satz wird jeweils von zwei jungen Nachwuchsmusikern*innen zusammen mit einer/einem Lehrenden der Institution vorgetragen.

Das Entdecken von neuem Repertoire und eine mutige Auswahl von Kammermusik mit nicht traditioneller Besetzung stellen einen wichtigen Aspekt in diesem Projekt dar. Neben dem
klassisch besetzten Trio op.8 von Dmitri Shostakovich liegt etwa der Reiz der Trios für Flöte, Violine und Klavier von Mel Bonis und Nino Rota und des Trios op. 63 für Flöte, Violoncello
und Klavier von Carl Maria von Weber im ungewöhnlichen Arrangement der Instrumente.
Eine zentrale Rolle in diesem Projekt spielt auch der Aspekt des Präsentierens und Vermittelns: Wie bewege ich mich auf der Bühne? Wie kann ich mit spannenden biografischen Anmerkungen und Anekdoten das Publikum fesseln? Welche Sprachmelodie und welches Sprachtempo sind für eine Konzertmoderation geeignet?
Die Präsentation des Konzertes mit der Einführung in die Werke und einer interessanten Verknüpfung mit den Biografien der Komponisten*innen werden in einem Workshop
gemeinsam erarbeitet. Beim Konzert sind es dann die jungen Musizierenden, die die gesamte Gestaltung und Moderation durchführen.

Das besondere Augenmerk des Projekts liegt dabei auf folgender Frage: Bewirkt das gemeinsame Konzertieren mit den eigenen Professoren*innen für die jungen Musiker*innen
einen Motivationsschub? Wie weit beeinflusst und unterstützt das Musizieren auf Augenhöhe mit den „Profis“ die Jugendlichen in ihrem musikalischen Engagement und ihrer Kreativität?
Gelingt es damit, musikalischen Enthusiasmus anzuregen oder zu steigern?

In diesem Sinne.... Suoniamo insieme!