Mission Statement

Der Name des Artistic Research Center der mdw verweist in seiner Abkürzung auch auf die englischen Bedeutung von ARC als „Bogen“ als Brückenbogen zwischen Kunst und Wissenschaft, und damit auch als Erweiterung jenes offenen Raumes, in dem Kunst und Wissenschaft einander wechselseitig befruchten. Im Zentrum steht innovative künstlerische Arbeit, die zur Produktion neuen Wissens führt und als eigenständiger Beitrag zur Entwicklung und Erschließung der Künste dienen kann. Dabei ist von einer Vielfalt an Wissens- und Verstehensformen auszugehen. Wissen über spezifische Problemstellungen wird in den Künsten generiert, die entsprechende künstlerische Forschung kontextualisiert und der daraus resultierende Erkenntnisgewinn adäquat dokumentiert und kommuniziert. Dabei spielen – in unterschiedlichen projektspezifischen Gewichtungen – Entwicklung und kritisch-systematische Reflexion künstlerischer Praktiken, Inter- und Transdisziplinarität, Kollaborativität, Plurimedialität, Diversität der Wissensformen und Bewusstsein für Fragen der gesellschaftlichen beziehungsweise sozialen Relevanz eine wesentliche Rolle.

Aufgaben

  • die Lehre im Rahmen des künstlerischen Doktotoratsstudiums,
  • Beiträge für künstlerische und künstlerisch-wissenschaftliche Master- bzw. Diplomstudien,
  • die Beherbergung und Unterstützung von künstlerischer Forschung in eigenen und Drittmittel-Projekten, Meta-Artistic-Research und Bündelung von AR-Expertise,
  • die Errichtung einer Vernetzungs- und Publikationsplattform.

Team

Johannes Kretz – Leiter Artistic Research Center

Komponist, Elektronik-Performer, künstlerischer Forscher

Geb. 1968 in Wien

Studium Komposition an der Wiener Musikhochschule (bei F. Burt und M. Jarrell), weiters Musikerziehung, dazu Mathematik an der Universität Wien • 1992-93 Studien (Computermusik) am IRCAM, Paris u.a. bei Marco Stroppa und Brian Ferneyhough

1994-2003 Assistent/Professor für Computermusik beim Internationalen Bartok-Seminar in Szombathely (H) • 1996-2001 Lehrer für Tonsatz und Komposition am Konservatorium der Stadt Wien • Seit 1997: Lehrer für Computermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), seit 2001 auch Musiktheorie, seit 2004 auch Komposition, seit 2009: ao. Professor für Komposition (Habiliation) • Seit 2008: Leiter des Zentrums für innovative Musiktechnologie (ZiMT) an der mdw, seit 2013 Institutsleiter und Studiendekan des Institut 1 für Komposition und Elektroakustik der mdw • 2018-2021: Projektleiter von „creative (mis)understandings, dreijähriges artistic research-Projekt (PEEK – FWF). Leiter des ARC (Artistic Research Center) an der mdw.

Gründungsmitglied des NewTonEnsemble Wien, des European Bridges Ensemble und der internationalen Komponistengruppe PRISMA, des Performance Duos TOUCHING, sowie von ikultur.com. Ko-Kurator von aNOther festival Wien zusammen mit Wei-Ya Lin und Mahdieh Bayat.

Stipendien und Preise: u.a. Österr. Staatsstipendium 1997, Stiftung Delz (CH, 2001), Theodor Körner Preis 2004

Aufträge/Auftritte: u.a. National Theater Hall, Taipei, Wien Modern Festival, Ars Electronica Festival, Konzerthaus Wien, Eclat Festival Stuttgart, Klangforum Wien, Ensemble On Line, Ensemble Reconsil, quartett22, Lemgoer Orgeltage, Haller Bachtage, Triton Trombone Quartett, Wiener Kammerchor.

Aufführungen: in Österreich, Deutschland, Frankreich, Ungarn, Tschechien, Lettland, Litauen, Polen, Türkei, Japan, Südkorea, China, Taiwan, Usbekistan, Iran, Indien, USA, Kanada, Mexico und Argentinien.

Persönliche Website

Thomas Grill – stellvertretender Leiter Artistic Research Center

… arbeitet als Komponist und Performer elektroakustischer Musik, als Medienkünstler, Technologe und Klangforscher. Seine künstlerische Arbeit umfasst unterschiedlichste Bereiche hörbarer und medien­übergreifender Kunst, mit Fokus auf lautsprecherbasierter Musik, elektroakustischer Improvisation, sowie Installationen und Interventionen.

Seine Ausbildung erfolgte durch Studien der technischen Physik in Linz, der Computermusik und elektronischen Medien, sowie mit dem individuellen Master-Studium der interaktiven elektronischen Instrumente in Wien. Er erwarb ein Doktorat in Komposition und Musiktheorie der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Post-Doc-Forschung folgte am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI) im Bereich maschinellen Hörens und Lernens.

Grill wurde für seine Arbeiten eine Honorary Mention des Prix Ars Electronica, der Theodor-Körner-Preis, der Award of Excellence des österreichischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Outstanding Artist Award für Interdisziplinarität (Bonus-Preis) des österreichischen Bundeskanzleramtes sowie eine Reihe von Arbeitsstipendien zuerkannt.

An der MDW ist er Leiter des Universitätslehrgangs für elektroakustische und experimentelle Musik (ELAK) und des mehrjährigen Projekts künstlerischer Forschung „Rotting Sounds“, sowie Vorsitzender der Studienkommission für das künstlerische Doktoratsprogramm.

Persönliche Website: http://grrrr.org

Wei-Ya Lin – Artistic Researcher

Wei-Ya Lin, Bratschistin und Ethnomusikologin, leitet zur Zeit gemeinsam mit Johannes Kretz das PEEK-Projekt creative (mis)understandings (2018-2021) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). Gleichzeitig ist sie als Forscherin in Artistic Research und als Lehrbeauftragte am Institut für Komposition und Elektroakustik der mdw sowie am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien tätig. Seit 2010 ist sie Co-Initiantin und -Kuratorin von aNOther festival Wien; seit 2014 leitet sie den interdisziplinären und interkulturellen Sommerkurs iKultLab. Seit 2013 ist sie mit der Planung und Durchführung von Projekten beschäftigt, die auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen basieren, mit künstlerischen Mitteln umgesetzt werden und auf aktivistischen und sozio-politischen Ansätzen beruhen.

Forschungsschwerpunkte: Artistic Research, Angewandte Ethnomusikologie, Musik der Indigenen, Auditives Wissen, Bi-Musikalität.

e-mail: lin@mdw.ac.at

Tasos Zembylas

1997 Promotion in Philosophie, 2003 Habilitation im Fach Kulturbetriebslehre. Seit 1999 zuerst Assistent, dann Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Epistemologie der künstlerischen Praxis; Theorien des Kulturbetriebs; Kulturpolitik.
Zahlreiche Publikationen unter anderem zum Themenfeld „künstlerische Schaffensprozesse“ und „künstlerisches Wissen“ wie etwa

  • Wissen, Können und literarisches Schreiben. Eine Epistemologie der künstlerischen Praxis, (gem. mit C. Dürr) Wien, 2009
  • „Auf den Spuren von Tacit Knowing im künstlerischen Schaffensprozess“. Sociologia Internationalis,12, No.1-2, 2012, S. 87-113
  • Artistic Practices. Social Interactions and Cultural Dynamics, (Hg.), London, 2014
  • Praktiken des Komponierens: soziologische, philosophische und musikwissenschaftliche Perspektiven (gem. mit M. Niederauer). Wiesbaden: Springer, 2016. Englische Übersetzung: Composing Processes and Artistic Agency: Tacit Knowledge in Composing. London, 2018
  • „Plurale Wissensformen in diversen Kunstwelten“, in: R. Hermkes u.a. (Hg.): Implizites Wissen, Bielefeld, 2020, S. 65-85
  • „Es ist schwer zu wissen, was das Wahrnehmen alles macht“, in: C. Schürkmann & N. T. Zahner (Hg.innen): Wahrnehmen als soziale Praxis. Wiesbaden, 2021, S. 43-65

 

email: zembylas@mdw.ac.at

Georg Nussbaumer - Lecturer

Georg Nussbaumer (*1964 in Linz, Österreich) gilt als virtuoser Gesamtkunstwerker, dessen Arbeiten sich zwischen Komposition, Installationskunst, Performance und Theater bewegen. Grossformatigen szenischen Arbeiten, die vielschichtige Bildklangräume konstituieren und thematische sowie motivische Stilmittel zu einem großen Ganzen zusammenbinden, stehen reduzierte Klanginstallationen oder auch nichtklingende Vorgänge gegenüber, die sich oft mit Musik, ihrer Geschichte und Wirkung und schliesslich mit ihrer Hervorbringung auseinander setzen. Er arbeitet mit hochspezialisierten PerformerInnen und MusikerInnen genauso selbstverständlich wie mit Kaugummi kauendem Publikum, mit Bogenschützen, Apnoetauchern, einem Motorradclub oder Hundertschaften von SängerInnen ländlicher Laienchöre.
Seine Arbeiten wurden u.a. realisiert von/bei: Donaueschinger Musiktage | Steirischer Herbst | Nationaltheater Mannheim | Berliner Festspiele – Maerzmusik | Schaubühne Berlin | call&response London | happy days Oslo | Villa Aurora Los Angeles | Théatre Kléber-Méleau Lausanne | Bregenzer Festspiele – Kunst aus der Zeit | soundscape Vilnius | Ring Festival Los Angeles | radialsystem Berlin | Opera Dagen Rotterdam | sophiensaele Berlin | Kunstfest Weimar | operadhoy Madrid | Teatr-e Shahr Teheran | rainy days Luxembourg | Theater Basel | Wien Modern

 

Theresa Dlouhy-Staber – Sekretariat

Die österreichische Sopranistin erhielt Ihre Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Neben Ihrer Konzerttätigkeit als Solistin (mit musikalischen Partnern wie Ictus, Phace, Ensemble Mikado,…) und in Ensembles (Company of Music – deren Organisatorin sie auch ist, Balthasar Neumann Chor) liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Oper.

So war sie unter anderem als Prinzessin bei der Uraufführung von Wolfgang Mitterers Das tapfere Schneiderlein, in Anæsthesia gemeinsam mit Franui und Nico and the Navigators, als Kammerjungfer in der Uraufführung der Oper Die Gänsemagd (Iris ter Shiphorst), als Mondprinzessin in Wolfgang Mitterers Comicoper Baron Münchhausen (bei Musica Strasbourg und am Kampnagel Hamburg) in drei Kurzopern der Produktion „Gates/Gäste!“(Karusell – Mirela Ivicevic, Axi – Jaime Wolfson, Inventur – Fernando Riederer) im Rahmen der World Music Days, als Imogen in Bernhard Ganders Sitcom Opera Das Leben am Rande der Milchstrasse, und als Ida in Michael Sturmingers Inszenierung von Die Fledermaus (Elbphilharmonie) zu hören und zu sehen.

Im Artistic Research Center ist Theresa Dlouhy für das Sekretariat zuständig.

e-mail: dlouhy-staber@mdw.ac.at