Gendersensitive Konzeptionierung eines InstruMentes für selbstbiOgrafisches MEmoriereN und GedächTnistraining für Menschen mit VErgesslichkeit  MOMENTE 

Weiterentwicklung eines multisensorischen digitalen Tools für Gedächtnistraining und Sprachforschung

Ziel dieses Projektes ist die Konzeption eines gendersensiblen, multisensorischen und nach ethischen Kriterien geprüften digitalen Tools: Dies soll einerseits Menschen mit Vergesslichkeit ermöglichen, ihre Lebensbiografie in Form von Sprache, Geräuschen, Texten, Bildern, Fotos sowie biografisch relevanten Musikstücken festzuhalten, andererseits aber auch als Therapieinstrument dienen, das Zugehörige sowie Pfleger*innen und Therapeut*innen in der Betreuung unterstützt. Die Konzeption des sogenannten MOMENTE-Instrument baut auf ein bereits existierendes Sprachtrainingsinstrument namens Memocorby auf, das einen Ansatz zur inklusiven Technologienutzung bietet.

Besonders in einem weiter fortgeschrittenen Stadium der demenziellen Beeinträchtigung ist die Fähigkeit, sich ausreichend verbal ausdrücken zu können, ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität. Die emotionale Unterstützung von Menschen mit Vergesslichkeit als marginalisierter Personengruppe ist daher nicht nur als therapeutische, sondern als gesellschaftliche Zielsetzung zu betrachten, insbesondere da auch (betreuende) Zugehörige und Pfleger*innen sowie Therapeut*innen dadurch mehr entlastet werden. Es gibt bislang kein digitales Tool, das geeignet ist, um die Bedeutung von (Auto-) Biografie für Einzelne und Gruppen abzubilden. Neben dem Gedächtnistraining zielt das angestrebte Trainingsinstrument auch darauf ab, das sinnliche Erleben zu unterstützen und ein Ausgangspunkt für Begegnungen zu sein.

Der Einsatz von digitalen Technologien bietet hier umfassendere Möglichkeiten als dies analoge Formate (z. B. Fotoalben) tun. Als Hauptergebnis wird eine gendersensible Konzeptionierung des Instrumentes angestrebt, welches das lebenslange Trainieren des Gehirns fördert und dabei auf die individuellen Nutzungsgewohnheiten von Technologien Rücksicht nimmt. Dabei werden wir uns mit Fragen der inhaltlichen Gestaltung des Instrumentes ebenso befassen, wie mit den zuvor notwendigen Schritten, damit das Instrument zeitgerecht, bevor das Vergessen zu weit fortgeschritten ist, mit dem eigenen Leben „befüllt“ und auch verwendet wird. Ebenso gehen wir der Frage nach, wie die rechtlichen Gegebenheiten sein müssen, wenn persönliche Inhalte auf einer digitalen Plattform gespeichert werden, sodass diese z.B. auch weitervererbt oder gelöscht werden können. Von Interesse ist, ob es unterschiedliche Anforderungen von Personen unterschiedlichen Geschlechts hinsichtlich Designs des Instrumentes und der inhaltlichen Gestaltung gibt. Die Entwicklung des Instrumentes ist vorwiegend auf die Anwendung durch Menschen mit Vergesslichkeit, aber ebenso durch Menschen in deren Umfeld ausgerichtet.

Die Integration von biografisch relevanten Musikstücken in das Training mit dem MOMENTE-Tool stellt ein wichtiges Element in vorliegendem Forschungsprojekt dar und soll in diesem Rahmen mit besonderem Schwerpunkt auf einen gender- und diversitätssensiblen Einsatz von Musik untersucht werden. Der Einsatz von biografisch relevanter Musik in der Betreuung und therapeutischen Behandlung von Menschen mit Vergesslichkeit erfordert immer große Sensibilität, daher ist musiktherapeutische Expertise ein wichtiger Bestandteil dieses Forschungsprojektes.

Projektkonsortium: Apptec Ventures GmbH (Lead), IMC Fachhochschule Krems GmbH, Memocorby Systems GmbH, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Wiedenbauer Mutz Winkler & Partner Rechtsanwälte GmbH.

Projektleitung mdw: Eva Phan Quoc (WZMF)

Projektmitarbeit mdw: Julia Fent (WZMF)

Laufzeit: 10/2021−09/2023

Finanzierung: FEMTech (FFG)

Kontakt: phan-quoc@mdw.ac.at