DAS MUSIC AND MINORITIES RESEARCH CENTER


Das Forschungszentrum für Musik und Minderheiten (MMRC) wurde 2019 von Wittgenstein-Preisträgerin Ursula Hemetek gegründet und wird seither von ihr geleitet. Ziel des Forschungszentrums ist es, die von Ursula Hemetek wesentlich mitentwickelte ethnomusikologische Minderheitenforschung voranzutreiben und eine strukturelle Basis dafür an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu schaffen. Dieses Forschungsfeld soll so nachhaltig etabliert werden, wobei der gesellschaftspolitischen Relevanz und Anwendbarkeit von Forschungsergebnissen besondere Bedeutung zukommt.

Das MMRC ist eine eigenständige Organisationseinheit innerhalb der mdw. Die ersten fünf Jahre, von 2019 und 2024, sind durch die Förderung des Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) über den Wittgenstein-Preis finanziert.
 


Mission Statement:

Ethnomusikologische Forschung mit gesellschaftspolitischer Verantwortung

„Nach 40 Jahren Forschung zu Musik und Minderheiten glaube ich mehr denn je, dass Musik wirkmächtig ist: Sie kann der Identifikation ebenso wie der Repräsentation dienen und sie kann instrumentalisiert werden. Somit ist Musik ein wesentlicher gesellschaftspolitischer Faktor.

Minderheiten – Gruppen mit geringerer Macht im Verhältnis zu einer dominanten Gruppe innerhalb einer Gesellschaft – sind verschiedenen Formen der Diskriminierung ausgesetzt. In der Auseinandersetzung mit dieser „Ungleichheit” kann Musik eine wesentliche Rolle spielen. Die Ethnomusikologie beschäftigt sich mit Musik im sozialen Zusammenhang, deshalb bietet sie die geeigneten Werkzeuge, um diese Phänomene zu erforschen. Engaged Ethnomusicology kann darüber hinaus in Zusammenarbeit mit NGOs und politischen Akteur_innen Wege der gesellschaftspolitischen Umsetzung von Forschungsergebnissen entwickeln.

Mit dem MMRC gründe ich ein Forschungszentrum an der mdw, das sich der systematischen Erforschung musikalischer Praktiken im Kontext von Minderheiten widmet, auf lokaler und globaler Ebene. Das MMRC strebt Nachhaltigkeit an, indem es Nachwuchsforscher_innen die Möglichkeit gibt, im Austausch mit bereits erfahrenem Forscher_innen neue Ansätze zu entwickeln. Wir wollen die Theorien und Methoden dieses Forschungsgebietes international weiterentwickeln, sowie an Modellen der gesellschaftspolitischen Anwendung arbeiten um die Macht der Musik für die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft zu nutzen.”

Ursula Hemetek