©Sigga Ella
Ragnheiður Erla Björnsdóttir (sie/ihr) ist eine isländische Komponistin und künstlerische Forscherin mit Sitz in Wien. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Stimme, Verkörperung und erweiterte Gesangstechniken, wobei sie Ökomusikologie und experimentelles Schreiben in eine interdisziplinäre Praxis einfließen lässt. Als Doktorandin am Artistic Research Center der mdw erhielt sie den phonoECHOES-Preis für Klangkunst, Improvisation und experimentelle Musik beim Klangzeit Festival 2023. Sie wirkt am europäischen Projekt CYANOTYPES an der Universität für angewandte Kunst Wien mit und war Co-künstlerische Leiterin der Skálholt Summer Concerts (2022). Als Mitglied des Kunstkollektivs HLÖKK, dessen Debütalbum Hulduhljóð mit dem Kraumur-Preis ausgezeichnet wurde, wurden ihre Arbeiten international präsentiert – von versteckten Klanginstallationen in Wäldern bis hin zu theatralischen Vokalkompositionen – unter anderem bei Festivals wie dem Lucerne Festival Forward, den Dark Music Days und Young Nordic Music.
©Viktoria_Hofmarcher
Isabel Frey ist Senior Artist und Post-Doc am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) und jiddische Sängerin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind jüdische Musik, Diaspora, Minderheitenforschung, Gender und Queer Studies, Religionsforschung, Sound Studies, und urbane Ethnomusikologie. Sie promovierte 2020–2024 im strukturierten Doktoratsprogramm der mdw über die zeitgenössische Überlieferung und Aufführung jiddischer Volkslieder und war 2023 Gastforscherin am Center for Jewish Studies der Harvard University. Zusammen mit Benjy Fox-Rosen leitete sie das künstlerische Pilotforschungprojekt „Challenging the Theater of Memory: Yiddish Song beyond Kitsch and Stereotype” (2022–2024) am Music and Minorities Research Center der mdw. Derzeit leitet sie das FWF-finanzierte Projekt „(Un)heard Neighbors: An urban ethnomusicology of proximity” (TAI1016625, 2025–2027). Außerhalb der Unversität ist sie eine gefragte Interpretin und Lehrerin für jiddische Lieder, tourt international und hat drei Alben mit jiddischen Liedern veröffentlicht.
©Catherine Peter
Nastasia Heckendorff ist Musikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) im FWF-Projekt „Composing | Publishing | Performing Opera: The Making of Alban Berg’s Wozzeck and Lulu“ an der Alban Berg Stiftung in Wien. Zuvor war sie am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena tätig, wo sie 2024 mit einer Arbeit zum Thema „Inszenierte Politik und politische Inszenierung – die Bühnenwerken Marco Marazzoli im Kontext des seicento“ (Bärenreiter, in Vorb.) promoviert wurde. Gastpositionen und Fellowships führten sie u.a. an die Yale University, das Deutsche Historische Institut in Rom und die Humboldt-Universität zu Berlin. Sie lehrt und forscht in den Bereichen Performance Studies, Autorschaft und Material Cultures mit Schwerpunkten in der Musikkultur der Frühen Neuzeit und der Moderne.
Weitere Informationen nastasiaheckendorff.comv
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Judith McGregor studierte Instrumentalpädagogik (Bratsche) an der mdw Wien sowie den Master „Musikvermittlung – Musik im Kontext“ an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Seit Oktober 2022 ist sie Universitätsassistentin im Fachbereich Instrumental- und Gesangspädagogik an der mdw. Bereits während ihres Studiums unterrichtete sie an Musikschulen in Niederösterreich und initiierte zahlreiche Musikvermittlungsprojekte in Kooperation mit Schulen, Künstler:innen sowie regionalen und überregionalen Partner:innen. Als freischaffende Bratschistin ist sie in Wien tätig, u. a. mit der Neuen Oper Wien und dem Symphonieorchester der Volksoper Wien. Von 2016 bis 2022 arbeitete sie im Musik & Kunst Schulen Management NÖ. Ihre Promotion widmete sie dem Thema „Musikvermittlung im instrumentalpädagogischen Kontext“. Zudem engagiert sie sich in Fachgremien und Netzwerken auf Bundes- und Hochschulebene.
©Sara Honarmand Ebrahimi
Emma Schrott studierte Musikwissenschaft und Ethnomusikologie an der Universität Wien, der Université Paris-Sorbonne und der University of Oxford, wo sie mit Auszeichnung als St Hugh’s College Stipendiatin abschloss. Ihre Forschung befasst sich mit klanglichen Praktiken und deren Wechselwirkung mit emotionalen und verkörperten Erfahrungen in Krisenzeiten – von TikTok Soundscapes, die während COVID-19 zur politischen Mobilisierung beitrugen, bis zu kollektiver elektronischer Tanzmusik als Form des Widerstands im Krieg in der Ukraine. Zudem war sie am New Yorker Leo Baeck Institute tätig, wo sie Oral History-Interviews zur österreichisch-jüdischen Emigration nach Nordamerika führte. Ihre Promotion an der mdw, Teil des ERC-geförderten Projekts „GOING VIRAL. Music and Emotions during Pandemics (1679–1919)“, untersucht die Kultur- und Emotionsgeschichte der Spanischen Grippe in Wien.
©Rheinmainstudio
Jagoda Szmytka ist Komponistin, Künstlerin und künstlerische Forscherin im Bereich der zeitgenössischen Musik. Seit 2021 promoviert sie am Artistic Research Center der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ihre Dissertation trägt den Titel „Almanach der erweiterten Komposition“. Ihre künstlerische Forschung konzentriert sich auf die Notenschrift, die Organisation von musikalischem Material, die kompositorischen Werkzeuge und Methoden in der Instrumental-komposition und in Verbindung mit dem Zeichnen.
Ihr Werk umfasst über 40 Kompositionen für Solo, Kammer- und große Ensembles, oft erweitert durch Audio- und Videoprojektionen. Sie schrieb zudem eine Kammeroper und drei experimentelle Musiktheaterstücke. Szmytkas Musik zeichnet sich durch die Erforschung instrumentaler Techniken und ausdrucksstarke Gestik aus. Häufig beginnt ihr kreativer Prozess mit dem Infragestellen musikalischer Grundprinzipien.
Thematisch reflektieren ihre Werke aktuelle Fragen wie Körperlichkeit, Identität und Präsenz. Sie arbeitete mit renommierten Ensembles wie dem Ensemble Recherche, Ensemble Modern, Phace und dem Kronos Quartet zusammen. Aufträge erhielt sie u. a. vom Teatr Wielki Warschau, von Warsaw Autumn, Wien Modern und dem Lucerne Festival. Ihre Werke erscheinen bei PWM Edition. Neben dem Komponieren widmet sie sich auch dem Zeichnen.
Profil der Komponistin auf der Website von PWM Edition.
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Irene Stepniczka studierte Musikwissenschaft und Cognitive Science (Schwerpunkte: Psychologie, Neurowissenschaften & AI) an der Universität Wien. Seit 2018 ist sie am Wiener Zentrum für Musiktherapie-Forschung (WZMF) des Instituts für Musiktherapie der mdw, in verschiedenen Kontexten und Projekten tätig. U.a. Entwicklung eines Fragebogens zur unterstützenden Reflexion und Erfassung des intra- sowie interpersonalen Beziehungserlebens in dyadischen musiktherapeutischen Improvisationen (gemeinsam mit Monika Smetana, Projektwebseite), Co-Leitung des partizipativen Projekts "My Tune. Musiktherapie aus unseren Perspektiven" (gemeinsam mit Julia Fent) sowie Erforschung der Musiktherapie im neurowissenschaftlichen Setting (gemeinsam mit Thomas Stegemann, Projektwebseite). Aktuell liegt ihr Fokus auf dem Dissertationsprojekt „Musiktherapie – ein soziodynamisches System – Interaktionen, Wirkungen/Wirkungsweisen und Einflussfaktoren“, wo interdisziplinäre Sichtweisen zusammenfließen.
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Karla Louisa Stolle ist seit Oktober 2024 Doktorandin an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ihre Dissertation vergleicht Musikbildung in Europa anhand der Lehrpläne aus verschiedenen Ländern. Forschungsschwerpunkte sind internationale Musikpädagogik, Curriculumsforschung, sprachsensibler sowie praxisorientierter Unterricht. Zuvor studierte sie Lehramt Musik und Deutsch an der Universität Potsdam, schloss 2022 mit „sehr gut“ ab und war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Parallel zur Promotion ist sie Universitätsassistentin an der mdw und koordiniert gemeinsam mit Prof. Dr. Isolde Malmberg das Erasmus+-Projekt TEAM. Weitere Informationen IMP-Webseite.
Mentor_innen
Alexandra Kertz-Welzel ist seit 2011 Professorin und Leiterin der Musikpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, von 2023-2025 war sie auch Dekanin. Sie arbeitete von 2021-2025 als Professor II an der University of Inland Norway in Hamar (Norwegen) und war als Postdoc von 2002-2005 an der University of Washington in Seattle (USA). Ihre Bücher "Globalizing music education" wurden 2018 bei Indiana University Press und „Rethinking music education and social change" 2021bei Oxford University Press veröffentlicht. Von 2017–2019 war sie Vorsitzende der International Society for the Philosophy of Music Education. Seit 2025 ist sie Herausgeberin der internationalen Fachzeitschrift Philosophy of Music Education Review.
Alexandra Kertz-Welzel ist die Mentorin von Emma Schrott, Irene Stepniczka und Karla Louisa Stolle
©Manu Theobald
Isabel Mundrys Werke zeichnen sich durch eine differenzierte Klangsprache aus, in die das Nachdenken über die Bezüge zwischen Zeit, Raum und Wahrnehmung auf vielfältige Weise einfließt. Dabei öffnet sie sich in ihrem Schaffen stets neuen Wegen und unterschiedlichsten Realitätsbezügen, die sie mit ihrer in Timbre, Harmonik und Rhythmik nuancierten Musik erforscht.
Unter den Uraufführungen der letzten Jahre finden sich Werke verschiedenster Gattungen mit diversen Inspirationsquellen, interpretiert unter anderem vom Chicago Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Tokyo Symphony Orchestra, dem Ensemble intercontemporain oder dem Ensemble Resonanz.
Ihr kompositorisches Handwerk erlernte Isabel Mundry unter anderem bei Frank Michael Beyer, Gösta Neuwirth und Hans Zender, ergänzt um Studien in Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie, sowie um einen Kurs für Informatik und Komposition am Pariser IRCAM. Sie ist Mitglied der Akademien der Künste von Berlin und München sowie der Akademie für Wissenschaft und Literatur Mainz. Seit 1998 war sie vielfach als Dozentin bei den Darmstädter Ferienkursen zu Gast. Nachdem sie ab 1996 eine Professur an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt innehatte, ist sie seit 2004 Professorin für Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste und seit 2011 zudem an der Hochschule für Musik und Theater München.
Isabel Mundry ist die Mentorin von Ragnheiður Erla Björnsdóttir und Jagoda Szmytka
©Nico Herzog
Susanne Rode-Breymann, seit Oktober 2024 Professorin für musikspezifische Genderforschung an der HfM Nürnberg im Rahmen des Bayerischen Spitzenprofessurenprogramms der Hightech Agenda Bayern, war Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Bayreuth und Bonn, lehrte nach der Habilitation 1996 in Hannover, dann 1999 bis 2004 als Ordinaria für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Köln. In gleicher Funktion wechselte sie 2004 an die Hochschule in Hannover und gründete dort 2006 das Forschungszentrum Musik und Gender, das sie bis September 2024 leitete. In dieser Zeit war sie Mitbegründerin und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der genderforschenden Einrichtungen in Niedersachen, Gutachterin im Professorinnenprogramm des BMBF (2013-2024) und wirkte 2014-2018 in der „Dialoginitiative geschlechtergerechte Hochschulkultur“ des Niedersächsischen Ministeriums mit.
Sie publiziert über Alte Musik, Musiktheater (u.a. Musiktheater eines Kaiserpaars. Wien 1677 bis 1705) und Gender Studies (u.a. Alma Mahler Werfel. Muse. Gattin. Witwe), gibt verschiedene Jahrbücher und Reihen heraus und war Fachherausgeberin Musik der Enzyklopädie der Neuzeit.
Im Fokus der letzten Jahre standen Hochschulleitung und -politik (2010-2024 Präsidentin der HMTM Hannover; 2017-2023 Vorsitzende der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen; 2021-2023 HRK-Vizepräsidentin für Kooperation und Vielfalt innerhalb des Hochschulsystems).
Susanne Rode-Breymann ist die Mentorin von Isabel Frey, Nastasia Heckendorff und Judith McGregor.