isa22: Baroque Solo Works for Strings

Die monumentalen Solissimo-Werke von J.-S. Bach sind natürlich nicht spontan aus dem Nichts entstanden, sondern stellen die Spitze des Eisbergs dar. Denn davor hatten sich schon einige Geiger- und Cellisten-Komponisten an dieser Form versucht, wie Biber, Walther oder Matteis für Violine vor allem im deutschsprachigen Raum oder Domenico Gabrielli für Violoncello in Italien. Wichtige Beiträge zu dieser Gattung gibt es auch von Bachs Zeitgenossen wie Pisendel oder Telemann, danach von Tartini.

Trotzdem stellen diese Werke für ein einziges Instrument aus der damals noch relativ neuen Violinfamilie eher eine Ausnahme dar. Durch die Quinten-Stimmung und die Reduktion auf nur vier Saiten sind sie nämlich für akkordisches und mehrstimmiges Spiel weniger geeignet als die ältere Gambenfamilie.

Für die Komponisten des Generalbass-Zeitalters war es deshalb eine große Herausforderung, den Kontrapunkt – nämlich die Oberstimmen gegen die Basslinie mit Harmonisierung zu setzen – auf einem einzigen Instrument wie der Violine oder dem Violoncello zu realisieren.

Zur Überwindung dieses Problems haben die Komponisten sich einiges einfallen lassen. In diesem Workshop soll versucht werden, die Struktur dieser Tonsprache zu verstehen und die unterschiedlichen Lösungen zum Kontrapunktspiel auf einem einzigen Instrument nachzuvollziehen.

Vortragende*r
Univ.-Prof. Gastprof. Hirotsugu Kurosaki
kurosaki@mdw.ac.at



 

 

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