Musikpädagogische Studienrichtungen an der mdw im Porträt

Bildungspolitische Veränderungen, soziodemographische Entwicklungen und aktuelle Studien zeigen deutlich: Der Bedarf an qualifizierten Musik- und Musikschullehrenden wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Mit dem Bewerbungskonzept „Dein Job: Musik!“ reagiert die mdw darauf mit einem umfassenden Informations- und Vorbereitungsangebot von Oktober bis Mai, das musikinteressierten Schüler_innen Orientierung bei der Studien- und Berufswahl bietet. Parallel dazu werden Studierenden, Musikschullehrenden und Musiklehrenden die aktuellen Inhalte und Möglichkeiten der musikpädagogischen Studien nähergebracht, um gezielt zu beraten und auf das jeweils passende Studium aufmerksam machen zu können. Je besser junge Menschen ihre eigenen Interessen und Kompetenzen mit möglichen beruflichen Perspektiven verbinden, desto nachhaltiger und erfolgreicher verläuft ihr Ausbildungsweg.

Musik als Beruf kann viele Formen annehmen: Sie erklingt im Klassenzimmer, wächst im Einzelunterricht, wird im Körper erfahrbar oder wirkt im therapeutischen Setting. Die mdw bietet dafür vier klar profilierte Studienrichtungen: Lehramt (MU/IMG), Instrumental(Gesangs)pädagogik (IGP), Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musiktherapie.

Lehramt: Musik (MU) und Instrumentalmusik & Gesang (IMG)

Das Lehramtsstudium verbindet künstlerische Ausbildung, musikpraktische und -theoretische Kompetenzen mit pädagogischer Professionalität und wissenschaftlicher Reflexion. Studierende kombinieren zwei Unterrichtsfächer: Neben Musik (MU) wird meist ein weiteres Fach an der Universität Wien studiert; alternativ kann Instrumentalmusik und Gesang (IMG) als zweites Fach an der mdw gewählt werden. Die Studiendauer beträgt zehn Semester (Bachelor und Master).

MU ist auf den Klassenunterricht in der Sekundarstufe ausgerichtet und deckt ein breites musikalisch-didaktisches Spektrum ab. IMG fokussiert den vokalen und instrumentalen Gruppenunterricht mit Schwerpunkten wie Chor-, Band- und Ensembleleitung. Die Zulassungsprüfung umfasst künstlerische Eignung, Grundkenntnisse in Klavier, Gesang, Musiktheorie und Gehörbildung sowie musikalische Gruppenarbeit und pädagogische Reflexionsfähigkeit. Das Studium beinhaltet individuelle künstlerische Arbeit, schulpraktische Erfahrung und fundierte Didaktik. Absolvent_innen sind in der Lage, inspirierenden Musikunterricht zu gestalten und musikalische Phänomene historisch wie gesellschaftlich einzuordnen und unterrichten an Mittelschulen, Gymnasien, Schulen mit musikalischem Schwerpunkt sowie berufsbildenden Schulen.

Instrumental(Gesangs)pädagogik (IGP)

Die IGP qualifiziert für den Instrumental- und Gesangsunterricht im Einzel- und Gruppenformat. Das achtsemestrige Bachelorstudium ermöglicht individuelle Schwerpunktsetzungen; Master und PhD schließen an.

Im Zentrum steht die kontinuierliche Entwicklung im künstlerischen Hauptfach (Klassik oder Pop), ergänzt durch Ensembles und Projekte. Gleichzeitig erwerben Studierende umfassende didaktische Kompetenzen und sammeln Praxiserfahrung an Musikschulen. Die Zulassungsprüfung prüft die künstlerische Eignung im Hauptfach, Klavierkenntnisse sowie Hör- und Vorstellungsfähigkeit. Nach dem Bachelor verfügen Absolvent_innen über avancierte künstlerisch-pädagogische Fertigkeiten und ein reflektiertes, inklusives Unterrichtsverständnis. IGP-Absolvent_innen arbeiten mit Menschen aller Altersgruppen – an Musikschulen, in Bildungskooperationen, in Ensemble- und Bandarbeit oder freiberuflich. Profilierungen in Elementarer Musikpädagogik, inklusiver Praxis oder Community Music erweitern das Tätigkeitsfeld.

Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik (MBP)

Die Studienrichtung Rhythmik knüpft an die Methode von Émile Jaques-Dalcroze an und versteht Musik und Bewegung als untrennbare Ausdrucksformen. Instrument, Gesang, Improvisation, Percussion sowie Bewegungstechnik und -improvisation bilden die künstlerische Basis. Umfangreiche Lehrpraxis mit verschiedenen Altersgruppen sowie Hospitationen ergänzen die Ausbildung. Die Zulassungsprüfung verlangt musikalische Eignung, Bewegungskompetenz, Improvisationsfähigkeit sowie Ausdrucks- und Kommunikationsstärke. Das Studium befähigt dazu, musikalisch-bewegte Lernprozesse kreativ und ganzheitlich zu gestalten. Absolvent_innen arbeiten in Kindergärten, Vor- und Volksschulen, Musikschulen, sozialen Einrichtungen oder realisieren künstlerische Vermittlungs- und Performanceprojekte.

Musiktherapie (MTH)

Das Institut für Musiktherapie der mdw bietet seit 1959 die älteste akademische Musiktherapie-Ausbildung Europas. Das Studium umfasst Bachelor, konsekutiven Master und ein PhD-Programm. Die Ausbildung ist humanistisch und tiefenpsychologisch ausgerichtet. Zentrale Elemente sind freie Improvisation, klinische Praktika mit Supervision sowie Einzel- und Gruppenselbsterfahrung. Bereits der Bachelor verleiht die mitverantwortliche Berufsberechtigung in einem gesetzlich anerkannten Gesundheitsberuf; der Master qualifiziert zur eigenverantwortlichen Tätigkeit, auch in freier Praxis. Musiktherapeut_innen arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder selbstständig. Die Zulassungsprüfung prüft musikalische Breite, Improvisationsfähigkeit und persönliche Eignung wie Empathie und Stabilität.

Vier Wege – viele Perspektiven – im Zentrum: Musik

So unterschiedlich die Profile sind: Alle Studienrichtungen verbindet die künstlerisch-pädagogische Qualität und gesellschaftliche Verantwortung. Ob im Klassenraum, im Einzelunterricht, im Bewegungsraum oder im klinischen Kontext – Musik wird als Medium von Bildung, Entwicklung, Begegnung und Heilung verstanden.

Studienrichtungen im Überblick
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