SYLFF Stipendiat_innen 2025/26

Die Tokyo Foundation fördert über ihr Stipendienprogramm SYLFF (The Ryoichi Sasakawa Young Leaders Fellowship Fund) weltweit exzellente Studierende von ausgewählten Universitäten. An der mdw werden insgesamt 3 Jahresstipendien in der Höhe von je USD 16.666,– vergeben. Das Stipendium dient zur Förderung der Lebenserhaltungskosten und soll es den Studierenden ermöglichen, sich lediglich auf den eigenen Studienfortschritt zu konzentrieren.

Unter den zahlreichen Bewerbungen wurden an der mdw von einer eigens bestellten Fachjury und dem mdw SYLFF Steering Committee für das Studienjahr 2025/26 drei exzellente Studierende für das SYLFF Stipendium ausgewählt.

Aufgrund der hohen Dotierung des Stipendiums haben diese Studierenden wie bereits im Vorjahr auch eigene Projektkonzepte als Teil ihrer Bewerbungsunterlagen eingereicht.

Die Projekte, die im Studienjahr 25/26 von den Stipendiat_innen umgesetzt werden, werden durch eine separate Projektförderung der mdw finanziert und unterstützt.


Lukas Katter

Lukas Katter
© Sofija Palurović

Lukas Katter studierte Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Florence Millet sowie Neue Musik bei Pierre-Laurent Aimard und Joonas Ahonen. Weitere Impulse erhielt er im Fortepiano-Studium bei Gerald Hambitzer. Derzeit setzt er seine Ausbildung bei Stefan Arnold an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort. Er ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, darunter der Karlrobert-Kreiten-Klavierwettbewerb (1. Preis, 2020), das Münchner Klavierpodium (Hauptpreis „Marmortaste“, 2022) sowie der Siegrid-Ernst-Preis beim Europäischen Klavierwettbewerb Bremen (2024). 2022 wurde ihm zudem der Eduard-Erdmann-Förderpreis verliehen, gefolgt von einer Aufführung von Erdmanns Klavierkonzert mit dem Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln unter der Leitung von Alexander Rumpf.

Konzertengagements führten ihn nach Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und in die Niederlande. Als Solist trat er u. a. mit dem Wuppertaler Sinfonieorchester, dem Collegium Musicum Aschaffenburg und dem Orchester der HfMT Köln auf. Er wird von Yehudi Menuhin Live Music Now gefördert und war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbands.

„Karneval der Tiere“ - Musikpädagogisches Konzert für Kinder im ländlichen Raum

Das Projekt bringt Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ als kindergerechtes Konzert nach St. Margarethen im Burgenland. Unter der künstlerischen Leitung von Lukas Katter musiziert ein Kammerensemble aus Studierenden und regionalen Amateurmusiker_innen. Ziel ist es, Volksschulkindern im ländlichen Raum einen lebendigen Zugang zu klassischer Musik und Orchesterinstrumenten zu eröffnen und ihre Kreativität zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler bereiten sich im Unterricht vor, gestalten Bilder und Bastelarbeiten zu den einzelnen Sätzen und verknüpfen so fantasievoll Hör- und Seherlebnis. Die rund einstündige Veranstaltung findet voraussichtlich in der Musikhalle St. Margarethen statt und wird auch umliegenden Schulen offenstehen.


Marko Markanović

Marko Markanović
© Bakir Memišević

Marko Markanović, geboren 1998 in Bosnien und Herzegowina, absolvierte die Grund- und weiterführende Musikschule in seiner Heimatstadt Žepče. Sein Studium an der Musikakademie in Sarajevo schloss er im Jahr 2022 mit Bestnote ab. Während seines Studiums an der Universität Sarajevo erhielt er die Auszeichnung für herausragende Erfolge „Gold Badge“. Seit dem Studienjahr 2023/2024 ist er ordentlicher Student an der mdw Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in der Klasse von Alexander Swete. Seit 2023 ist er Teil des M&M Duos (Mihajlo Đurđević und Marko Markanović) und beteiligt sich an verschiedenen Projekten im Bereich der zeitgenössischen Musik.

„Musik und seelische Gesundheit“

Dieses Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für psychische Gesundheit unter den Studierenden der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu fördern. Da künstlerische Fachrichtungen oft mit hohem Leistungsdruck und emotionalem Stress verbunden sind, möchte die Initiative den Dialog aus einem stigmatisierten klinischen Umfeld in eine entspannte und vertraute Campus-Atmosphäre verlagern.

Das Programm umfasst:

Live-Musik: Ein Studierendenkonzert zur Schaffung einer einladenden Atmosphäre.

Bildung: Fachvorträge über psychische Gesundheit für Musikstudierende und internationale Studierende sowie über Musiktherapie.

Dialog: Eine offene Diskussionsrunde zum Erfahrungsaustausch und zur Vorstellung von Unterstützungsangeboten in Wien.

Ziel des Projekts ist es, zu verdeutlichen, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen mentalen Gesundheit ein Schritt zur persönlichen Weiterentwicklung und keine Schwäche ist. Es richtet sich insbesondere an Studierende mit hohem Leistungsdruck sowie an internationale Studierende, die vor zusätzlichen Herausforderungen stehen.


Gabriel Meloni

Gabriel Meloni
© Sofija Palurović

Geboren im Jahr 2001, trat Gabriel Meloni bereits im jungen Alter in verschiedenen Formationen auf, unter anderem gab er sein Orchesterdebüt im Alter von zehn Jahren. Inzwischen konzertierte er mehrfach im Wiener Konzerthaus sowie im Wiener Musikverein und in der Berliner Philharmonie. Darüber hinaus trat er bei den Bregenzer Festspielen, beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, für den ORF und bei Veranstaltungen der Allianz auf. Regelmäßig musiziert er kammermusikalisch mit Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker.

Derzeit studiert er bei Stefan Mendl und Jan Jiracek von Arnim an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie bei Benedetto Lupo an der Accademia Santa Cecilia in Rom. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler und nationaler Wettbewerbe, darunter der zweite Preis beim Rotary-Klavierpreis in Lindau im Jahr 2018. 2012 gewann er den dritten Preis beim internationalen Jenö Takacs-Wettbewerb im Burgenland, 2019 den dritten Preis beim internationalen Wettbewerb Nuova Coppa Pianisti in Osimo (Italien).

Weitere Konzerteinladungen kurbelten seine Karriere an, so wurde er unter anderem vom Innstrumenti Chamber Orchestra, vom Knittelfelder Kammerorchester und vom Collegium Instrumentale Dornbirn als Solist eingeladen. Zudem gastierte er mit Rezitalen auf Einladung der EPTA, des Musikvereins Graz, des Swiss Chamber Music Festivals, des Klevischen Musiksommers, von Musik Hug in Zürich, der „Amici della Musica Piemonte“ sowie der Musikfreunde Straubing.

„Schönheit, Verfall, Begehren – Tod in Venedig revisited“

„Schönheit, Verfall, Begehren – Tod in Venedig revisited“ ist ein Konzertprojekt, das Musik, Film und Literatur in einen aktuellen gesellschaftlichen Kontext überführt. Die Basis dafür ist Thomas Manns Buch „Tod in Venedig“ und Luchino Viscontis Verfilmung – ein Werk, das den Konflikt zwischen unterdrücktem Begehren und moralischer Selbstkontrolle widerspiegelt. Identität, Homosexualität, Körperbilder und Scham sind weitere gesellschaftlich relevante Themen, die in diesem Werk vorkommen.

Mein Projekt ist ein Versuch, diese Spannungen nicht theoretisch, sondern sinnlich erfahrbar zu machen und zwar auf mehreren Ebenen: visuell, auditiv und emotional. Außerdem sollen ältere und neuere Kulturgüter, die die oben genannten Thematiken ansprechen, verbunden und in
Zusammenhang gestellt werden.