Masterstudium Kirchenmusik

 

Prüfungsprogrammvorgaben der kommissionellen Prüfungen

A) Zulassungsprüfung

Die Zulassungsprüfung dient dem Nachweis der künstlerischen Eignung der Studienwerber_innen.
Sie findet als kommissionelle Prüfung statt und besteht je nach Spezialisierung aus mindestens zwei
Prüfungsteilen, die sich aus den jeweiligen Zulassungsprüfungsanforderungen der gewählten
Spezialisierungs-Studienbereiche zusammensetzen.

1. Spezialisierungs-Studienbereich 1 (künstlerischer Teil inklusive Orientierungsgespräch)
2. Spezialisierungs-Studienbereich 2 (künstlerischer Teil inklusive Orientierungsgespräch
3. Eventuelle weitere Spezialisierungs-Studienbereiche (künstlerischer Teil inklusive
Orientierungsgespräch)

Die Anforderungen in den einzelnen Spezialisierungs-Studienbereichen: 

Chorleitung und Ensembleleitung

Der/die Bewerber_in hat ein Programm zu wählen, das 10 Chorstücke (auch
einzelne Sätze aus mehrteiligen Kompositionen) mehrerer Epochen, Stile und Gattungen sowie zwei Rezitative (secco, accompagnato) enthält.

Orgel und Improvisation


Der/die Bewerber_in hat ein Programm aus folgenden Werkgruppen zu wählen:

1) Ein Werk aus der Zeit vor J.S. Bach
2) Zwei Werke von J.S. Bach (im Schwierigkeitsgrad von Praeludium und Fuge f-moll), davon eines choralgebunden im Schwierigkeitsgrad der „Leipziger Choräle“
3) Ein Werk aus dem 19. Jahrhundert (im Schwierigkeitsgrad der Orgelsonaten von F.Mendelssohn)
4) Zwei Werke aus dem 20. bzw. 21. Jahrhundert (im Schwierigkeitsgrad der Orgelsonaten von Paul Hindemith), wovon eines nach 1970 entstanden sein muss.

Eines der Werke der Gruppen 1, 3 und 4 muss eine Cantus firmus-Bearbeitung sein.
 
5) Liturgisches Orgelspiel:
Drei Gesänge unterschiedlichen Typs sind zur Begleitung des Gemeindegesangs zu harmonisieren. Bei einem dieser Gesänge soll eine 2. Strophe unterschiedlich zur ersten harmonisiert werden, ebenso eine Begleitung mit Soloregistrierung erfolgen. Zu diesen Gesängen sind kurze Intonationen unterschiedlichen Typs zu improvisieren.

6) Improvisation:
Über einen Cantus firmus sind ein Präludium, einige Variationen (darunter eine Cantus firmus - Durchführung in der Mittelstimme) sowie eine abschließende mehrteilige Schlussmusik unter Einbeziehung von kontrapunktischen Formen (z.B. Kanon, Fugato, Passacaglia) mit einer Gesamtdauer von etwa 10 Minuten zu improvisieren.
 
Die Aufgabenstellungen für Liturgisches Orgelspiel und Improvisation werden dem/der Bewerber_in
zwei Stunden vor dem Vorspiel an der Orgel bekannt gegeben.


Gesang

Von dem/der Bewerber_in sind ein romantisches geistliches Lied und eine barocke geistliche Arie vorzubereiten. Beurteilt und getestet werden in erster Linie Ausdrucksfähigkeit der und Belastbarkeit Stimme.

Gregorianik

Von dem/der Bewerber_in sind ein Introitus, ein Graduale, ein Alleluia, ein Offertorium und eine Communio in je verschiedenen Modi vorzubereiten.
Es wird die Fähigkeit der Kandidatin/des Kandidaten überprüft, diese Stücke vorzusingen, zu über- setzen, zu kommentieren und zu dirigieren, mit Rücksicht auf Melodiekonstruktion und Semiologie.

Kirchliche Komposition

Schriftliche Arbeit (Dauer drei Stunden):
Anfertigung einer kleinen Komposition nach Aufgabenstellung des Lehrers für Kirchliche Komposition (Klavier darf benützt werden).


Frühe Ensemblemusik

Der/die Bewerber_in hat ein hochbarockes und ein frühbarockes Stück als Continuo- spielerin/Continuospieler zu begleiten (z.B.: Ein Gesang aus dem „Musikalischen Gesang-Buch“ von
G.    Ch. Schemelli; ein „Kleines geistliches Konzert“ von H. Schütz). Der/die Bewerber_in erhält die Stücke eine halbe Stunde vor der Prüfung zur Vorbereitung.
Weiters sind 2 Stücke aus dem Früh- und dem Hochbarock zu singen, z.B. aus: H. Schütz: Kleine geistliche Konzerte; G. Ph. Telemann: Der harmonische Gottesdienst; Cl. Monteverdi: Salve Regina. Es sind zwei Chorwerke aus der Zeit vor 1720 vorzubereiten.

 

B) Studienabschließende Masterprüfung

Die kommissionelle Masterprüfung besteht in allen Spezialisierungen aus folgenden Teilen:
1. Interner Teil
2. Öffentlicher Teil
Werden mehr als zwei Spezialisierungs-Studienbereiche gewählt, muss die Masterprüfung im/in den
noch zusätzlich gewählten Spezialisierungs-Studienbereich(en) keine öffentliche Aufführung
beinhalten.


a) Chorleitung und Ensembleleitung

Die Kandidatin/der Kandidat hat ein Programm zu wählen, das vier Werke mehrerer Epochen, Stile und Gattungen enthält im Schwierigkeitsgrad etwa von Palestrina-Messen, Schütz-Geistliche Chormusik, Bach-Kantaten, Haydn-Messen, Motetten von Bruckner und Brahms, J.N.David-Missa choralis, Hugo Distler-Geistliche Chormusik.

Die kommissionelle Masterprüfung für Chorleitung und Ensembleleitung findet in zwei Teilen statt, wobei der erste Teil eine Chorprobe und der zweite Teil mit einer öffentlichen Aufführung verbunden ist. Das Antreten zur öffentlichen Prüfung ist nur bei positiver Beurteilung des ersten Teiles der Masterprüfung (Chorprobe) möglich. Eines der Werke der öffentlichen Prüfung ist von der Kandidatin/dem Kandidaten eigenständig zu erarbeiten.

b) Orgel und Improvisation

Die Kandidatin/der Kandidat hat ein Programm aus folgenden Werkgruppen zu wählen:

1)    Zwei Werke aus der Zeit bis zum 18. Jahrhundert unterschiedlicher Stilbereiche, ausgenommen J.S.Bach
2)    Werke von J.S.Bach:
a)    ein freies Werk
b)    eine Triosonate
c)    Choralbearbeitung(en) – Mindestdauer 10 Minuten
3)    Ein repräsentatives Werk aus dem 19. Jahrhundert
4)    Ein repräsentatives Werk des 20. Jahrhunderts (im Schwierigkeitsgrad der Fronleichnamsstücke von Anton Heiller)
5)    Ein Werk, das nach 1970 entstanden ist

Eines der Werke der Gruppen 1, 3, 4 oder 5 muss eine Cantus firmus-Bearbeitung sein.

Für die Prüfung aus Improvisation erhält die Kandidatin/der Kandidat vier Stunden vor der Prüfung eines oder mehrere Themen, die in einer vorgegebenen Aufgabenstellung improvisatorisch behandelt werden müssen. Themenauswahl und Aufgabenstellung erfolgen durch eine/einen Lehrerin/Lehrer des zentralen künstlerischen Faches Improvisation.

Die kommissionelle Masterprüfung für Orgel und Improvisation wird in zwei Teilen durchgeführt, wobei ein Teil im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung stattfindet. Ein Werk der öffentlichen Prüfung muss von der Kandidatin/dem Kandidaten eigenständig erarbeitet werden.

c) Gesang

Die Kandidatin/der Kandidat hat ein Programm zu wählen, das acht Werke aus dem Repertoire der Kirchenmusik mehrerer Epochen, Stile und Gattungen enthält, darunter eine Arie aus einer barocken Kantate, ein geistlich romantisches Lied/Arie, eine zeitge- nössische Komposition; weiters werden empfohlen: ein Solopart aus einer Messe und ein Vortrag eines solistischen gregorianischen Gesanges aus den Propriumsgesängen der Messe im melismatischen Vertonungsstil (Graduale, Alleluia, Tractus oder Offertorium).

Die kommissionelle Masterprüfung Gesang findet in zwei Teilen statt, wobei ein Teil mit einer öffentlichen Aufführung verbunden ist. Das Antreten zur öffentlichen Prüfung ist nur bei positiver Beurteilung des ersten Teiles der Masterprüfung möglich. Eines der Werke der öffentlichen Prüfung ist von der Kandidatin/dem Kandidaten eigenständig zu erar- beiten.

d) Gregorianik

Die Prüfung im zentralen künstlerischen Fach Gregorianik besteht aus einem internen und einem öffentlichen Teil.

Im ersten Teil sind acht bis zehn gregorianische Gesänge verschiedener Gattungen mit einer Schola und einer Solistin/einem Solisten einzuüben, zu singen und zu analysieren. (Inkl. Übersetzung, liturgische Funktion sowie Form und semiologischer Befund).

Der zweite Teil ist die Gestaltung eines Gottesdienstes mit gregorianischen Gesängen  aus dem Proprium und Ordinarium der Tagesmesse aus der Zeit des jeweiligen Kirchenjahres (mindestens acht Gesänge) als Dirigentin/Dirigent und Kantorin/Kantor oder eines geistlichen Konzertes. Bei einem geistlichen Konzert sind mindestens zehn Gesänge verschiedener Gattungen der Messe und des Offiziums (inkl. Graduale oder Responsorium prolixum) aufzuführen.

Eine repräsentative Anzahl von Gesängen des öffentlichen Teils sind eigenständig einzustudieren.

e) Kirchliche Komposition

Die kommissionelle Prüfung Kirchliche Komposition findet in zwei Teilen statt. Für den ersten Teil hat die Kandidatin/der Kandidat im Rahmen einer drei-stündigen Klausurarbeit  ein Werk über ein gegebenes Thema zu komponieren, wobei auch liturgische Aspekte zu berücksichtigen sind. Themenauswahl und Aufgabenstellung erfolgen durch die/den Lehrerin/Lehrer für Kirchliche Komposition.

Für den zweiten Teil hat die Kandidatin/der Kandidat mindestens drei Kompositionen vorzulegen, darunter ein größeres in Vokal- und Instrumentalbesetzung. Dieser Teil der Prüfung soll nach Möglichkeit mit einer öffentlichen Aufführung verbunden sein. In jedem Fall findet ein informatives Gespräch der Kommission mit der Kandidatin/ dem Kandidaten über ihre/seine Arbeit statt.

f) Frühe Ensemblemusik

Die kommissionelle Masterprüfung für Frühe Ensemblemusik findet in zwei Teilen statt. Der erste Teil ist eine Probe, der zweite eine Aufführung.

Der Kandidat/die Kandidatin hat ein Prüfungsrepertoire im zeitlichen Umfang von mindestens 60 Minuten Musikdauer zu wählen. Aus dem Prüfungsrepertoire wählt der Kandidat/die Kandidatin ein oder mehrere Werke in der Dauer von ca. 30 Minuten für die Aufführung.
Für die Probe wählt der Prüfungssenat aus den verbleibenden Werken des Prüfungsrepertoires aus. Der Kandidat/Die Kandidatin leitet sowohl die Probe als auch die Aufführung als Mitglied des Ensembles. Die jeweiligen Ensembles sollen aus ca. 4-15 Personen bestehen.

Der Kandidat/Die Kandidatin hat das Prüfungsrepertoire aus 3 der folgenden 4 Kategorien zu wählen, wobei Kategorie 1 verpflichtend ist.

1    Mehrstimmige Vokalmusik in Besetzungen ohne Instrumente, wie beispielsweise:
Messen (J. Des Prèz, G. P. d. Palestrina, O.d. Lasso, W. Byrd, H.L. Hassler) Motetten (J. Des Prèz, G. P. d. Palestrina, z.B. Canticum canticorum; H. Isaac) Madrigale (C. Gesualdo, L. Marenzio, O.d. Lasso, C. Monteverdi)

2-4 Ensemblemusik mit Stimme(n) und Instrument(en):

2    Misch/Spaltklangmusik, wie beispielsweise:Kompositionen aus den Trienter Codices (G. Dufay, J. Ockeghem, J. Dunstable, etc.) und damit in Zusammenhang stehende Intavolierungen (eventuell auch eigene)

3    Colla parte- und Basso seguente-Musik, wie beispielsweise:
H.    Schütz: Geistliche Chormusik von 1648, Werke von H. L. Hassler, O.d. Lasso,
A. Gabrieli; G. P. da Palestrina, T. L. da Viadana, S. Scheidt

4    Musik mit Basso continuo, wie beispielsweise:
Kompositionen von: G. Frescobaldi, C. Monteverdi, D. Buxtehude, früher J. S. Bach,
F. Tunder, H. Schütz, N. Bruhns, A. Caldara, J. J. Fux, J. K. Kerll, H. Purcell

 

 Weitere Informationen zum Studium finden Sie auf der website des Studiencenters