Bachelorstudium Kirchenmusik

 

Prüfungsprogrammvorgaben für die kommissionellen Prüfungen


A) Zulassungsprüfung

1. Teil

a) schriftlicher Gehör- und Theorietest:
Kenntnisse aus Musiklehre; Fähigkeiten im Hören von Rhythmen, Intervallfolgen, Dur-
und Molldreiklängen, in Form von Notendiktaten
Blattsingen:
Nachsingen von Einzeltönen, Intervallen, Zusammenklängen und Melodien; Blattsingen
von Tonfolgen ohne Text und einer textierten Melodie (z.B. Chorstimme); Treffen von
Intervallen, sowie von Dreiklängen und Umkehrungen innerhalb des Oktavenbereiches
von einem gegebenen Ton aus.

b) Blattspiel auf dem Klavier:
Vom Blattspiel eines einfachen Chorsatzes auf drei Systeme notiert - nach Möglichkeit
aus dem geistlichen Repertoire.

c) Ensembleleitung:
Erarbeitung eines leichten dreistimmigen Chorsatzes (SAB) mit einem Ensemble. Der
Chorsatz wird dem Kandidaten / der Kandidatin etwa eine Woche vorher übermittelt.

2. Teil

a) Orgelspiel

 Folgendes Programm ist vorzubereiten:
1) Ein Choralvorspiel von J.S. Bach
2) Eine mittelschwere, nicht choralgebundene Komposition von J.S. Bach oder einem
anderen Komponisten des 17. oder 18. Jahrhunderts (ausgenommen J.S. Bach's „Acht kleine Praeludien und Fugen“)
3) Eine Komposition nach freier Wahl
 Beurteilt werden technische Bewältigung und musikalische Gestaltung.
4) Liturgisches Orgelspiel
 Vier unterschiedliche Gesänge nach eigener Wahl aus dem Gotteslob sind samt
kurzen Intonationen so vorzubereiten, dass damit ein Gemeindegesang begleitet
werden kann. Gerne kann zu einem der Gesänge eine längere Improvisation als
Vorspiel präsentiert werden. Vollständige schriftliche Aussetzungen sind
unerwünscht, motivische und harmonische Notizen sind möglich.  

In begründeten Ausnahmefällen kann die Kommission das Vorspiel anstatt auf der Orgel am Klavier
zulassen. In diesem Fall ist folgendes Programm vorzubereiten:

1) Eine Etüde im Schwierigkeitsgrad von: Czerny – Kunst der Fingerfertigkeit op. 740/
Cramer – 60 Etüden/ Chopin – Etüden op. 10 und op. 25
2) Ein Präludium und Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier von J.S. Bach
3) Eine Komposition nach freier Wahl
4) Die Aufgaben aus Liturgischem Orgelspiel (siehe oben) können ebenfalls am Klavier
realisiert werden.
Beurteilt werden technische Bewältigung und musikalische Gestaltung.


b) Singen

Auswendiger Vortrag eines geistlichen Liedes (etwa im Schwierigkeitsgrad von
J.S.Bach: Gesänge zu Schemellis Musicalischem Gesangbuch Nr. 2, 7, 12, 19, 29, 30,
37, 47 und 59 oder C.P.E. Bach: Ausgewählte Geistliche Gesänge oder M. Reger:
Geistliche Lieder op.137) oder einer Arie in deutscher Sprache.  
Beurteilt werden in erster Linie Ausdrucksfähigkeit und Belastbarkeit der Stimme.

 

Bei nicht ausreichenden Kenntnissen/Fähigkeiten für das Bestehen der Zulassungsprüfung kann die
Prüfungskommission die Zuteilung in den Lehrgang Kirchenmusik-Vorbereitung empfehlen.

 

B) Studienabschließende Bachelorprüfung

Die kommissionelle Prüfung umfasst die zentralen künstlerischen Fächer „Chorleitung und Ensembleleitung“ und „Orgel, Improvisation und Liturgisches Orgelspiel“.

a) Chorleitung und Ensembleleitung

Die kommissionelle Prüfung in Chorleitung und Ensembleleitung findet in zwei Teilen statt:

1.Teil: Probenarbeit

Die Prüfungskandidatin/der Prüfungskandidat hat ein Programm zu wählen, das 10 Chorstücke (auch einzelne Sätze aus mehrteiligen Kompositionen) mehrerer Epochen, Stile und Gattungen sowie zwei Rezitative (secco, accompagnato) enthält.

2.Teil: Öffentliche Aufführung


b) Orgel und Improvisation

Die kommissionelle Prüfung in Orgel und Improvisation findet in zwei Teilen statt:

1.Teil: Improvisation und Liturgisches Orgelspiel

Für die Prüfung aus Improvisation und Liturgisches Orgelspiel erhält die Kandidatin/der Kandidat zwei Stunden vor der Prüfung die Aufgabestellungen.

2. Teil: Orgel

Die Prüfungskandidatin/der Prüfungskandidat hat ein Programm aus folgenden Werkgruppen zu wählen:

1)    Ein Werk aus der Zeit vor J.S. Bach
2)    Zwei Werke von J.S. Bach (im Schwierigkeitsgrad von Praeludium und Fuge f-moll), davon eines choralgebunden im Schwierigkeitsgrad der „Leipziger Choräle“
3)    Ein Werk aus dem 19. Jahrhundert (im Schwierigkeitsgrad der Orgelsonaten von F.Mendelssohn)
4)    Zwei Werke aus dem 20. bzw. 21. Jahrhundert (im Schwierigkeitsgrad der Orgelsonaten  von Paul Hindemith), wovon eines nach 1970 entstanden sein muss.

Eines der Werke der Gruppen 1, 3 und 4 muss eine Cantus firmus-Bearbeitung sein.