Wissenschafts-, Kunst- und Demokratiebotschafter_innen
Worin besteht der Zusammenhang von Kunst- und Wissenschaftsvermittlung und der Förderung von Demokratiebewusstsein? Welchen Beitrag können Wissenschafts- und Demokratiebotschafter_innen an Schulen zu kritischem Denken als zentraler Kompetenz demokratischen Handelns leisten? Wie kann das konkret in der Praxis stattfinden? Diesen Fragen widmete sich eine Austauschveranstaltung am 11. Dezember 2025 im Bankettsaal der mdw. Vizerektor Johannes Meissl lud in Kooperation mit der Forschungsförderung mdw-Lehrende ein, um die Möglichkeiten und das Potenzial von Schulbesuchen als individuelle Botschafter_innen der eigenen Disziplin sowie die Angebote des OeAD (Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung) als organisatorische Plattform vorzustellen. Therese Kaufmann, Leiterin der Forschungsförderung, erläuterte einleitend, warum es der mdw ein Anliegen ist, Forschende und Künstler_innen zu motivieren, Schulen zu besuchen. Die Third Mission als Universität bringe gesellschaftliche Verantwortung mit sich, die gerade in Zeiten von erstarkendem Populismus, antidemokratischen und autoritären gesellschaftlichen Tendenzen gekoppelt mit Wissenschaftsskepsis zentral ist. Open Science und Methoden wie Citizen Science seien an der mdw gut etabliert und von wachsender Bedeutung für die aktive Mitgestaltung gesellschaftlicher Teilhabe und Kritikfähigkeit durch die Öffnung der Universitäten. Persönliche Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen als dialogische Formen des Austauschs auf Augenhöhe ermöglichen es, gemeinsam Fragen zu stellen, Argumente zu schärfen, Desinformation aufzudecken und die Neugier zu fördern.

Vizerektor Meissl betonte das Ziel der mdw, kulturelle Teilhabe und Mitgestaltung über soziale Grenzen hinweg zu ermöglichen. Als Beispiele nannte er den Pop-up-Adventkalender der mdw 2025, der unterschiedlichste Orte Wiens zu Kulturschauplätzen machte.
Anna Wukovits-Zethner stellte den Bereich Wissenschaftskommunikation und „Young Research“ in der Forschungsförderung vor. Dieser fungiert als zentrale Anlaufstelle für die Botschafter_innen der mdw und unterstützt vielfältige Formate – von Workshops und digitalen Angeboten bis hin zu gemeinsamen Projekten wie dem Art & Science Hub oder Themenvorschläge und Unterstützungsangebote für abschließende Arbeiten im Rahmen der Matura. Der seit 2023 verliehene mdw young research award verdeutlicht das große Interesse von Maturant_innen unterschiedlicher Schultypen sich mit Themen aus Musik und darstellenden Künsten auseinanderzusetzen.

Lydia Glaser, stellvertretende Leiterin des Bereichs Public Science beim OeAD, präsentierte die Services für Wissenschaftsbotschafter_innen, die mittlerweile den gesamten Bildungszyklus ab der Elementarstufe besuchen können. Der OeAD vermittelt diese Besuche, unterstützt organisatorisch und bietet eine Plattform zur Sichtbarmachung konkreter Angebote für Schulen.
Im Podiumsgespräch, moderiert von Therese Kaufmann, berichteten Ruth Anderwald (Artistic Research Center), Vizerektor Johannes Meissl und Axel Petri-Preis (Institut für musikpädagogische Forschung und Praxis) von ihren Erfahrungen in schulischen und gesellschaftsnahen Projekten. Artistic Research, Community-Music-Initiativen sowie Projekte wie der Art & Science Hub, an dem auch die Forschungsförderung beteiligt war, Musethica oder „Weites Nahen“ zeigten das Potenzial partizipativer künstlerischer Arbeit.
In der abschließenden Diskussion wurde die Rolle von Kunst- und Wissenschaftsbotschafter_innen als Demokratiebotschafter_innen reflektiert. Alle waren sich darüber einig, der persönliche Kontakt und eine transparente Kommunikation von Herausforderungen, das Vertrauen in die Wissenschaft stärken können und dass künstlerische Projekte im Sinne einer Artistic Citizenship Selbstwirksamkeit erfahrbar machen und die kritische Reflexion fördern können.
Die Forschungsförderung unterstützt mdw-Angehörige dabei durch Beratung, Vernetzung und zielgruppengerechte Sichtbarmachung ihrer Angebote.