Internationale Sommerakademie der mdw

Globale Vernetzung, internationale Kooperation und die Wertschätzung kultureller, ethnischer und regionaler Vielfalt geraten zunehmend unter Druck. Kriege, neue imperialistische Machtansprüche, ein Wiedererstarken nationalistischer Ideologien und die Aufkündigung internationaler Vereinbarungen drohen Diversität, Nachhaltigkeit und gemeinsames Handeln an Bedeutung verlieren zu lassen. Umso mehr ist es nötig, das kreative Potenzial, das im Spannungsfeld zwischen global vorherrschenden Mainstreams bzw. Standards und regionaler Selbstbestimmung liegt, erlebbar und nutzbar zu machen.

Für Musiker_innen, Musikvermittler_innen und Forschende eröffnet sich bei der isa ein Raum, in dem künstlerische Positionen reflektiert, differenziert weiterentwickelt und auch unmittelbar gesellschaftlich wirksam werden können.

Die isa26 – Internationale Sommerakademie der mdw widmet sich vom 22. Juli bis 2. August 2026 diesem Themenfeld unter dem Leitgedanken global – local. Elf Tage lang werden der mdw Campus und die Stadt Wien zum Ort intensiver künstlerischer Arbeit und reflektierter Auseinandersetzung mit Musik in einer global vernetzten, zugleich lokal geprägten Welt.

© Stephan Polzer

Masterclasses und Workshops bringen vielfältige Hintergründe, Herkünfte und künstlerische Praxen zusammen. Die Workshops erweitern die künstlerische Arbeit der Meisterklassen durch praxisnahe Formate zu zeitgenössischen Spieltechniken, Kammermusik, Körperarbeit und Bühnenpräsenz. Unterschiedliche ästhetische Ansätze treffen aufeinander, internationale Ausbildungswege auf individuelle Biografien. Im Zentrum stehen die kreative Kraft von Orten, Migration und Globalisierung als prägender Faktor musikalischer Entwicklungen sowie das Verhältnis von globalen und lokalen Musiktraditionen. Musik wird dabei nicht nur als ästhetisches Produkt verstanden, sondern als kulturelle Praxis, die Identität stiftet und gesellschaftliche Prozesse spiegelt.

© Stephan Polzer

Einen besonderen Akzent setzt die isa26 im Jubiläumsjahr des Exilarte Zentrums der mdw mit einem Schwerpunkt auf verfolgter Musik. Werke von Komponist_innen, die durch Vertreibung und Exil aus dem kulturellen Gedächtnis verdrängt wurden, rücken ins Zentrum der künstlerischen Arbeit. Ihre Wiederbegegnung ist mehr als musikhistorische Rekonstruktion – sie ist ein Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart. Die Beschäftigung mit verfolgter Musik verweist auf historische Brüche und macht zugleich deutlich, wie eng musikalische Entwicklungen mit politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden sind.

Parallel dazu wird das Konzept der isa als „Music City Lab“ weiterentwickelt. Am Campus der mdw und gemeinsam mit Institutionen und Communitys der Stadt, gibt es vielfältige musikalische und diskursive Begegnungen. Konzerte, Lecture-Performances und Gesprächsformate öffnen die Sommerakademie in den urbanen Raum und laden dazu ein, künstlerische Prozesse öffentlich mitzuerleben und mitzudenken. Wien wird so selbst zum Resonanzraum, in dem globale Perspektiven und lokale Erfahrungen produktiv aufeinandertreffen.

© Stephan Polzer

Die Internationale Sommerakademie der mdw versteht sich als Ort höchster künstlerischer Exzellenz und zugleich als Lab für Austausch und Reflexion. Internationale Lehrende arbeiten intensiv mit ausgewählten Teilnehmer_innen, fördern individuelle künstlerische Profile und schaffen einen Rahmen für nachhaltige Vernetzung.

isa26 lädt dazu ein, intensive künstlerische Erfahrungen zu machen und über Musik in einer global vernetzten lokalen Welt ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu musizieren und zuzuhören. Vom 22. Juli bis 2. August 2026 wird Wien zum Treffpunkt einer internationalen Community, die Musik als lebendigen, gesellschaftlich relevanten Prozess begreift – offen, kritisch und zukunftsorientiert.

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