Lange Nacht der Forschung
Die Lange Nacht der Forschung 2026 am mdw-Campus
Freitag, 24.04.2026
Ab 17 Uhr
Campus der mdw
Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien
Programm auf langenachtderforschung.at
Bereits zum zweiten Mal öffnet die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am 24.04.2026 den Campus für die Lange Nacht der Forschung und gibt Einblick in Künste und Forschung an der Universität. Nach der feierlichen Eröffnung durch Rektorin Ulrike Sych und Vizerektor Johannes Meissl mit musikalischen Beiträgen von Studierenden der mdw erwarten LNF-Besucher_innen Workshops, Ausstellungen, interaktive Performances und einiges mehr. Interessierte jeden Alters sind eingeladen, in die Themen einzutauchen, die an der mdw beforscht werden.
Einen ersten Überblick zu unterschiedlichen Disziplinen an der mdw bietet die Fotoausstellung „Sound of Insight – Visuelle Reflexionen über Musik und Wissen“ von Stephan Polzer, der die mdw schon lange fotografisch begleitet.
Entlang unterschiedlicher Themenpfade / Tracks werden vielfältige Formate geboten:
Die Universitätsbibliothek steht dabei ganz im Zeichen von Musikgeschichte: Die Ausstellung „Wie klingen Pandemien?“ im Bruno-Walther-Lesesaal zeigt historische Klänge, Bilder und Geschichten, die vom Musikleben in Seuchenzeiten seit dem 17. Jahrhundert erzählen. Sie lädt außerdem ein, mit TikTok-Choreografien und dem Workshop “Küchen-Kompositionen”: Klänge aus dem Covid-Lockdown“ selbst kreativ zu werden (Anmeldung erforderlich).
Das Exilarte-Zentrum für vertriebene Musik beschäftigt sich mit den Nachlässen von Komponist_innen, Interpret_innen, Dirigent_innen, Musiktheoretiker_innen sowie Tänzer_innen und Theatermacher_innen, deren künstlerische Karrieren vom Nationalsozialismus gewaltsam unterbrochen oder ins Exil gedrängt wurden. In der Station im Lesesaal gibt das Exilarte Zentrum Einblick in Forschung und Vermittlung: Die eigens entwickelte „Schönberg-App“ lässt Nutzer_innen zu Zwölfton-Komponist_innen werden und kleine eigene Stücke erstellen.
Nobuko Nakamura, Forscherin am Exilarte-Zentrum, wird in ihrem Vortrag “Was erzählen die Briefe von Erich Wolfgang Korngold über sein Leben und Werk?“ im Arthouse Kino Einblick in die am Exilarte Zentrum entwickelte Online-Datenbank geben, die zum Ziel hat, Leben und Werk des Opern- und Filmmusikkomponisten Erich Wolfgang Korngold zu erfassen und aufzuarbeiten. Die Jubiläumsausstellung des Exilarte-Zentrums (Lothringer Straße 18) ist an diesem Tag bis 18:00 Uhr geöffnet.
Der Podcast „Klingende Zeitgeschichte im Ohr“ spürt anhand von Archivmaterial der wechselvollen Geschichte der mdw nach und arbeitet diese kritisch auf. Hören Sie hinein, erfahren Sie, wie der Hochschule das Akademietheater abhanden gehen konnte, und begeben Sie sich auf die Suche nach der verlorenen Rektorskette!
Als Universitätsbibliothek ist es nicht nur Aufgabe, Publikationen für Studierende und Forscher:innen bereit zu stellen, auch die Aufarbeitung und Digitalisierung von Nachlässen ist Teil der Arbeit. Die Ausstellungen „Geraubte Melodien - Provenienzforschung an der Bibliothek der mdw“ und „Der Nachlass von Hans Swarowsky (1899-1975)“, Dirigent, Lehrer und Kunstvermittler an der mdw, zeigen interessante Stücke im Foyer der ub.mdw und setzen sich kritisch mit der Geschichte der mdw auseinander.
Der Frage, „Wem gehört Wissen – und wer darf es lesen?“ geht die Station des universitätseigenen Verlags mdwPress nach und beleuchtet in einem Kurz-Input, wie die offene Verfügbarkeit von Open Access-Publikationen zur Demokratisierung von Forschung beiträgt.
Der benachbarte Bankettsaal in der „Alten Anatomie“ steht im Zeichen der Ethnomusikologie, die sich mit Musiktraditionen aus aller Welt beschäftigt, insbesondere mit der Musik von Minderheiten und marginalisierten Gruppen. „Objects and the Archive“ zeigt Ton- und Video-Aufzeichnungen aus der Feldforschung und präsentiert die historischen Aufnahmegeräte, mit denen Forschende in aller Welt unterwegs waren, um musikalische Traditionen für die Nachwelt hörbar zu machen.
“Welche Religionen klingen in meiner Nachbarschaft?“ gibt Einblick in die ethnomusikologische Forschung: Das Projekt untersucht, welche religiösen Minderheiten in Wien-Fünfhaus auf engstem Raum mit- bzw. nebeneinander leben, wie diese Orte klingen und wie das Verhältnis zueinander aussieht: Gibt es Gemeinsamkeiten, oder ist vielleicht gerade die Nicht-Verbindung wichtig?
Musikalische Traditionen werden an der mdw nicht nur theoretisch beforscht, sondern auch zum Klingen gebracht, was auch die beiden Beiträge im Fanny Hensel-Saal vermitteln: Die Lecture Performance „Songs and Dances of the Devadāsīs“ den Liedern und Tänzen der Devadāsīs, Dienerinnen der Schutzgottheiten in Tempeln Süd- und Ostindiens im 9. Oder 10. Jahrhundert, nachspüren.
Der Workshop “Der dritte Mann an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst? Lasst hören […] die liebliche Zithern“ lädt ein, gemeinsam das Zither-spielen zu erproben (max. 8 aktive Teilnehmer_innen) und bietet Einblicke in das Instrument, das seit 2017 Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes ist. (22 Uhr)
Naturwissenschaftliche Forschung und Themen rund um Musik und Gesundheit sind an der mdw in unterschiedlichen Disziplinen vertreten: Den Auftakt bilden die Schul-Workshops „Musiktherapie – was ist das eigentlich?“ am Wiener Zentrum für Musiktherapieforschung am Vormittag. Sie vermitteln, wie Musik therapeutisch eingesetzt, aktuelle Forschungsansätze sowie Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten für Musiktherapeut_innen.
Das Institut für musikalische Akustik – Wiener Klangstil (IWK) öffnet wieder die Pforten des Akustik-Labors und gibt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Forschungsmethoden des Instituts. Ein Highlight der Führung bildet der Besuch des reflexionsarmen Raums (gegen Voranmeldung).
Im benachbarten Raum finden Workshops zweier Projekte des IWK statt: Das Projekt “Die Wiener Neujahrskonzerte: Same Procedure As Every Year?“ nimmt mittels eigens entwickelter Software-Tools Aufnahmen der jährlichen Neujahrskonzerte unter die digitale Lupe. Im Workshop „Deutsche Lautentabulatur – was ist das? E-LAUTE erklärt es!“ lernen Sie die digitale Editionsplattform für Notenmaterial für Lauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert kennen. Tauchen Sie ein in den historischen Corpus und versuchen Sie selbst, die Musik zu lesen, zu übertragen und auf einer Laute zu spielen.
Die Musikphysiologie an der mdw beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten rund um Gesundheitsthemen, die Musiker:innen wie Nicht-Musiker_innen betreffen: der Live-Stream im Arthouse Kino „Wie alt sind deine Ohren?“ erkundet interaktiv, wie sich das Gehör im Laufe eines Lebens verändert. In der Mitmachstation „Virtuelle Bühnen, echte Emotionen“ kann im Klangtheater mittels VR-Brille einem Auftritt auf einer großen Konzertbühne nachgespürt werden. Messmethoden und -instrumente werden dabei praktisch erprobt.
Das „Motion-Emotion-Lab“ (Future Art Lab, 2. Stock) öffnet außerdem seine Pforten und stellt Methoden und Instrumente der Forschung vor. In einem Kurzvortrag im Arthouse-Kino sowie im Rahmen einer Posterausstellung (Bauteil M, EG) wird präsentiert, womit sich die aktuelle Stimmforschung beschäftigt.
Musikvermittlung an der mdw hat zum Ziel, kulturelle Teilhabe und Mitgestaltung unabhängig von Bildung, Alter, Geschlecht oder Herkunft zu ermöglichen. Den Beginn macht dazu am Nachmittag der Workshop „Musikalisches Würfelspiel – Wir würfeln unsere eigene Komposition“ im Clara Schumann-Saal sowie das Sing Along der Chorschule der mdw. „Begegnungsräume bauen mit Musik“ gibt einen Einblick in den Bereich Community Music, theoretisch und künstlerisch-praktisch werden minimale Veränderung im Konzertsetting vorgenommen und gleich erprobt.
Nach dem theoretischen Input auf der Campus-Bühne zu „Ensemble Mobil – Wie können wir musikalisch in Kontakt treten?“ ist bis 23 Uhr das „Ensemble Mobil“ am mdw-Campus unterwegs um gemeinsam mit LNF-Besucher_innen, Musik zu machen.
„Mit allen Sinnen“ ist das Motto einiger Stationen und Performances: die Mitmachstation im Future Art Lab „Mit allen Sinnen hören?“ erprobt unsere Sinne künstlerisch forschend, während die Station „Vom Gefühl zur Forschung – Konzertformate der Zukunft multisensorisch erforschen“ am Institut für Kulturmanagement Grundlagen qualitativer Forschung vermittelt und einlädt, das ideale Konzertformat der Zukunft zu gestalten.
Die Performance “Making Kin with Experimental Sound Systems” im Klangtheater erkundet mittels Artistic Research die Verbundenheit von Musiker_innen mit technischen Geräten der Musikproduktion. Wie stehen sie zueinander und können diese Objekte auch ein Eigenleben entwickeln?
Im Konzertbeitrag „Welche Farbe hat Musik?“ verschmelzen Klang und Licht: Visuelle Algorithmen reagieren live in Echtzeit auf Tonereignisse und formen daraus Farben, Formen und Bewegung. Alexander Scriabins „SCRIABIN – Sonata No. 8: An Elemental Poem Embracing the Entire Self and the Awareness of the Whole, Within and Beyond“ ruft dazu auf, in unserer überreizten Welt unsere Sinne neu zu schulen um mit Offenheit zuzuhören und sich selbst neu wahrzunehmen. (Fanny Hensel-Saal)
Im Themenpfad „Kunst & Klima“ kann erkundet werden, wie unterschiedliche Projekte künstlerisch-kreativ an einer nachhaltigen und klimaverträglichen Transformation beitragen wollen.
Der Schulworkshop „Wie klingen Regenwürmer? Soundkompost: Vom Rascheln zum Klang“ am Vormittag erkundet akustisch die Biodiversität am mdw-Campus. Die Ergebnisse werden am Abend im Rahmen der Klanginstallation HUMBAH im Klangtheater präsentiert, die Kleinstlebewesen in unserer direkten Umgebung hörbar macht.
Die Ausstellung „Was kann Kunst?“ im Foyer des Future Art Lab lädt Besucher_innen ein, Teil des Dialoges und der Forschung zu werden, um mit der eigenen Kreativität an lebenswerten Zukünften mitzuwirken.
Wie sich die Erwärmung unseres Klimas anfühlt, kann in der „Klima-Zeitmaschine“ mittels VR-Brille und Temperatursimulation am eigenen Leib erprobt werden.
Der Vortrag „Stadt der Zukunft?“ im Arthouse Kino geht Naturklängen und ihrer positiven Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden nach – die Klanginstallation „Wie könnte die Stadt der Zukunft klingen?“ vermittelt dabei, wie sich eine umweltfreundliche Gestaltung unserer Städte auf deren Klangbild und damit unser Wohlbefinden auswirken könnten.
Mit Einsetzen der Dämmerung startet um 19:30 Uhr eine Campusführung der besonderen Art: „Wie klingen Fledermäuse? Bat-Tour mit Bioakustik“ erkundet Fledermausarten am mdw-Campus und rundherum, die mittels Bat-Detektoren hörbar werden. (Anmeldung erforderlich)
„Sounds of Circulation – Wie klingt es im Inneren von Bäumen?“ im Zwischengeschoß des Future Art Lab macht die Vorgänge im Inneren von Bäumen hörbar. Durch die Installation entsteht eine immersive Klanglandschaft an der Schnittstelle von Klangkunst, Naturwissenschaft und ökologischer Wahrnehmung.
Als international vernetzte Universität steht auch die mdw vor technischen Voraussetzungen: Wie Distance Learning, also das gemeinsame, gleichzeitige Musizieren via Stream im künstlerischen Unterricht umgesetzt werden kann, erleben Sie in einer Live-Session im Arthouse Kino.
Details zum Programm finden Sie hier: www.langenachtderforschung.at

