Verein der Musiklehrerinnen Wien /
Klub der Wiener Musiklehrerinnen

Der Musiknotendruck der „Skizzen für das Pianoforte“ von Wilhelm Kienzl (1857–1947) kam am 16. Oktober 1940 über eine Spende in den Bestand ub.mdw. Ein Besitzstempel weist ihn als ehemaliges Eigentum des Vereins der Musiklehrerinnen aus.

Dieser Verein war 1888 von drei Absolventinnen des Konservatoriums der Musikfreunde – der Vorgängereinrichtung der mdw – gegründet worden: von der Pianistin, Musiklehrerin und Chormeisterin Rosa Lutz (1864–1905), der Musiklehrerin und Pianistin Marie Schneider-Grünzweig (1866–1938) und der Pianistin Olga Hueber-Mansch (1869–1956). Seit 1905 war der Verein Mitglied im „Bund der österreichischen Frauenvereine“.

Neben der Konzerttätigkeit und Weiterbildungsangeboten zählte die soziale Absicherung mit einem Kranken- und Pensionsfonds für Berufsmusikerinnen zum Vereinszweck. Am 27. Juni 1939 löste das nationalsozialistische Regime den Verein auf, der sich erst 1947 wieder neu konstituierte. Um den Restitutionsfall abzuschließen, sind derzeit noch weitere Recherche erforderlich.

Betroffenes Exemplar im Katalog der ub.mdw

 

Fritz May

Die zwei Bände des „Bilder-Atlas“ kamen über eine anonyme Spende an die ub.mdw und enthalten die Exlibris mit dem Namen „Fritz May“ inklusive einer fortlaufenden Bandnummerierung. Dies weist auf eine größere Hausbibliothek hin. Es könnte sich bei dem ehemaligen Besitzer um Fritz May (1889 – 1953) handeln, der aus der 1907 geadelten Familie May von Mayenau stammte.

Der promovierte Jurist trat aus dem Judentum aus und konvertierte zum römisch-katholischen Glauben. Er lebte 1938 in der Jacquingasse 33 im 3. Bezirk und floh nach dem „Anschluss“ Österreichs zunächst in die Schweiz und im September 1938 nach Kanada. Weitere Recherchen zur Identifizierung von Fritz May bzw. der Rekonstruktion der Provenienzkette sind derzeit am Laufen.

Betroffene Exemplare im Katalog der ub.mdw

 

Philipp Stastny

Zwei Musiknoten und ein Buch mit dem Exlibris „Philipp Stastny“, das auf den Beruf des ehemaligen Eigentümers hinweisen könnte, wurden der ub.mdw anonym gespendet.

Da das ausgestellte Buch erst 1946 gedruckt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Objekten aus dem Besitz von Philipp Stastny vermutlich um kein Raubgut handelt. Um dies abschließend zu klären, sind noch weitere Recherchen durchzuführen.

Betroffene Exemplare dacapo