Die European Universities Alliance IN.TUNE – Innovative Universities in Music and Arts in Europe zelebrierte im Mai 2026 einen ihrer Meilensteine an der mdw: Den ersten IN.TUNE-Summit mit ca. 250 Teilnehmer_innen der acht IN.TUNE-Partneruniversitäten aus Wien, Oslo, Bukarest, Paris, Helsinki, Barcelona, Den Haag und Belgrad. Die Entwicklung gemeinsamer Kurse und Studienangebote sowie neuartiger Lehr- und Lernformate, die Schaffung reibungsloser Mobilitäten für Studierende und Lehrende zwischen den Partneruniversitäten, Forschungskooperationen und die Entwicklung gemeinsamer Strategien sind die zentralen Themen von IN.TUNE.

Panel bei der Informationsveranstaltung „Get to know IN.TUNE“ © Daniel Willinger

Die Summit-Teilnehmer_innen, die seit fast drei Jahren in Arbeitsgruppen spezifische Themenbereiche bearbeiten, erlebten während des dreitägigen Treffens die gebündelte Kraft und Kompetenz der IN.TUNE-Kolleg_innen. Im persönlichen Aufeinandertreffen zeigte sich: In der Allianz haben sich Vertrauen und eine gemeinsame Sprache entwickelt. IN.TUNE verändert nicht nur die Arbeitsweisen und Studienpläne innerhalb jeder Einrichtung, sondern auch die Mindsets und das Bewusstsein für Vielfalt. Zugleich wurde auch sichtbar: Acht Institutionen bedeutet acht verschiedene nationale Gesetzgebungen, unterschiedliche Systeme bei der Erstellung von Studienplänen, der Studienakkreditierungen und der Einteilung des Studienjahres. Bei der Abschlussdiskussion des Summits blickten die Anwesenden darauf, welche Erfolge sie künftig feiern möchten. Dazu gehören die Reduktion von Einstiegshürden für sozial benachteiligte Gruppen, die selbstverständliche Integration gemeinsamer Lehrveranstaltungen in die Curricula oder auch gelernt zu haben, mit unterschiedlichen Meinungen und Konflikten konstruktiv umzugehen.

Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner © Daniel Willinger

Die Informationsveranstaltung Get to know IN.TUNE bot Interessierten Einblicke in die Allianz. Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, strich in ihrer Eröffnungsrede die Rolle von IN.TUNE als einzige European Universities Alliance im Bereich Musik und Kunst hervor: „IN.TUNE steht für ein Europa, das offen, demokratisch, kooperativ und kulturell ambitioniert ist. Universitäten sind nicht nur Orte des Lernens und der Forschung, sondern auch Orte, an denen Demokratie gelebt wird.“

Für Rektorin Ulrike Sych ist IN.TUNE „ein Veränderungsprozess, der die internationale Zusammenarbeit noch stärker in der Lehre, der künstlerischen Forschung und der Verwaltung verankert.“ Die IN.TUNE-Partnerinstitutionen unterstützen sich gegenseitig bei Gefahr von politischer Einflussnahme auf die Universitäten. Sych: „Wir teilen eine Haltung zur Wahrung der Würde und Rechte der Menschen, zur Gleichbehandlung, Transkulturalität, Diversität und zur Freiheit der Wissenschaft und Forschung.“

Eindrücke vom IN.TUNE Summit an der mdw © Daniel Willinger 

Johannes Meissl, Vizerektor für Internationales und Kunst, hob hervor, dass IN.TUNE Teil der „institutionellen DNA“ der mdw wurde und die Universität diesen transformativen Weg weiter gehen will.

Bei der anschließenden Diskussion mit IN.TUNE-Repräsentant_innen betonte Martin Prchal, IN.TUNE Co-Secretary General, die zentrale Rolle der Studierenden in der Allianz mit einem eigenen Student Council und Vertreter_innen auf allen Ebenen von IN.TUNE.

Stefan Josipović, Studierender der University of Arts Belgrade, sprach von der Bedeutung von IN.TUNE während der serbischen Studierendenproteste seit Herbst 2024. „IN.TUNE war da, um zu helfen – sowohl emotional als auch auf jede andere Weise, die möglich war.“ Der Studierende thematisierte die Sicht aus einem Nicht-EU-Land: „Es ist schwierig, mit den europäischen künstlerischen Strömungen verbunden zu bleiben. Genau hier setzt die Allianz an und baut Brücken zu Orten wie dem unseren, die in geringerem Maß vernetzt sind.“

Eindrücke vom IN.TUNE Summit an der mdw © Daniel Willinger

Gerda Müller, mdw-Vizerektorin für Organisationsentwicklung und Diversität, betonte, warum gesellschaftliches Engagement für Universitäten existenziell ist: „Musik kann Menschen aus unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen verbinden. IN.TUNE ermöglicht es uns, Wissen zu bündeln und Werte aufeinander abzustimmen, damit sich unsere Absolvent_innen weiterentwickeln können und zu einem inklusiveren, nachhaltigeren kulturellen Ökosystem beitragen.“

Émilie Delorme, Rektorin des Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, ist dankbar dafür, wie die IN.TUNE-Institutionen voneinander lernen können, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen: „Wir sind innerhalb von IN.TUNE strukturiert organisiert und teilen gemeinsame Ziele. Unsere größte Herausforderung wird nun darin bestehen, all das weiterzuentwickeln.“

Lucie Lou Camps, Studierende der Norwegian Academy of Music Oslo, machte deutlich, wie IN.TUNE in ihrem Studienalltag wirkt. Bei genauer Betrachtung stellte sie fest: „IN.TUNE ist überall.“ – Sei es im Unterricht mit Lehrenden der IN.TUNE-Partneruniversitäten oder wenn sie um Rat bei den Kollegen_innen im Student Council fragt.

„IN.TUNE ist überall.“ – dieses Credo ist Inspiration für die Partnerinstitutionen, die innovative Gegenwart und Zukunft der Allianz zu formen. Konkret zeigt sich das beispielsweise an den gemeinsam entwickelten Studienangeboten in diesem Herbst: mdw-Lehrender Michael Pinkas hinterfragt mit Belgrader Kolleg_innen und Studierenden in einem Joint Online Course den Kanon der Musikgeschichte. Axel Petri-Preis (mdw) lädt mit Kolleg_innen aus Barcelona, Belgrad und Bukarest Studierende ein, ihre künstlerische Praxis mit sozialer Verantwortung zu verbinden. mdw-Lehrende Pauline Heister und Volker Werner setzen Intensivkurse fort, die Studierende bereits in Den Haag und Paris zusammengebracht haben.

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