Erfolgsgeschichte der Minderheitenforschung an der mdw

Im November 2019 wurde das Music and Minorities Research Center (MMRC) an der mdw gegründet. Möglich wurde dies durch den Wittgenstein-Preis (damals mit 1,4 Mio. Euro dotiert), mit dem Ursula Hemetek 2018 für ihre ethnomusikologische Minderheitenforschung ausgezeichnet wurde. Am 30. April 2026 ging nach 7 Jahren die Finanzierung durch den Wittgensteinpreis am MMRC zu Ende.
Einige Fakten zu diesen 7 Jahren:

Nach Ablauf der Gründungsphase, dem Einsatz von 1,4 Millionen Euro und der großen Unterstützung durch die mdw konnten wir ein florierendes Forschungszentrum erfolgreich aufbauen. Es hat inzwischen über 2,1 Millionen Euro an zusätzlichen Drittmitteln eingeworben. Sowohl die finanzielle als auch die inhaltliche Förderung erweist sich als lohnende Investition in den Forschungsstandort mdw!

© Stephan Polzer

Das MMRC hat inzwischen 7 Forschungsprojekte erfolgreich abgeschlossen, 7 werden derzeit durchgeführt. Über 25 Personen waren oder sind vor Ort involviert, das internationale Advisory Board mit 6 aktuellen Mitgliedern spielt eine zentrale Rolle. 7 weitere internationale Expert_innen sind ehemalige Mitglieder.

Das Online-Journal Music & Minorities publiziert 2026 seine 5. Ausgabe, derzeit (Stand: Juli 2026) mit 7 Artikeln und 3 Reviews. Die Anzahl der Artikel-Einreichungen wächst ständig und die Strategie, ergänzend zu freien Einreichungen Special Collections zu bestimmten Themen zu publizieren, erweist sich als erfolgreich.

© Lydia Naomi Knoebl

Die Publikationstätigkeit der Mitarbeitenden des MMRC ist äußerst rege (über 90 Publikationen) und das MMRC hat in der Gestaltung digitaler Ausstellungen Expertise entwickelt: Ružake gila hat weltweit täglich etwa 1.000 Zugriffe (insgesamt derzeit 700.000), die nächste Ausstellung Objects and the Archive wird im Herbst präsentiert und eine weitere, Music, Conflict and Forced Migration, ist in Planung. Vorträge und Präsentationen aus dem MMRC-Umfeld, sowohl im nationalen als auch internationalen Zusammenhang sind mit über 120 zu beziffern.

Die internationale Sichtbarkeit und Wertschätzung des MMRC lässt sich u. a. auch daraus ablesen, dass sich das Interesse an der jährlich ausgeschriebenen Anschubfinanzierung zur Erstellung von Forschungsanträgen – Advancing Music and Minorities Research (AMMR) – vervielfacht hat. 2026 gab es 17 Einreichungen. Bis 2026 konnten 9 dieser Fellowships vergeben werden. 2 Fellows arbeiten derzeit an neuen Anträgen. Von den 7 beim FWF eingereichten Anträgen der Fellows der vergangenen Jahre wurden 5 gefördert. Die Erfolgsquote liegt also bei über 70 %. Zum Vergleich: 2025 lag die durchschnittliche Bewilligungsquote für die FWF-Förderschienen Einzelprojekte und ESPRIT, in denen die AMMR-Fellows erfolgreich waren, bei jeweils rund 28 %.

Es konnten zahlreiche Kooperationen – sowohl national als auch international – sowie ein starkes Netzwerk von Expert_innen aus den jeweiligen Communitys aufgebaut werden. Dies zeigt sich auch an den zahlreichen Veranstaltungen, die jährlich durchgeführt werden. Seit seiner Gründung hat das MMRC 13 größere öffentliche Veranstaltungen in Eigenproduktion sowie weitere Kooperationsveranstaltungen erfolgreich umgesetzt. Die Minderheitenforschung ist inzwischen international in der Ethnomusikologie etabliert und hat mit dem MMRC ein sichtbares Zentrum in Wien. Viele Impulse gehen von hier aus, aber durch das große internationale Interesse bekommt das MMRC auch von außen eine Fülle an Ideen für neue relevante Forschungsansätze.

© Lydia Naomi Knoebl

Das MMRC steht heute und in Zukunft für ethnomusikologische Forschung mit gesellschaftspolitischer Relevanz. In Übereinstimmung mit den Zielen der Universität, ist den Aktivitäten am MMRC ein gesellschaftlich engagierter und dialogischer Zugang eingeschrieben. Das MMRC strebt in Projekten und Veranstaltungen danach, der Diskriminierung marginalisierter Gruppen und Individuen entgegenzuwirken und die mdw zu einem „Diskursort für kulturelle Diversität“ (Entwicklungsplan der mdw, S. 49) zu machen. Das MMRC betrachtet die zivilgesellschaftliche Verankerung als Kernaufgabe seiner Tätigkeit. Durch sein nachhaltiges Engagement möchte es auch weiterhin wissensvermittelnde Kooperationen, gesellschaftspolitische Relevanz und transdisziplinäre Wirksamkeit vorantreiben.

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