Nach rund zehn Monaten Bauzeit sind am mdw-Campus 14 neue, moderne und schalldichte Übungsräume unter der Planung von Architekt Reinhardt Gallister entstanden. Zudem wurde ein historischer Hörsaal saniert, der nun ebenfalls für Lehre und Forschung zur Verfügung steht. Der neue Übering wurde am 12. Mai 2026 von der Bundesimmobiliengesellschaft, der Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner und der mdw feierlich eröffnet.

Rektorin Ulrike Sych: „Der neue Übering am mdw-Campus erweitert die Ressourcen für unsere Studierenden in dem Bereich, der für Künstlerinnen und Künstler essenziell ist: das Üben. Die zusätzlichen Räume schaffen moderne Infrastruktur für konzentriertes musikalisches Arbeiten und künstlerische Entwicklung.“ Die Mehrheit der 14 neuen Überäume weist eine Größe zwischen 12 und 14 Quadratmetern auf, die optimale Bedingungen für konzentriertes Musizieren, Üben und eine künstlerische Entwicklung bieten. Die Anmeldung der für den Übering zugelassenen 1.500 Studierenden erfolgt mittels der App FluidLife. Eine Besonderheit des modernen Systems liegt darin, bis zu zwei Wochen im Vorhinein Zimmer online zum Üben reservieren zu können. Der Zugang erfolgt ebenfalls via App. „Die neuen Übezimmer werden sehr gut angenommen. Seit Ostern hat sich die Auslastung kontinuierlich gesteigert und liegt aktuell bei rund 80 Nutzer_innen pro Tag“, erklärt Berthold Huber, Leiter der Abteilung für Gebäude und Technik.
Die Sanierung des historischen Hörsaals, der aus den 1950er-Jahren stammt und auch für die geometrische Form des Überings verantwortlich zeichnet, stellte aufgrund des Denkmalschutzes eine große Herausforderung dar. Sowohl die eindrucksvollen Fenster als auch die ansteigende Publikumstribüne konnten unter Beachtung der Auflagen erhalten werden. Benannt wurde der einstige Hörsaal der Alten Anatomie nach der österreichischen Volksmusikforscherin und ehemaligen Leiterin des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie Gerlinde Haid.

Im Laufe des kommenden Jahres soll der Hörsaal mit modernster AV-Technik ausgestattet werden. „Wir müssen die hybriden Anforderungen des Raums sowie die Bedürfnisse seiner Nutzer_innen berücksichtigen. Sowohl Unterricht als auch Konzerte sollen mit einer bestmöglichen Präsentation der Studierenden realisiert werden können. Dafür planen wir eine LED-Wall, moderne LED-Bühnenbeleuchtung sowie eine fest installierte Beschallungsanlage“, so Ulrich Wagner, Mitarbeiter des Audio-Video-Zentrums der mdw.
Besonderes Augenmerk wurde auf den Erhalt des Baumbestandes gelegt. Der Schutz der Altbäume, einer Esche und eines Ahorns, wurde bewusst in die architektonische Gestaltung und in die Grünraumplanung integriert. „Pfahlfundamente sorgen dafür, dass das Gebäude keinen Druck auf das Wurzelwerk der Bäume ausübt. Darüber hinaus wird der Boden unter dem Übering bewässert“, erklärt Berthold Huber die Anforderungen an den Baumschutz. „Somit konnten wir die Idee vom Üben im Grünen wahr werden lassen, inklusive dem Blick auf unsere rund 110 Jahre alte Baumhasel, dem ältesten Baum am Campus.“