10 Jahre ub.mdw: Christoph Herndler – Gewächse, von Feldern

Ein Auftragswerk zum 10-Jahres-Jubiläum der ub.mdw am Campus

Was verleiht einem Raum Seele? Geht es nach Cicero, so sind das Bücher („ein Zimmer ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele“). Strebt man nun nach einem derartigen, animierten – oder auch animierenden – Ort, begebe man sich am besten in eine Bibliothek, in der idealerweise ein angenehmer Raum mit einer Fülle inspirierender Inhalte aufwartet.

Im Jahr 2016 hat die mdw mit einem großzügigen Bibliotheksneubau einen solchen Ort geschaffen. Nun, zur Feier des 10-Jahres-Jubiläums des neuen Gebäudes, wird an der mdw-Bibliothek die Verschmelzung von Raum und Inhalt versucht.  Der Komponist Christoph Herndler wird im Auftrag der ub.mdw über einige Tage hinweg eine speziell für die Bibliothek entwickelte Notationsgrafik an drei Wandbereichen des Bruno-Walter-Lesesaals auftragen und sie am 20. November mit Studierenden der mdw in Form klanglicher wie körperlicher Bewegung realisieren. 

Dazu schreibt er: Die Stille einer Bibliothek schafft Raum für die Gleichzeitigkeit des Verschiedenen. Notation als Schrift erfasst ihrem Wesen nach das Musikalische in klangloser Gestalt; im Versuch, das Musikalische selbst klanglos zu denken, eröffnet sich ein weiterer Denkraum. Und eben in diesem von konkreten Klängen befreiten Konstrukt zeigt die Notationsgrafik ihr formales Potential. Auch sie schafft Raum für die Gleichzeitigkeit des Verschiedenen in der Stille ihrer Zeichen.

Die entstandene Grafik wird im Weiteren in den Bestand der Bibliothek aufgenommen und im Katalog verzeichent.



 

 

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