
Georg Friedrich Haas: 11.000 Saiten
Mit dem Projekt 11.000 Saiten wird der Große Saal im Wiener Konzerthaus selbst zum Instrument. In seiner Komposition für 50 Klaviere entwirft Georg Friedrich Haas einen radikal neuen Hörraum, der traditionelle Konzertformen bewusst hinter sich lässt.
Das Publikum sitzt im Zentrum des Saales, umgeben von 50 Klavieren, die ringförmig im Raum verteilt aufgestellt sind. Klang entsteht nicht frontal, sondern bewegt sich, schichtet sich, kreist, verdichtet sich und löst sich wieder auf. Die Zuhörer_innen befinden sich mitten im Resonanzkörper eines gewaltigen Instruments aus 11.000 Saiten.
Hören wird hier zu einer körperlichen Erfahrung: Schwingungen sind nicht nur hör-, sondern auch spürbar. Nähe und Distanz, Richtung und Zeit verändern sich, das Ohr wird zum Orientierungssinn, und bisherige Hörerfahrungen werden radikal in Frage gestellt. Jeder Platz im Raum eröffnet eine eigene Perspektive auf das Geschehen – kein Klang gleicht dem anderen, kein Hörerlebnis ist identisch.
11.000 Saiten ist weniger Konzert als kollektive Klanglandschaft, weniger Aufführung als Zustand – ein Ereignis, das das Klavier von seiner solistischen Tradition löst und als architektonischen, atmenden Klangkörper neu erlebbar macht.
Klangforum Wien
50 Pianist_innen, in Zusammenarbeit mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Vimbayi Kaziboni, Musikalische Leitung
Programm
Georg Friedrich Haas: 11.000 Saiten für 50 mikrotonal zueinander gestimmte Klaviere und Kammerorchester
