Wien Modern: NAMES | Spirits in Complexity

Ökologie, im ursprünglichen, aus dem Altgriechischen stammenden Wortsinn, bezeichnet die Lehre vom Haushalt der Beziehungen – von den Rückkopplungen, Abhängigkeiten und Verstrickungen, in denen sich Lebewesen, Dinge und zunehmend auch Maschinen wechselseitig hervorbringen. Es ist diese relationale, nicht-hierarchische Lesart von Ökologie, mit der das künstlerische Forschungsprojekt Spirits in Complexity – Making Kin with Experimental Music Systems in Beziehung tritt. […]

Im Jahr 1960 veröffentlichte der aus Wien stammende Physiker und Kybernetiker Heinz von Foerster gemeinsam mit Patricia M. Mora und Lawrence W. Amiot in der Zeitschrift Science einen Aufsatz mit dem lakonischen Titel Doomsday: Friday, 13 November, A.D. 2026. […] Dass das prophezeite Datum nun real ansteht, verleiht dem Abend bei Wien Modern eine kuriose bis unheimliche Aktualität. Statt jedoch eine Bevölkerungsapokalypse zu beschwören, verschiebt Spirits in Complexity den Doomsday-Gedanken auf ein anderes, potenziell über-exponentielles Wachstum unserer Gegenwart: jenes der künstlichen Systeme selbst. (Thomas Grill, im Dialog mit Claude / Anthropic)

Programm

Patrik Lechner, Marco Döttlinger, Thomas Grill: Conversing for Coexistence. Installation (2026)

Thomas Grill: Dirty Spaces für Ensemble und Live-Elektronik (2026)

Angélica Castelló: Final Totem.. Installation, Performances und Ensemblekomposition (2026)

Patrik Lechner: TBA für Ensemble und Live-Elektronik (2026)

Marco Döttlinger: musica inquieta für 4 Synthesizer - Performer:innen und Ensemble (mit Live-Visualisierung) (2026)