© Paula Gerke
Marie Schürmann ist Doktorandin und Universitätsassistentin am Institut für Kulturmanagement der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Mit einem Fokus in Kulturmanagement studierte sie Theater- und Orchestermanagement an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main mit einem Auslandsaufenthalt in Valencia, Spanien, sowie Kunst, Musik und Medien: Organisation und Vermittlung an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Forschung konzentrierte sich dabei fortwährend auf die Schnittstelle zwischen Kulturmanagement, Musikwissenschaften und Gender Studies. Beruflich führte es Marie Schürmann als Dramaturgin und Musikvermittlerin in die Programmplanung des Konzerthauses Berlin sowie zuletzt als Projektkoordinatorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Archiv Frau und Musik mit Forschung zum Thema Frauenorchester.
Seit März 2026 promoviert sie im Fach Kulturmanagement an der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien unter Betreuung von Prof. Dr. Dagmar Abfalter.
Wirtschaftliche Macht und Kulturelle Gleichberechtigung
Das Dissertationsprojekt stellt Exklusionsmechanismen und die daraus resultierende Repräsentation marginalisierter Komponist*innen im Repertoire europäischer, öffentlich geförderter Sinfonieorchester in den Mittelpunkt. Ausgehend von bestehenden Studien, die diese Dynamiken und somit eine geringe Repräsentation marginalisierter Komponist*innen belegen, kann sich der grundlegenden Frage nach Kanon-Bildung durch Fokus auf den Aspekt der Kulturförderung und -finanzierung angenähert werden. Somit soll untersucht werden in welcher Wechselwirkung Kulturfinanzierungsmodelle verschiedener europäischer Länder und die Repertoiregestaltung professioneller Orchester der Saisons 2016/17 bis 2025/26 in Bezug auf die Einbeziehung unterrepräsentierter Komponist*innen aufgrund von Gender, Ethnizität oder sozioökonomischen Hintergrund stehen.
Mithilfe eines Mixed Methods Ansatzes wird Aufschluss über diese Wechselbeziehung gegeben, wodurch die Arbeit einen wichtigen Beitrag bezüglich des Verständnisses zu Repertoirebildung, institutionellen Zugangsschranken sowie möglicher Interventionsräume zur Förderung einer diversifizierten Repertoirepraxis professioneller Sinfonieorchester leisten wird.