Elf Tage, rund 200 Teilnehmer_innen aus über 40 Ländern, 23 Masterclasses, 15 Workshops und zahlreiche Konzerte in Wien: Von 22. Juli bis 2. August 2026 brachte die 35. Ausgabe der isa junge Musiker_innen aus aller Welt am mdw-Campus zusammen. Unter dem Motto „global – local“ wurde intensiv geprobt, voneinander gelernt und es wurden auch neue Freundschaften geschlossen. Mit isaOnStage wurde das, was tagsüber in Unterrichtsräumen entstand, auf die Bühnen Wiens getragen.

Fast zwei Wochen isa können ganz schön intensiv sein. Zwischen Masterclasses, Workshops und Konzerten wurde am mdw-Campus von morgens bis abends geprobt. Die Teilnehmer_innen arbeiteten im Einzelunterricht mit renommierten Musiker_innen und Professor_innen an ihrem Repertoire. Wer über den im Sommer sonst ruhigeren Campus ging, hörte die isa an jeder Ecke: Aus den Überäumen ertönten Klavier, Streichinstrumente und weitere Instrumente und verwandelten den Campus in eine musikalische Klangkulisse.
Dass bei so viel Musik auch einmal eine Pause nötig ist, gehörte bei der isa26 bewusst zum Programm. Beim Infopoint sorgten Tischtennis und Hitster für Abwechslung, auf der Campuswiese wurde Volleyball gespielt. Dazu kamen ein Imagefotoshooting, gemeinsame Führungen durch das Exilarte Zentrum der mdw und den Wiener Musikverein sowie weitere „social activities“. „Bei all dem intensiven Üben ist es wichtig, auch Raum für Begegnungen zu schaffen, um den Kopf freizubekommen, neue Freundschaften zu knüpfen und als Gemeinschaft zusammenzuwachsen“, erklärt Elias Zahraddnik aus dem isa-Team.

Wie viel in den Unterrichtsräumen erarbeitet wurde, konnte das Publikum bei isaOnStage erleben. Die Konzerte führten die jungen Musiker_innen an besondere Orte Wiens. Einen dieser Sommerabende bot „Global Sounds – Local Hub“ in Kooperation mit dem MuseumsQuartier Wien. Während auf der Open-Air-Bühne Solo- und Kammermusik von Bach bis Bosmans erklang, blieben immer wieder Menschen stehen, die gerade durch das MQ spazierten. Andere holten sich ein Eis oder machten es sich auf den bunten Sitzmöbeln gemütlich. Musik unter freiem Himmel und ein Publikum, das teilweise ganz ungeplant zum Konzert fand, machten den Abend zu einem besonderen isaOnStage-Moment.
Ein paar Tage später hieß es im Stadtpark Atzgersdorf „Cool Classics“ – bei Temperaturen, bei denen der Titel durchaus Hoffnung machte. Trotz Hitzewelle fanden sich zahlreiche Besucher_innen im Schatten der Bäume ein. Das Konzert entstand in Kooperation mit dem Kultursommer Wien und brachte klassische Musik auch einem Publikum näher, das vielleicht nicht gezielt ein klassisches Konzert besucht hätte – wodurch ganz nebenbei die Begegnung mit einer für manche noch unbekannten musikalischen Welt ermöglicht wurde.

Auch abseits der Open-Air-Bühnen war isaOnStage präsent. Konzerte führten unter anderem in den Musikverein Wien und den Ehrbar Saal, während am mdw-Campus weitere musikalische Begegnungen bei freiem Eintritt stattfanden. Zu den Höhepunkten gehörten die Wettbewerbe der isa. Bei der „Viennese Challenge“, dem Finale des „Preis Wiener Musik“, holte sich das in Warschau gegründete und heute in Wien beheimatete Cuore Piano Trio den ersten Preis. Beim Exilarte Award, der Musik von Komponist_innen in den Mittelpunkt rückte, die während des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden, ging der erste Platz an das Duo Jiayi-April – Geigerin Jiayi Chen und Pianistin April Siyue Zhang studieren beide an der mdw.
Neben Masterclasses und isaOnStage gehörten auch isaCommunity und isaResearch zum Programm und eröffneten Perspektiven auf Musikvermittlung, gesellschaftliche Fragen und Forschung. Diese Mischung zeigte, was entstehen kann, wenn rund 200 Menschen aus über 40 Ländern zusammenkommen: musikalische Impulse, Bühnenerfahrung und Begegnungen, die über die elf Tage hinausreichen. Damit all das funktioniert, wird lange vor dem ersten Ton geplant und während der isa im Hintergrund gearbeitet. Stundenpläne, Räume, Workshops, Konzerte und die Anliegen von Teilnehmenden und Lehrenden wollen koordiniert werden. Das isa-Team sorgte unermüdlich dafür, dass aus vielen Programmpunkten eine gemeinsame isa wurde.
Nach elf Tagen verstummten am 2. August schließlich die letzten Töne der isa26. Was bleibt, sind neue Erfahrungen, Kontakte und vermutlich die eine oder andere Freundschaft – und für das Publikum besondere Sommerkonzerte. 2027 bietet isaOnStage die nächste Gelegenheit, dabei zu sein. Vielleicht ganz geplant im Konzertsaal. Vielleicht aber auch mit einem Eis in der Hand, wenn beim nächsten Spaziergang durch Wien plötzlich klassische Musik erklingt.