Philipp Brunner:
Profane Leidenschaft
Explorative Studie zur Soziologie des Sammelns am Beispiel von Plattensammlern in Wien
Band 3 der Reihe extempore
Wien: Institut für Musiksoziologie 2002
Preis: € 6,-
Mit dem Buch ‚Profane Leidenschaft’ wird erstmals eine soziologische Auseinandersetzung mit der  Lebenswelt der Plattensammler in Wien vorgelegt.
Darin werden – neben grundsätzlichen Überlegungen  zum Thema ‚Sammeln’ – vor allem die Ergebnisse von Gesprächen mit Sammlern dokumentiert und kommentiert. Im Anhang findet sich (eher für Einsteiger) ein Verzeichnis einschlägiger Orte, Veranstaltungen und Medien zum Plattensammeln in Wien.
Einige Blitzlichter aus dem Inhalt:
  • Plattensammler leben einen Alltag, der sich durch ganz bestimmte Gewohnheiten und Leidenschaften, durch das regelmässige Aufsuchen von Orten und Veranstaltungen, durch ständige Geld- und Raumprobleme (und in dem Zusammenhang manchmal auch durch familiäre Folgeprobleme) charakterisieren lässt. 
  • Der „klassische“ Plattensammler ist gleichzeitig kompetenter Hörer, leidenschaftlicher Sammler und kompromissloser Fan. So entspricht er eigentlich so gut wie nie dem „Ideal“ eines herkömmlichen Kunstsammlers, dem Sammler par excellence.
  • Auch der Umgang mit seinen Sammelgegenständen, den Tonträgern, verstärkt diesen Hinweis. Nur in einzelnen Bereichen werden sie vollständig aus der Gebrauchssphäre herausgelöst (z.B. nie abgespielt) und dann entspricht der Plattensammler dem Sammler im eigentlichen Sinne am ehesten.
  • Wesentlich ist auch, daß Plattensammler ihre Zielrichtung ständig ändern und damit auch ihre Sammlungen. Gesammelt werden Stars, Plattenlabels, Erstveröffentlichungen, Genres u.ä. und beinahe jeder Sammler hat seine eigene Geschichte von wechselnden Vorlieben und Zielen.
  • Um das Plattensammeln entsteht aber keine eigenständige Subkultur, die sich durch ihr Selbstbild, durch ihr Image oder ihre Haltung deutlich abhebt, sondern eine relativ lose verknüpfte Szene, die sich in erster Linie um bestimmte Orte und Veranstaltungen (Plattenbörsen) formiert, bzw. sich von dort ausgehend entwickelt hat.
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