Brigitte Bachmann-Geiser «Geschichte der Schweizer Volksmusik», Schwabe Verlag Basel, 2019

Rezension von Marianne Rônez, Wien im August 2019

Das reich illustrierte, mit Notenbeispielen versehene und durch 2 CDs mit vielfältigen musikalischen Beispielen wunderbar ergänzte Buch ist die erste wirklich umfassende Monographie der Schweizer Volksmusik.  Es zeigt die Entwicklung der Musik des Landes über 2000 Jahre hinweg und macht deutlich, wie wichtig die Musik in allen Lebensbereichen war und ist. Die wissenschaftlich genau erfasste Vielfalt der musikalischen Ausdrucksformen in der Schweiz lädt unmittelbar ein, sich mit den Melodien, Tanzformen, Instrumenten und Ausdrucksformen dieser Musik näher auseinander zu setzen. Für die Geige sind die Kapitel «Hackbrett – Violine – Streichmusik» von besonderem Interesse, in denen sowohl von den Instrumenten als auch von der Ausführung der Musik gesprochen wird. Die Violine war über Jahrhunderte das vorherrschende Instrument für den Tanz. Herumziehende fremde Geiger wurden seit dem 16. Jahrhundert von den städtischen Obrigkeiten aufgefordert, das Land zu verlassen, um auf diese Weise die eigenen fest angestellten Musiker zu schützen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die überlieferte Grundbesetzung Geige-Violoncello-Hackbrett durch eine zweite Geige zum Quartett (Streichquartett Appenzell). Manche Tänze und Lieder eignen sich bestens für den Unterricht, Musik dazu kann man an Hand der reichen Bibliographie finden. So bietet das sehr empfehlenswerte Buch von Brigitte Bachmann-Geiser über theoretisches Wissen hinaus eine Vielfalt an praktischen Anregungen, die im Violinunterricht genützt werden können.