Max Springer an der mdw
2027 jährt sich der Geburtstag des heute beinahe in Vergessenheit geratenen Max Springers zum 150. Mal. Ziel des Buchprojekts ist es, den Weg des Komponisten, Kirchenmusikers und Pädagogen Max Springer an der heutigen mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst nachzeichnen, ihn in den Kontext seiner Wirkungsstätte zu setzen und als historische Persönlichkeit seiner Zeit zu verorten.
Springer kam 1910 an die damalige Akademie und war über 35 Jahre am Haus tätig, u.a. war er Professor für Komposition und leitete ab 1927 als Direktor die Akademie. Seine etwa dreieinhalb Jahrzehnte andauernde Tätigkeit an der heutigen mdw schließt zahlreiche Zeitenwenden und epochale Einschnitte der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ein. Er steht u.a. für das enge Verhältnis von Staat und Kirche im Kontext musikpädagogischer Ausbildung und war Schlüsselfigur massiver politischer Einflussnahme auf die Institution in der Ersten Republik bzw. im Austrofaschismus. Nicht zuletzt seine Mitgliedschaft in der NSDAP werfen Fragen im Spannungsfeld von Anbiederung, Opportunismus, (Mit-)Täterschaft und (vermeintlicher?) Opferrolle auf.
Anhand der Person Max Springer - seinem raschen Aufstieg dank politischer Intervention sowie seinem späteren tiefen Fall - lässt sich die wechselhafte und von Krisen bestimmte Geschichte sowohl der Institution mdw als auch der (kultur-)politischen Landschaft Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählen.
Die Publikation von Severin Matiasovits soll 2027 erscheinen.