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Iris Krall-Radulian ist Geigerin im Orchester Wiener Akademie und Musikerin in der palliativen Geriatrie im Pflegeheim der Caritas Socialis Pramergasse. Ihr musikalischer Weg führte sie über die Universität Mozarteum Salzburg, wo sie bei Ruggiero Ricci und Lukas Hagen studierte, an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo sie bei Peter Schuhmayer und Gerald Schubert ihre Ausbildung fortsetzte und mit Auszeichnung abschloss. Im Zuge einer berufsbegleitenden Pflegeausbildung (2019/20) erweiterte sich ihre künstlerische Tätigkeit um einen neuen Schwerpunkt im sozialen Bereich. Seit Juni 2022 arbeitet sie bei der Caritas Socialis Pramergasse zusätzlich als Seniorenbetreuerin mit Schwerpunkt Musik in der palliativen Geriatrie. In diesem Kontext entwickelte sich ihre intensive Auseinandersetzung mit Musik als Form von Beziehung, Kommunikation und Resonanz in der Arbeit mit Menschen in besonders sensiblen Lebenssituationen, insbesondere mit kognitiven Einschränkungen.
Musik als Resonanzraum
Aus meiner mehrjährigen praktischen Arbeit als Musikerin in der palliativen Geriatrie entstand die Beobachtung, dass musikalische Begegnungen nicht nur die Menschen am Bett erreichen, sondern auch mein eigenes Musizieren verändern. Die unmittelbare Wahrnehmung nonverbaler Signale und das musikalische Reagieren darauf schärfen Aufmerksamkeit, Präsenz und Ausdruck. Resonanz wird so zu einer zentralen künstlerischen Haltung, die sowohl im Pflegekontext als auch im Konzertsaal wirksam ist und das gesamte musikalische Arbeiten prägt.
Aus dieser Erfahrung entwickelte sich mein wissenschaftliches Forschungsinteresse: Wie verändert die regelmäßige musikalische Arbeit im palliativen Setting – insbesondere die Schärfung nonverbaler Wahrnehmung und Kommunikation – das Spiel und die Haltung von Musiker*innen, und wie wirkt sich dies auf ihr Musizieren im Bühnen- und Ensemblekontext aus?