Zugegebenermaßen skeptisch war die erste Reaktion, als sich ein – man kann getrost sagen – wahrer Liebhaber der Blockflöte aus Boston (USA) meldete, der in Gedenken an seinen aus Israel stammenden Vater Hans Lewitus, der als Klarinettist und später auch als Blockflötist, Arrangeur und Komponist vieler Werke für Blockflöte in Peru wirkte, einen Wettbewerb für Blockflötenstudierende an der mdw durchführen wollte. Der Beharrlichkeit, dem ansteckenden Enthusiasmus und der Empathie von Ricardo Lewitus ist es aber zu verdanken, dass die Bedenken spätestens nach seinem Besuch in Wien im Vorfeld verflogen und ein erster, zunächst noch mdw-interner Wettbewerb über zwei Runden für alle Studierenden des Hauptfaches Blockflöte auf die Beine gestellt wurde.

Involviert waren dabei nicht nur das Institut für Alte Musik, sondern auch das Vizerektorat für Lehre, Exilarte und mdw-Rektorin Ulrike Sych, der es ein persönliches Anliegen war, diesen Wettstreit durchzuführen. Aus der zunächst online abgehaltenen ersten Runde wurden sechs Finalist_innen bestimmt, die sich am 22. November im Fanny Hensel-Saal im Beisein des Donators Ricardo Lewitus und seiner Frau Marla, einer sechsköpfigen Jury stellten. Die fachkundige Jury setzte sich aus folgenden Personen zusammen: Ulrike Sych (Rektorin mdw, Vorsitz), Eugène Michelangeli (Leiter Institut für Alte Musik), Anton Sorokow (Konzertmeister Wiener Symphoniker, Leiter Fritz Kreisler Institut für Konzertfach Streichinstrumente, Gitarre und Harfe), Anne-Suse Enßle (Professorin für Blockflöte, Tiroler Landeskonservatorium), Katharina Lugmayr (Professorin für Blockflöte, mdw), Carsten Eckert (Professor für Blockflöte, mdw). Jedes Wertungsspiel wurde mit einem Werk von Hans Lewitus eröffnet, bevor die Kandidat_innen aus ihrem eingereichten Repertoire eine von der Jury bestimmten Auswahl vortrugen. Vier Preisträger_innen wurden im Anschluss bekanntgegeben: 1. Preis: Britta Kähny, 2. Preis: Barbora Špelinová, zwei 3. Preise: Gellért Jassó, Chia-Yu Lin.

Alle Preisträger_innen des 1. Hans-Lewitus-Förderpreises präsentierten ihr großes Können in einem abschließenden Konzert am 24. November 2025 und begeisterten mit der großen Vielfalt, die dieses scheinbar einfache Instrument aufzuweisen hat. Diesem Pilotprojekt soll in den kommenden Jahren ein zunächst national und später international geöffneter Wettbewerb folgen. Dieser Wettbewerb stellt eine der wenigen europaweiten Möglichkeiten dar, jungen Studierenden dieses Instruments ein Podium zu bieten, auf dem diese sich direkt vergleichen können und ihre Versiertheit von einer fachkundigen Jury beurteilt wird.