Eine gemeinsame Zukunft gestalten: Einblicke in den IN.TUNE Summit 2026 in Wien
Im Mai 2026 wurde Wien für mehrere Tage zu einem Ort der Begegnung von Ideen, Menschen und Visionen, die die Zukunft der künstlerischen Hochschulbildung in Europa mitgestalten.Gastgeberin des IN.TUNE Summit 2026 war die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Vertreter_innen aller acht Partnerinstitutionen der Allianz kamen zusammen – Mitglieder des Governing Boards, des Student Council, der Work Packages, Arbeitsgruppen sowie assoziierte Partner (Superar, Musethica, Mad Head Games, CEBEF, AEC, Ukrainian National Tchaikovsky Academy of Music, FisMe, Institut del Teatre und die Union of Composers of Romania).
Ein Zusammentreffen vieler Stimmen
Fast zweieinhalb Jahre nach der Gründung der Allianz war dieser Summit weit mehr als ein Arbeitstreffen. Er wurde zu einem Raum, in dem Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der europäischen künstlerischen Hochschulbildung zusammenkamen.
Ankunft und erste Begegnungen
Bereits am ersten Tag, Montag, dem 11. Mai, war der Campus der mdw von der lebendigen Energie persönlicher Begegnungen geprägt. Nach der Registrierung und ersten Gesprächen beim Morgenkaffee begannen parallel die Sitzungen des Governing Boards, der Work-Package-Komitees und der Arbeitsgruppen.
Diskutiert wurden laufende Prozesse, zukünftige Vorhaben und die nächsten Schritte der Allianz. Ebenso bedeutend war jedoch die Tatsache, dass Menschen, die über Monate hinweg ausschließlich online zusammengearbeitet hatten, nun endlich gemeinsam an einem Tisch sitzen konnten.
Opening Plenary
Am Nachmittag folgte einer der bedeutendsten Momente des Summits – die Opening Plenary in der Imperial Riding School. Diese gemeinsame Team-Building-Session brachte beinahe 250 Teilnehmende zusammen und war weit mehr als eine formale Eröffnungsfeier. Sie bot die Möglichkeit, die vielfältigen Stimmen der Allianz zu hören, Mitglieder unterschiedlicher Work Packages und Organisationseinheiten zusammenzubringen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer größeren Gemeinschaft zu schaffen.
Solche Begegnungen – zwischen Menschen, die sich sonst meist nur innerhalb ihrer thematischen Gruppen austauschen – eröffneten Raum für tiefere gegenseitige Verbundenheit und eine aktivere Zusammenarbeit über die einzelnen Work Packages hinweg.
Im Sinne der IN.TUNE-Vision waren die Plenary Sessions als partizipative Räume gestaltet, um gemeinsam über die Zukunft der Allianz nachzudenken. Mit Unterstützung erfahrener Moderator_innen konzentrierten sich die Diskussionen nicht nur auf Strukturen und Aktivitäten, sondern auch darauf, wie Zusammenarbeit gestaltet werden soll – geprägt von Respekt, Offenheit und dem Bewusstsein gemeinsamer Werte.
Der Raum war zudem erfüllt von den Klängen von Johann Sebastian Bachs Brandenburg Concerto No. 5 sowie Musik von Antonio Draghi, interpretiert vom Institut für Alte Musik der mdw. Die Aufführungen erinnerten daran, dass Kunst nicht nur Gegenstand unserer Arbeit ist, sondern auch jene Sprache, durch die wir einander am tiefsten verstehen.
Themen, Räume und Austausch
Am Dienstag, dem 12. Mai, wurde das intensive Arbeitsprogramm des Summits fortgesetzt – begleitet von weiterem Austausch und neuen Begegnungen. Nach Meetings und dem symbolischen „Tune your body“-Treffen fanden den ganzen Tag über parallele Sitzungen des Executive Committee, der Work-Package-Komitees und sämtlicher Arbeitsgruppen statt.
In unterschiedlichen Räumen der mdw wurde über Mobilität, E-Learning, Forschung, neue Ansätze in Lehre und Lernen, Nachhaltigkeit, Inklusion, Artistic Citizenship und viele weitere Themen diskutiert, die das lebendige Netzwerk der IN.TUNE-Zusammenarbeit bilden.
National Dissemination Event
Einen besonderen Platz im Programm nahm das National Dissemination Event ein, das an der mdw organisiert wurde. Die Veranstaltung richtete sich an lokale Stakeholder sowie die breitere akademische und künstlerische Öffentlichkeit und präsentierte IN.TUNE als Raum europäischer Zusammenarbeit, getragen von Offenheit, Demokratie und kulturellem Anspruch.
In einer Zeit, in der europäische demokratische und akademische Werte vielfältigen Herausforderungen gegenüberstehen, erinnerte die Veranstaltung eindrucksvoll daran, dass die Allianz Institutionen nicht nur administrativ oder projektbezogen verbindet, sondern vor allem durch gemeinsame Werte.
Stimmen der Studierenden
Während des gesamten Summits galt besondere Aufmerksamkeit den Stimmen der Studierenden. Geleitet von dem Anspruch, ihre Entwicklung und Zukunft aktiv mitzugestalten, stellte die IN.TUNE-Allianz die studentische Perspektive in den Mittelpunkt der Diskussionen. Mitglieder des Student Council beteiligten sich aktiv an Debatten, brachten ihre Sichtweisen ein und wirkten an nachhaltigen Strategien für die zukünftige Arbeit der Allianz mit. Ihre Präsenz war nicht symbolisch – sie war essenziell.
Ein Abend gemeinsamer Stimmen
Am Abend wurde die mdw zu einem Ort, an dem Musik und Freundschaft aufeinandertrafen. Das IN.TUNE Dinner vereinte die Teilnehmenden in einem vielfältigen künstlerischen Programm mit dem ContraStrings Quartet und Sophia Aitzetmüller, dem Ensemble Tanzhausgeiger, dem mdw Salsa Ensemble sowie weiteren Auftritten von besonderer emotionaler Bedeutung.
Unter den Mitwirkenden waren auch Gäste aus der Ukraine – das Vokalensemble Lybid sowie DUO Accord Classic, Künstler_innen der Ukrainian National Tchaikovsky Academy of Music. Ihre Teilnahme war weit mehr als ein Konzertauftritt; sie setzte ein starkes Zeichen europäischer Solidarität und Unterstützung.
Auch bei dieser Gelegenheit bekräftigte IN.TUNE seine Unterstützung für die Ukraine und die Überzeugung, dass kulturelle und akademische Zusammenarbeit selbst in Zeiten von Krise und Krieg weiterbestehen muss. Der Applaus nach ihren Auftritten war zugleich künstlerische Anerkennung und Ausdruck gemeinsamer Menschlichkeit.
Die nächste Phase gestalten
Auch wenn Begegnungen, Austausch und gemeinsame Erlebnisse die besondere Atmosphäre des Summits prägten, waren die Tage in Wien zugleich ein Raum intensiver strategischer Arbeit. In zahlreichen Sitzungen von Komitees, Work Packages und Arbeitsgruppen wurden Entscheidungen getroffen, die die nächste Phase der IN.TUNE-Allianz bestimmen und Vorhaben aus den ersten beiden Jahren weiter konkretisieren werden.
So wurde der Summit in Wien neben gemeinsamen Gesprächen und neuen Begegnungen auch zu einem Ort, an dem zahlreiche Ideen klarere Formen, konkrete Zeitpläne und institutionelle Unterstützung erhielten.
Erklärung des Governing Boards
Zu den bedeutenden Momenten des Summits gehörte auch die Sitzung des Governing Boards, bei der eine Solidaritätserklärung zur Unterstützung der Studierenden, Lehrenden, Künstler_innen und der Universitätsleitung der University of Arts in Belgrad verabschiedet wurde.
Angesichts großer Besorgnis über akademische Freiheiten, institutionelle Autonomie und die Rechtsstaatlichkeit in Serbien bekräftigte IN.TUNE erneut seine Solidarität mit der akademischen Gemeinschaft in Belgrad. Zugleich würdigte die Allianz die Ausdauer, den Mut und die Professionalität von Kolleg_innen und Studierenden und unterstrich, dass akademische Freiheit und künstlerisches Schaffen nicht nur nationale Anliegen, sondern grundlegende Werte der europäischen Kultur- und Hochschulgemeinschaft sind.
Closing Plenary
Der Summit endete am Mittwoch, dem 13. Mai, mit der Closing Plenary – einer zweiten großen Team-Building-Session. Nach Tagen intensiver Arbeit bot dieses Treffen Raum für gemeinsame Reflexion, den Austausch von Eindrücken und den Blick nach vorne. In einer Atmosphäre offenen Dialogs und begleitet von einer künstlerischen Intervention der Klarinettistin Elena Arbonies Jauregui reflektierten die Teilnehmenden nicht nur über erreichte Ergebnisse, sondern auch über das Gemeinschaftsgefühl, das der Summit entstehen ließ.
Wo die Reise weitergeht
Als sich die Wege der Teilnehmenden nach dem gemeinsamen Abschiedsmittagessen wieder trennten, war deutlich spürbar, dass sie weit mehr mitnahmen als Sitzungsnotizen und Pläne für die nächsten Schritte. Sie nahmen das Bewusstsein mit, dass IN.TUNE nicht nur ein europäisches Projekt oder ein Netzwerk von Institutionen ist, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die trotz unterschiedlicher Sprachen, Traditionen und Disziplinen an dieselbe Idee glauben: dass die Zukunft der Musik- und Kunstausbildung durch Zusammenarbeit, Vertrauen und aufmerksames Zuhören entsteht.
Der Summit war ein weiterer Schritt auf diesem Weg – ein Schritt, der erneut gezeigt hat, dass die Zukunft der künstlerischen Hochschulbildung in Europa durch Kooperation, Dialog und gegenseitiges Vertrauen entsteht, innerhalb einer Gemeinschaft, die durch gemeinsame Werte und eine gemeinsame Vision verbunden ist.
Text: Tijana Ilišević/ University of the Arts Belgrade; Übersetzung aus dem Englischen: mdw

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